Inigo
Inigo ist ein hochwirksames, selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Schadgräsern wie der Hühnerhirse und dem Einjährigen Rispengras. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel von Certis Belchim eine anwenderfreundliche Handhabung und eine hervorragende Verteilung im Spritztank. Es ist speziell für den Einsatz in bedeutenden Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Feldsalat (VLLLO) registriert.
Der Wirkstoff Metobromuron schließt eine wichtige Lücke im modernen Herbizidmanagement, insbesondere nach dem Wegfall anderer Wirkstoffe im Vorauflaufbereich. Durch seine langanhaltende Bodenwirkung erfasst Inigo auch nachkeimende Unkrautwellen zuverlässig. Die Kulturverträglichkeit ist bei fachgerechter Anwendung im Vorauflauf hervorragend, da der Wirkstoff primär über die Wurzeln und Hypokotyle der keimenden Unkräuter aufgenommen wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Inigo enthaltene Wirkstoff Metobromuron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 (früher C2) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Transportsystems im Photosystem II (PS II). Indem der Wirkstoff an das D1-Protein bindet, wird der Elektronentransport blockiert, was zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies und letztlich zur Zerstörung der Zellmembranen (Lipidperoxidation) führt. Da die Aufnahme hauptsächlich über die Wurzeln der auflaufenden Schaderreger erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffs im Bodenkeimhorizont entscheidend. Nach der Aufnahme transportiert der Transpirationsstrom den Wirkstoff akropetal in die Blätter, wo sich die herbizide Wirkung durch Chlorosen und anschließende Nekrosen an den Keimblättern und ersten Laubblättern zeigt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen Unkräutern und Gräsern vorzubeugen, sollte Inigo stets in ein integriertes Herbizidkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Gruppe 15 oder Gruppe 12) in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck die Kombination mit Partnerherbiziden mit komplementärem Wirkungsmechanismus im Tankmix, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Inigo zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits optimal auf die Bodenhaftung abgestimmt ist. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk auszubringen und extreme pH-Werte des Wassers zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Inigo sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Schutzbrille beim Ansetzen und Ausbringen) strikt einzuhalten. Da Metobromuron als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vom BVL vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (z. B. NT- und NW-Auflagen) exakt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Inigo im Kartoffelanbau?
Der optimale Zeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf (BBCH 00 bis 08), idealerweise direkt nach dem Dammaufbau bzw. dem letzten Häufelgang. Der Boden sollte sich bereits gesetzt haben und feucht sein, um eine gleichmäßige Barrierewirkung des Herbizids im Keimhorizont der Unkräuter aufzubauen.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit von Inigo?
Da Metobromuron ein Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung im Boden essenziell. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreten; leichte Niederschläge nach der Applikation fördern hingegen den Transport des Wirkstoffs zu den Wurzeln der keimenden Unkräuter.
Kann Inigo auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?
Nein, Inigo ist für die zugelassenen Kulturen Kartoffeln und Feldsalat ausschließlich für den Vorauflauf (BBCH 00 bis 09) registriert. Eine spätere Anwendung im Nachauflauf kann zu erheblichen Phytotox-Schäden an den Kulturpflanzen führen, da diese den Wirkstoff dann über das Blattwerk aufnehmen würden.
Wie tief sollte die Einsaat der Kulturen bei einer geplanten Inigo-Behandlung sein?
Um phytotoxische Effekte zu vermeiden, muss eine ausreichende und gleichmäßige Erdabdeckung des Pflanz- oder Saatguts gewährleistet sein. Bei Kartoffeln ist auf einen stabilen Dammaufbau zu achten; bei Feldsalat sollte die Saattiefe so gewählt werden, dass der Keimling nicht direkt mit der herbiziden Bodenschicht in Kontakt kommt.
Welche Unkräuter werden von Inigo besonders gut erfasst?
Inigo zeigt eine hervorragende Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter wie Gänsefuß-Arten, Vogelmiere, Franzosenkraut und Kamille-Arten. Zudem werden wichtige einkeimblättrige Schadgräser wie das Einjährige Rispengras und die Hühnerhirse im Keimblattstadium effektiv unterdrückt.
Wie verhält sich Inigo bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?
Nach dem regulären Abbau des Wirkstoffs im Boden können im Rahmen der normalen Fruchtfolge alle üblichen Folgekulturen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einer Inigo-Behandlung wird jedoch eine tiefere Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen, bevor empfindliche Kulturen eingesät werden.