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Sonstige · GLOBACHEM NV

JURA

BVL Zul.-Nr. 008324-00

JURA ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid-Kombinationspräparat zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Herbst. Durch die Kombination der beiden bewährten Wirkstoffe Prosulfocarb und Diflufenican bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Getreidebau. Es ist speziell für den Einsatz in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale registriert.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenhaftung und eine langanhaltende Dauerwirkung aus. JURA erfasst sowohl über den Boden als auch über das Blatt auflaufende Unkräuter und Ungräser im frühen Nachauflauf oder Vorauflauf. Damit sichert es den Kulturen einen unkrautfreien Start und minimiert die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der kritischen frühen Entwicklungsphase.

Wirkstoffe

Diflufenican
14 g/L · Wirkstoff
Prosulfocarb
667 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirksamkeit von JURA basiert auf zwei sich ideal ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur HRAC-Gruppe 15 und greift in die Biosynthese der Fettsäuren mit sehr langer Kette (VLCFAs) ein. Dies stört die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Schaderreger im Keimungsstadium, wodurch die Unkräuter bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben. Diflufenican hingegen ist der HRAC-Gruppe 12 zugeordnet. Es blockiert das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Carotinoid-Biosynthese einnimmt. Ohne Carotinoide fehlt den Pflanzen der Schutz vor Photooxidation, was zu einem raschen Abbau des Chlorophylls führt. Sichtbar wird dies durch charakteristische Aufhellungen (Bleaching) und das anschließende Absterben der betroffenen Unkräuter.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, nutzt JURA das Prinzip des Wirkstoffwechsels durch seine integrierte Zwei-Wege-Formel. Da Prosulfocarb und Diflufenican unterschiedlichen HRAC-Klassen angehören, wird das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen deutlich minimiert. Du solltest JURA im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen und in der Fruchtfolge mit Herbiziden abwechseln, die andere Wirkmechanismen aufweisen.

Mischbarkeit & Tankmischung

JURA zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern, sofern die Mischungspartner für den jeweiligen Anwendungszeitpunkt zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu achten. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturschwankungen oder auf gestressten Kulturen. Ein vorheriger Mischungstest im kleinen Maßstab wird empfohlen, um die physikalische Kompatibilität abzusichern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JURA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; eine Applikation in den Abendstunden ist hierbei zu bevorzugen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenFeld-Stiefmütterchen, Vogel-Sternmiere, Echte Kamille10–134 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenFeld-Stiefmütterchen, Vogel-Sternmiere, Echte Kamille10–134 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenVogel-Sternmiere, Persischer Ehrenpreis, Gemeiner Windhalm0–94 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenVogel-Sternmiere, Persischer Ehrenpreis, Gemeiner Windhalm0–94 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleVogel-Sternmiere, Persischer Ehrenpreis, Gemeiner Windhalm0–94 LITER_PER_HECTARE
WintergersteVogel-Sternmiere, Persischer Ehrenpreis, Gemeiner Windhalm0–94 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleFeld-Stiefmütterchen, Vogel-Sternmiere, Echte Kamille10–134 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFeld-Stiefmütterchen, Vogel-Sternmiere, Echte Kamille10–134 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von JURA im Herbst?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 13), wenn die Unkräuter und Ungräser gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Auch eine Vorauflaufanwendung direkt nach der Saat ist möglich, sofern der Boden ausreichend feucht ist, um die Aktivierung der Bodenwirkstoffe zu gewährleisten.

Welche Bodenbedingungen optimieren die Wirkung von JURA?

Da JURA einen hohen Anteil an Bodenwirkstoffen besitzt, ist ein feuchtes, feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett ideal. Zu viel organisches Material oder dicke Strohschichten an der Oberfläche können die Wirkstoffverteilung im Boden beeinträchtigen und die Wirkung gegen die Schaderreger mindern.

Kann ich JURA auch bei Frost oder sehr niedrigen Temperaturen spritzen?

Leichte Nachtfröste sind in der Regel kein Problem, solange die Kulturen am Tag frostfrei sind und assimilieren können. Du solltest das Pflanzenschutzmittel jedoch nicht auf wassergesättigten, verschlämmten oder gefrorenen Böden ausbringen, da dies zu Kulturschäden führen kann.

Wie verhält sich JURA bei nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge?

Nach dem regulären Einsatz von JURA im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen angebaut werden. Bei einem eventuellen vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um verbleibende Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen.

Warum ist die Kombination aus Prosulfocarb und Diflufenican so schlagkräftig gegen Windhalm?

Die beiden Wirkstoffe greifen den Gemeinen Windhalm an unterschiedlichen physiologischen Stellen an. Während Prosulfocarb das Wachstum im Keimling hemmt, sorgt Diflufenican für den Abbau von Chlorophyll im frühen Blattstadium. Diese Synergie verhindert effektiv das Auflaufen und die Etablierung des Ungrases im Wintergetreide.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach deinen angebauten Kulturen (wie Winterweichweizen oder Wintergerste) filtern und die Liste der registrierten Pflanzenschutzmittel nach Wirkstoffen, Schaderregern oder Herstellern sortieren, um die passende Behandlungsstrategie für deinen Betrieb zu planen.