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Kalimba Max

BVL Zul.-Nr. 00B536-00

Kalimba Max ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der schwer bekämpfbaren Acker-Winde in Mais (ZEAMX) und Sorghum-Hirse (SORSS). Als moderne flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte wuchsstoffbasierte Wirkstoffe, um eine schnelle und nachhaltige Unkrautkontrolle im Nachauflauf zu gewährleisten.

Durch die Kombination von Dicamba und Fluroxypyr bietet das Produkt ein breites Wirkungsspektrum, das insbesondere in kritischen frühen Entwicklungsstadien der Kulturen für unkrautfreie Bestände sorgt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, sofern die Anwendung innerhalb des empfohlenen BBCH-Fensters erfolgt.

Die Formulierung ermöglicht eine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk und sorgt für eine rasche Translokation bis in die Wurzelspitzen. Dies macht Kalimba Max zu einem verlässlichen Baustein im modernen Ackerbau, um Ertragsverluste durch starke Unkrautkonkurrenz effektiv zu verhindern.

Wirkstoffe

Dicamba
240.7 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Kalimba Max basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Dicamba und Fluroxypyr. Beide Substanzen gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie imitieren das pflanzeneigene Phytohormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei den empfindlichen Schaderregern zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Wachstum führt. Nach der Aufnahme über die Blätter und Sprossachsen wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der Pflanze verteilt. Dies führt zu typischen Deformationen wie Verkrümmungen von Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von einer Störung des Nährstofftransports und dem schrittweisen Absterben des Unkrauts. Besonders bei der hartnäckigen Acker-Winde sorgt dieser systemische Effekt für eine nachhaltige Schwächung des Wurzelsystems.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) sollte Kalimba Max stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie ALS-Inhibitoren oder HPPD-Inhibitoren) in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren und die Anwendungen stets auf vitale, aktiv wachsende Unkräuter auszurichten, um eine vollständige Wirkstoffaufnahme und maximale Abtötungsrate zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kalimba Max zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden sowie flüssigen Blattdüngern, die für den Einsatz in Mais und Sorghum zugelassen sind. Bei Mischungen mit sulfonylharnstoffhaltigen Produkten ist jedoch auf die exakte Einhaltung der Aufwandmengen und optimalen Witterungsbedingungen zu achten, um phytotoxische Reaktionen der Kultur zu vermeiden. Es wird empfohlen, stets ausreichend Wasser (mindestens 200–300 l/ha) zu verwenden und extreme pH-Werte des Spritzwassers zu vermeiden, um die physikalische Stabilität der Spritzbrühe nicht zu gefährden. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich ein einfacher Mischungstest.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kalimba Max ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die gesetzlich vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Düsen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen oder aktiv fliegenden Bestäubern vermieden werden, um jegliche Risiken für die lokale Fauna zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–191 LITER_PER_HECTARE
Sorghum-HirseAcker-Winde12–191 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Kalimba Max gegen die Acker-Winde?

Die beste Wirkung gegen die Acker-Winde wird erzielt, wenn sich diese im aktiven Wachstum befindet und bereits ausreichend Blattfläche gebildet hat, um genügend Wirkstoff aufzunehmen. Dies ist meist bei einer Trieblänge der Winde von ca. 15–20 cm der Fall, wobei das BBCH-Stadium 19 der Kultur keinesfalls überschritten werden darf.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Wuchsstoffherbizide wie Kalimba Max benötigen für eine optimale Wirkung wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze über 25 °C sollte von einer Behandlung abgesehen werden, da die Unkräuter den Wirkstoff dann nur unzureichend aufnehmen und das Risiko von Kulturschäden steigt.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums 12 bis 19 in Mais und Sorghum so kritisch?

In diesem Entwicklungsfenster besitzen Mais und Sorghum-Hirse eine hohe physiologische Toleranz gegenüber den enthaltenen Wuchsstoffen. Eine zu späte Anwendung (nach BBCH 19) kann zu schweren Schäden wie Stängelkrümmungen, Kolbenfehlbildungen oder mangelnder Standfestigkeit der Kultur führen.

Kann Kalimba Max auch auf drainierten Flächen oder in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden?

Der Einsatz unterliegt spezifischen nationalen Anwendungsbestimmungen des BVL. Aufgrund der Mobilität von Dicamba im Boden sind strenge Auflagen zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern zu beachten. Prüfen Sie vor der Anwendung stets die aktuellen regionalen Auflagen (z. B. NG-Auflagen) für Ihr spezifisches Flurstück.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Nachbaufristen für Folgekulturen?

Da die Wirkstoffe Dicamba und Fluroxypyr im Boden relativ rasch biologisch abgebaut werden, bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für die Aussaat von Wintergetreide im Herbst. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur sollte vor einer Neuaussaat empfindlicher zweikeimblättriger Kulturen eine tiefere Bodenbearbeitung erfolgen.