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OTHER · JT Agro Europe sp. z o.o.

Kelsos

BVL Zul.-Nr. 00A979-00

Kelsos ist ein hochwirksames, protektives Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender pilzlicher Schaderreger in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Fluazinam (500 g/l), formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Präparat einen exzellenten Schutz gegen wirtschaftlich verheerende Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln sowie den Falschen Mehltau (Peronospora destructor) in Zwiebelgemüse.

Dank seiner ausgeprägten Kontaktwirkung und der extremen Regenfestigkeit bildet Kelsos einen stabilen Schutzfilm auf der Blattoberfläche. Dies verhindert das Keimen von Sporen und das Eindringen der Pilzhyphen in das Pflanzengewebe. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung und gleichmäßige Verteilung auf den behandelten Pflanzenteilen aus, was auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen einen langanhaltenden Schutz gewährleistet.

Im modernen Pflanzenschutz nimmt Kelsos eine Schlüsselrolle in der Antiresistenzstrategie ein. Da es präventiv eingesetzt wird, schützt es die Kulturen bereits vor dem ersten sichtbaren Befall und sichert so das Ertragspotenzial sowie die Qualität der Ernteprodukte in sensiblen Wachstumsphasen.

Wirkstoffe

Fluazinam
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Kelsos enthaltene Wirkstoff Fluazinam gehört zur chemischen Klasse der Pyridinamine und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 29 (Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung) klassifiziert. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Störung der Energieproduktion in den Mitochondrien der Pilzzellen. Fluazinam entkoppelt den Protonengradienten an der inneren Mitochondrienmembran, wodurch die Synthese von Adenosintriphosphat (ATP) blockiert wird. Ohne diese universelle Energiequelle brechen die lebenswichtigen Stoffwechselprozesse des Schaderregers schnell zusammen. Da dieser Prozess an mehreren Stellen der Zellatmung ansetzt (Multi-Site-Aktivität), wirkt Fluazinam stark antisporulierend und verhindert zudem die Sporenkeimung sowie das Wachstum der Keimschläuche. Diese breite physiologische Wirkung macht es dem Schaderreger äußerst schwer, Resistenzen gegen diesen Wirkstoff zu entwickeln.

Resistenzmanagement

Obwohl Fluazinam aufgrund seiner Einstufung in die FRAC-Gruppe 29 ein inhärent geringes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweist, erfordert ein nachhaltiges Risikomanagement den gezielten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. systemischen oder translokaren Wirkstoffen mit abweichendem Target-Site-Mechanismus). Kelsos sollte stets präventiv und im Rahmen einer durchdachten Spritzfolge eingesetzt werden. Um Selektionsdruck zu vermeiden, ist die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt einzuhalten und bei hohem Infektionsdruck auf Kombinationspartner mit komplementären Wirkmechanismen zurückzugreifen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kelsos zeigt eine gute physikalische und chemische Verträglichkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die in den registrierten Kulturen Verwendung finden. Vor der Ansetzung größerer Mischungen wird jedoch dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine lückenlose Benetzung des Bestandes zu garantieren. Die Zugabe von Additiven oder Haftmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kelsos ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Der Wirkstoff Fluazinam ist als umweltgefährlich eingestuft und weist ein hohes Risiko für aquatische Organismen auf. Daher sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Abdriftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen zur Schonung von Bestäubern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans40–970.4 LITER_PER_HECTARE7T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)15–480.5 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Kelsos in Kartoffeln?

Die erste Behandlung sollte strikt präventiv erfolgen, idealerweise kurz vor dem Reihenschluss (ab BBCH-Stadium 15), sobald die regionalen Warndienste Infektionsbedingungen für die Krautfäule melden. Ein frühzeitiger Schutz verhindert den Aufbau eines frühen Infektionspotenzials im Bestand.

Wie unterstützt Kelsos die Vermeidung von Knollenfäule bei der Kartoffelernte?

Fluazinam besitzt eine hervorragende Wirkung gegen die Zoosporen von Phytophthora infestans. Bei späten Anwendungen wäscht sich ein Teil des Wirkstoffs in die oberen Bodenschichten ab und inaktiviert dort die Sporen. Dadurch wird verhindert, dass die Knollen während der Ernte mit lebensfähigen Sporen in Kontakt kommen und im Lager faulen.

Kann Kelsos bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung appliziert werden?

Um Phytotoxizität und eine zu schnelle Verdunstung der Spritzbrühe zu vermeiden, sollte die Applikation nicht in der prallen Mittagssonne oder bei Temperaturen über 25 °C erfolgen. Die frühen Morgenstunden oder der späte Abend sind ideal, da die höhere Luftfeuchtigkeit zudem die Benetzung verbessert.

Welche Rolle spielt die Regenfestigkeit von Kelsos in der Praxis?

Dank seiner lipophilen Eigenschaften bindet sich der Wirkstoff Fluazinam extrem schnell an die Wachsschicht der Blätter. Bereits ca. zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist Kelsos hervorragend regenfest, sodass auch nach starken Niederschlägen ein stabiler Schutzfilm erhalten bleibt.

Wie lässt sich Kelsos am besten in ein integriertes Pflanzenschutzprogramm für Zwiebeln integrieren?

Gegen Falschen Mehltau (Peronospora destructor) sollte Kelsos im Wechsel mit systemischen Fungiziden eingesetzt werden. Während systemische Mittel das Triebwachstum von innen schützen, sichert Kelsos als Kontaktfungizid die äußere Blattoberfläche ab und blockiert die Sporenkeimung zufliegender Schaderreger.

Warum ist der Wirkungsmechanismus von Kelsos besonders wertvoll für das Resistenzmanagement?

Als Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung (FRAC-Gruppe 29) greift Fluazinam an mehreren Stellen des Energiestoffwechsels an. Da es sich um eine Multi-Site-Wirkung handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung extrem gering. Es eignet sich daher perfekt als Partner in Spritzfolgen, um die Lebensdauer gefährdeter Single-Site-Fungizide zu verlängern.