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OTHER · Clayton Plant Protection Ltd.

Kendo Classic XL

BVL Zul.-Nr. 00A810-60

Kendo Classic XL ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm und Rispengras-Arten. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb (800 g/l). Es wird vorrangig im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf in bedeutenden landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln, Winterweizen und Wintergerste eingesetzt.

Durch seine ausgeprägte Bodenwirkung bildet das Mittel einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits beim Durchstoßen der Keimzone zuverlässig erfasst. Dank dieser langanhaltenden Depotwirkung bietet Kendo Classic XL den Kulturen einen unkrautfreien Start und sichert das Ertragspotenzial von Anfang an ab.

Die Flexibilität in der Anwendung – vom Vorauflauf bis zum frühen Bestockungsstadium (BBCH 21) bei Getreide – macht dieses Herbizid zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau. Es schließt wichtige Lücken im herbstlichen oder frühjahrlichen Pflanzenschutz und überzeugt durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei sachgerechter Anwendung.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (Inhibitoren der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren, VLCFA) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Biosynthese von Lipiden in den meristematischen Geweben der Schadpflanzen. Dies führt zu einer Störung der Zellteilung und des Streckungswachstums, wodurch die Keimlinge bereits vor oder kurz nach dem Auflaufen absterben. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Unkräuter und Ungräser, sekundär auch über die Wurzeln. Da der Wirkstoff vor allem auf keimende Samen und sehr junge Pflanzen wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffdepots im Boden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm, nachhaltig vorzubeugen, sollte Kendo Classic XL stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthese-Inhibitoren) im Rahmen der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich die Kombination oder der sequenzielle Einsatz mit Partnern, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kendo Classic XL zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vor- und Nachauflaufherbiziden aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Bodenhaftmitteln oder Additiven kann die Wirkstoffverteilung auf leichten oder klumpigen Böden optimieren. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird generell eine Mischprobe auf physikalische Stabilität empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kendo Classic XL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Da der Wirkstoff Prosulfocarb als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras0–95 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras10–213 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras0–95 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras0–95 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras10–213 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von Kendo Classic XL erforderlich?

Für eine optimale Herbizidwirkung ist ein feuchtes, feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett ideal. Da der Wirkstoff Prosulfocarb über den Boden aufgenommen wird, begünstigt ausreichende Bodenfeuchtigkeit die Verteilung und Aktivierung des Wirkstofffilms. Auf sehr humosen Böden oder bei starker Trockenheit kann die Wirkung hingegen reduziert sein.

Kann Kendo Classic XL auch bei Frost oder sehr niedrigen Temperaturen ausgebracht werden?

Die Anwendung sollte nicht bei Frost oder auf gefrorenem Boden erfolgen, da dies die Wirkstoffaufnahme behindert und das Risiko von Abschwemmungen erhöht. Kühle, aber frostfreie Temperaturen im Herbst (z. B. bei der Anwendung in Wintergetreide) sind jedoch unbedenklich und unterstützen oft die Wirkungsdauer des Bodenfilms, solange der Boden aufnahmefähig ist.

Wie verhält es sich mit der Nachbau-Flexibilität nach dem Einsatz dieses Herbizids?

Nach dem regulären Einsatz von Kendo Classic XL und dem normalen Ernteverlauf der behandelten Kulturen können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge alle gängigen Folgekulturen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder Schäden wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, bevor empfindliche Nachfolgekulturen eingesät werden.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums bei der Anwendung in Getreide so wichtig?

Die Zulassung erlaubt Anwendungen bis zum BBCH-Stadium 21 (Beginn der Bestockung). Eine spätere Behandlung erhöht das Risiko von Phytotoxizität, da die Kulturpflanzen den Wirkstoff dann verstärkt über das Blatt aufnehmen können, was zu Wachstumsdepressionen führt. Zudem nimmt die Abschirmung des Bodens durch die Kultur zu, wodurch der Herbizidfilm nicht mehr lückenlos auf der Bodenoberfläche etabliert werden kann.

Wie lässt sich Kendo Classic XL optimal in eine Strategie gegen herbizidresistenten Gemeinen Windhalm integrieren?

Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen anderen Wirkungsmechanismus als klassische Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2) aufweist, eignet sich Kendo Classic XL hervorragend zur Durchbrechung von Resistenzen. Es sollte im frühen Vorauflauf oder frühen Nachauflauf eingesetzt werden, um den Windhalm bereits im Keimblattstadium zu erfassen, bevor er sich etabliert.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Saattiefe bei Getreide bei einer geplanten Behandlung?

Ja, bei einer geplanten Anwendung im Vorauflauf muss auf eine gleichmäßige und ausreichend tiefe Saatgutablage (mindestens 2–3 cm) geachtet werden. Eine zu flache Saat erhöht das Risiko, dass der Wirkstoff direkt mit dem keimenden Getreidekorn in Kontakt kommt, was zu Keimschäden oder Ausdünnungen des Bestandes führen kann.