KOROMITE
KOROMITE ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Certis Belchim B.V., das speziell für den Schutz wertvoller Kulturen wie Kernobst, Erdbeeren, Hopfen und Zierpflanzen entwickelt wurde. Als modernes Akarizid und Insektizid zeichnet es sich durch eine hervorragende Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Spinnmilben und Minierfliegen aus. Die Formulierung basiert auf dem Wirkstoff Milbemectin, der aus natürlichen Bodenbakterien gewonnen wird und sich durch eine schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) sowie eine verlässliche Dauerwirkung auszeichnet.
Dank seiner hervorragenden Eigenschaften erfasst KOROMITE alle beweglichen Stadien der Spinnmilben – von den Larven über die Nymphen bis hin zu den adulten Tieren. Auch eine teileizide Wirkung ist gegeben. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere in Kulturen mit hohem Befallsdruck, bei denen eine schnelle und nachhaltige Dezimierung der Schaderregerpopulation erforderlich ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Milbemectin gehört zur IRAC-Gruppe 6 (allosterische Modulatoren von Glutamat-gesteuerten Chloridkanälen). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Interaktion mit den Neurotransmittern im Nervensystem der Schaderreger. Milbemectin stimuliert die Freisetzung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und aktiviert gleichzeitig die Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle an den postsynaptischen Membranen der Nerven- und Muskelzellen von Insekten und Milben. Dies führt zu einem unkontrollierten Einstrom von Chloridionen in die Nervenzellen, was eine dauerhafte Hyperpolarisation der Membranen zur Folge hat. Die Reizweiterleitung im Nervensystem wird dadurch unterbrochen, was zu einer schnellen Lähmung und schließlich zum Tod der Schaderreger führt. Da der Wirkstoff sowohl über Kontakt als auch über Fraß aufgenommen wird und ausgeprägte translaminare Eigenschaften besitzt, werden auch versteckt sitzende Schädlinge auf der Blattunterseite effektiv erfasst.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du KOROMITE stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 6 im selben Entwicklungszyklus der Schaderreger. Nutze stattdessen einen gezielten Wirkstoffwechsel (Rotation) mit Akariziden anderer Wirkstoffklassen. Zudem empfiehlt es sich, Behandlungen erst bei Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwelle durchzuführen, um den Selektionsdruck auf die Populationen so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
KOROMITE zeigt im Allgemeinen eine gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden und Insektiziden. Dennoch empfiehlt es sich, vor der großflächigen Anwendung stets eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) sowie eine Verträglichkeitsprüfung an einigen Testpflanzen durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile – insbesondere der Blattunterseiten – sicherzustellen. Der Zusatz von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und das Eindringen des Wirkstoffs in das Blattgewebe verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit KOROMITE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kernobst | Spinnmilben | 69–76 | 0.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierfliegen | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Spinnmilben | 91–97 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Spinnmilben | 0–59 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Spinnmilben | 65–85 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wie nutzt du die translaminaren Eigenschaften von KOROMITE am besten aus?
Da Milbemectin translaminar wirkt, dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich von der Ober- zur Unterseite. Um diesen Effekt zu maximieren, solltest du die Behandlung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit durchführen. Eine gründliche, beidseitige Benetzung der Blätter bei der Applikation ist dennoch entscheidend, da der Wirkstoff nicht systemisch in neu zuwachsende Pflanzenteile transportiert wird.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Spinnmilben?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt zu Beginn des Befalls, sobald die ersten beweglichen Stadien (Larven oder Nymphen) auf den Blättern sichtbar werden. Durch regelmäßige Kontrollen der Blattunterseiten mit einer Lupe kannst du den optimalen Startpunkt bestimmen, bevor sich eine dichte Population oder Gespinste bilden, die den Wirkstoffkontakt erschweren würden.
Warum ist KOROMITE besonders gut für den integrierten Pflanzenschutz geeignet?
KOROMITE schont bei sachgerechter Anwendung viele wichtige Raubmilbenarten und andere Nützlinge im Vergleich zu Breitbandinsektiziden. Dies ermöglicht es dir, die natürliche Regulationsleistung von Nützlingen in deiner Kultur aufrechtzuerhalten und gleichzeitig gezielt Populationsspitzen von Spinnmilben und Minierfliegen zu brechen.
Was musst du bei der Anwendung in Hopfen beachten?
Im Hopfenbau ist eine extrem gründliche Benetzung der gesamten Laubwand bis in die oberen Gerüstbereiche hinein erforderlich. Verwende daher angepasste Gebläsespritzen und ausreichend Wasser. Da Hopfen sehr rasch wächst, ist die Einhaltung des optimalen BBCH-Fensters und der Wartezeit bis zur Ernte essenziell, um Rückstände zu vermeiden und die volle Wirkung zu erzielen.
Kann KOROMITE auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, die Wirkung von Milbemectin ist weitgehend temperaturunabhängig. Du kannst das Mittel daher auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen einsetzen, sobald die Schaderreger aktiv werden. Achte jedoch darauf, dass die Blätter trocken sind und kein Frost unmittelbar nach der Spritzung droht, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.