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OTHER · Certis Belchim B.V.

KOROMITE

BVL Zul.-Nr. 005603-60

KOROMITE ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Certis Belchim B.V., das speziell für die gezielte Bekämpfung von Spinnmilben und Minierfliegen in ausgewählten Kulturen wie Kernobst, Erdbeeren, Hopfen und Zierpflanzen entwickelt wurde. Als modernes Akarizid und Insektizid zeichnet es sich durch eine schnelle Anfangswirkung und eine ausgeprägte Tiefenwirkung aus, wodurch auch versteckt sitzende Schaderreger auf der Blattunterseite zuverlässig erfasst werden.

Der Wirkstoff Milbemectin basiert auf einem natürlichen Fermentationsprodukt des Bodenbakteriums Streptomyces hygroscopicus. Die Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) gewährleistet eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und ein rasches Eindringen in das Pflanzengewebe. Dies macht KOROMITE zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere bei hohem Befallsdruck in den Sommermonaten.

Durch die Kombination aus Kontakt- und Fraßwirkung sowie der Translaminarität bietet das Mittel einen langanhaltenden Schutz der behandelten Kulturen. Es erfasst verschiedene Entwicklungsstadien der Schaderreger, von den Eiern über die Larven bis hin zu den adulten Stadien, was zu einer nachhaltigen Dezimierung der Population führt.

Wirkstoffe

Milbemectin
9.31 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Milbemectin gehört zur chemischen Klasse der Milbemycine (IRAC-Gruppe 6). Die biochemische Wirkungsweise basiert auf der Aktivierung von Chloridkanälen an den Synapsen von Nerven- und Muskelzellen der Schaderreger. Durch die Bindung an GABA- (Gamma-Aminobuttersäure) und Glutamat-gesteuerte Chloridkanäle kommt es zu einem unkontrollierten Einstrom von Chloridionen. Dieser Prozess führt zu einer sofortigen Blockade der Reizübertragung, was eine rasche Lähmung (Paralyse) der Spinnmilben und Minierfliegen zur Folge hat. Die betroffenen Schaderreger stellen die Nahrungsaufnahme sowie die Eiablage unverzüglich ein und sterben innerhalb weniger Tage ab. Dank dieses spezifischen Mechanismus zeigt Milbemectin keine Kreuzresistenz zu klassischen Organophosphaten, Pyrethroiden oder Akariziden anderer Wirkstoffklassen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, sollte KOROMITE strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison ist gemäß den BVL-Vorgaben konsequent zu begrenzen. Ein Wechsel mit Akariziden bzw. Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen ist zwingend erforderlich. Zudem empfiehlt es sich, Behandlungen frühzeitig bei Befallsbeginn durchzuführen, um den Selektionsdruck auf große Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

KOROMITE ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Dennoch wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) sowie eine Verträglichkeitsprüfung an einzelnen Pflanzen oder Pflanzenteilen durchzuführen. Für eine optimale Wirkung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine vollständige Benetzung der Kultur zu achten, insbesondere bei dichtem Laubdach. Der Zusatz von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits hervorragende Benetzungseigenschaften aufweist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KOROMITE ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die vom BVL festgelegten Abdriftminderungsklassen und unbehandelten Pufferzonen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft, weshalb Anwendungen außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen sollten, um Bestäuber und relevante Nützlinge wie Raubmilben bestmöglich zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstSpinnmilben69–760.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
ZierpflanzenSpinnmilben1.25 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenSpinnmilben0.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMinierfliegen1 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereSpinnmilben91–971.25 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereSpinnmilben0–591.25 LITER_PER_HECTARE
HopfenSpinnmilben65–851.5 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit KOROMITE gegen Spinnmilben?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt zu Beginn des Befalls, sobald die ersten beweglichen Stadien (Larven oder Nymphen) bei der Feldkontrolle festgestellt werden. Eine frühzeitige Behandlung verhindert den Aufbau einer dominanten Population und nutzt die translaminaren Schutzeigenschaften des Wirkstoffs optimal aus.

Wie wirkt KOROMITE auf Nützlinge wie Raubmilben?

Milbemectin hat eine gewisse Kontaktwirkung auf Nützlinge direkt während der Spritzung. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Risiko für Raubmilben jedoch deutlich reduziert, da der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe eindringt. Dennoch sollte KOROMITE im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes gezielt und nützlingsschonend eingesetzt werden.

Warum ist die translaminare Wirkung bei der Bekämpfung von Minierfliegen so wichtig?

Minierfliegenlarven fressen geschützt im Inneren des Blattgewebes (Minen). Da KOROMITE translaminar wirkt – also von der Blattoberseite zur Blattunterseite durchdringt –, erreicht der Wirkstoff die Larven direkt in ihren Fraßgängen und stoppt den Schaden sofort.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert der Spritzbrühe bei KOROMITE?

KOROMITE ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5,5 bis 7,0) am stabilsten. Bei sehr alkalischem Wasser (pH-Wert über 8) kann es zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs Milbemectin kommen. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten pH-Regulators zur Spritzbrühe.

Kann KOROMITE auch im Gewächshaus bei Zierpflanzen eingesetzt werden?

Ja, KOROMITE ist für den Einsatz in Zierpflanzen zugelassen, was auch Anwendungen im Gewächshaus einschließt. Aufgrund der enormen Sortenvielfalt bei Zierpflanzen empfiehlt es sich jedoch dringend, vor einer großflächigen Behandlung die Pflanzenverträglichkeit an einigen Testpflanzen zu prüfen.

Wie unterscheidet sich KOROMITE von anderen Akariziden hinsichtlich der Resistenzgefahr?

Da Milbemectin zur IRAC-Gruppe 6 gehört, besitzt es einen einzigartigen Wirkungsmechanismus im Vergleich zu klassischen Akariziden (wie z. B. METI-Inhibitoren). Dies macht es zu einem hervorragenden Werkzeug, um bestehende Resistenzen zu brechen, erfordert aber gleichzeitig einen strikten Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen.