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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Leander

BVL Zul.-Nr. 006345-00

Leander ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von ADAMA, das speziell für den gezielten Schutz von Getreidekulturen gegen Echten Mehltau (Erysiphe graminis) entwickelt wurde. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Fenpropidin, bietet das Pflanzenschutzmittel eine schnelle und zuverlässige Stopp-Wirkung. Es schützt wichtige Kulturen wie Weizen, Gerste und Triticale in kritischen Ertragsbildungsphasen.

Dank seiner hervorragenden systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in der Kultur und schützt auch neu zuwachsende Pflanzenteile. Leander hat sich im Markt als verlässlicher Partner im Getreideanbau etabliert, insbesondere wenn ein schneller Stopp-Effekt bei akutem Befallsdruck durch Echten Mehltau gefordert ist. Seine Flexibilität macht es zu einem wertvollen Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Fenpropidin
750 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Leander enthaltene Wirkstoff Fenpropidin gehört zur chemischen Gruppe der Piperidine (FRAC-Gruppe 5). Die biochemische Wirkungsweise basiert auf der Hemmung der Sterolbiosynthese in den Zellmembranen der Pilze (SBI Klasse II). Genauer gesagt blockiert Fenpropidin zwei essentielle Enzyme im Syntheseweg des Ergosterols: die D14-Reduktase und die D8-D7-Isomerase. Durch diesen dualen Eingriff in den Stoffwechsel des Schaderregers wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen gestört, was das Wachstum des Pilzmycels stoppt und letztlich zum Absterben des Pathogens führt. Aufgrund dieses spezifischen Mechanismus zeigt Leander sowohl protektive als auch hervorragende kurative Eigenschaften gegen den Echten Mehltau.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Fenpropidin zu minimieren, solltest du Leander stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Da Fenpropidin der FRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich der abwechselnde Einsatz oder die Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder SDHI-Inhibitoren (FRAC-Gruppe 7). Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von Morpholinen oder Piperidinen in derselben Saison, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppe zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Leander zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur, um eine optimale Wirkstoffverteilung zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits für eine hervorragende Haftung und Penetration optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Leander ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)41–550.75 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)41–550.75 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)41–550.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Leander?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 41 bis 55, also vom Erscheinen des Fahnenblattes bis zur Mitte des Ährenschiebens. Sobald du ersten Befall mit Echtem Mehltau an den oberen Blättern feststellst oder die Witterungsbedingungen den Infektionsdruck erhöhen, solltest du die Behandlung durchführen, um die Ertragsbildung deiner Kultur abzusichern.

Kann ich Leander auch vorbeugend einsetzen?

Ja, obwohl Leander eine hervorragende kurative Stopp-Wirkung besitzt, erzielst du die besten Ergebnisse, wenn du das Pflanzenschutzmittel protektiv bei beginnendem Befall oder nach entsprechenden Warndienstaufrufen einsetzt. So verhinderst du effektiv, dass sich der Echte Mehltau in der Kultur etabliert.

Warum ist Fenpropidin ein so wichtiger Baustein im Resistenzmanagement?

Fenpropidin greift als Wirkstoff der FRAC-Gruppe 5 an zwei unterschiedlichen Stellen der Sterolbiosynthese an (D14-Reduktase und D8-D7-Isomerase). Da viele andere Getreidefungizide wie Triazole nur an einer einzigen Stelle ansetzen, eignet sich Leander hervorragend als Mischungspartner, um das Risiko von Wirkungsverlusten zu minimieren und die Wirksamkeit deines gesamten Spritzprogramms zu sichern.

Welche Kulturen darf ich mit Leander behandeln?

Das Pflanzenschutzmittel ist offiziell für den Einsatz in Weizen (Triticum aestivum), Gerste (Hordeum vulgare) und Triticale zugelassen. Achte darauf, die Anwendung genau auf diese Kulturen abzustimmen und die registrierte Aufwandmenge von 0,75 l/ha einzuhalten.

Wie verhält sich Leander bei kühleren Temperaturen im Frühjahr?

Fenpropidin besitzt eine hervorragende Systemik und eine ausgeprägte Dampfphase, wodurch es auch bei mäßigen Frühjahrstemperaturen bereits eine zuverlässige Wirkung zeigt. Dennoch solltest du für eine optimale Wirkstoffaufnahme extreme Nachtfröste direkt nach der Spritzung vermeiden und nur auf abgetrocknete Bestände applizieren.