Leander
Leander ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von ADAMA Deutschland GmbH, das speziell für den gezielten Schutz von Getreidekulturen gegen Echten Mehltau (Erysiphe graminis) entwickelt wurde. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und exzellente Verteilung in der Kultur aus. Es ist für den Einsatz in Weizen, Gerste und Triticale registriert.
Dank des bewährten Wirkstoffs Fenpropidin bietet Leander sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Pflanzenschutz, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck im Frühjahr und Frühsommer. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit.
Durch die gezielte Behandlung im BBCH-Bereich des Schossens bis zum Ährenschieben sichert das Produkt die ertragsbildenden oberen Blattetagen und die Ähre. Dies trägt maßgeblich zur Ertragssicherung und zur Erhaltung der Kornqualität bei.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Leander enthaltene Wirkstoff Fenpropidin gehört zur chemischen Gruppe der Piperidine (FRAC-Gruppe 5, auch bekannt als Amine). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Sterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze. Genauer gesagt blockiert Fenpropidin zwei Schlüsselenzyme im Syntheseweg des Ergosterols: die C14-Demethylase-Reduktase und die C8-C7-Isomerase. Dieser duale Angriffspunkt unterscheidet die Amine von den klassischen Triazolen (FRAC-Gruppe 3), die nur ein Enzym blockieren. Durch den Mangel an Ergosterol wird die Membranstruktur des Schaderregers instabil, was zu einem schnellen Absterben der Pilzzellen führt. Die ausgeprägte Dampfphase (Gasphase) von Fenpropidin sorgt zudem dafür, dass auch unbehandelte oder schwer erreichbare Pflanzenteile in dichten Beständen geschützt werden.
Resistenzmanagement
Da Fenpropidin (FRAC-Gruppe 5) einen anderen Wirkungsmechanismus als Triazole (DMI) oder Carboxamide (SDHI) aufweist, ist Leander ein hervorragendes Werkzeug für das Antiresistenzmanagement. Um das Risiko einer Resistenzbildung beim Echten Mehltau zu minimieren, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt oder als Kombinationspartner in Tankmischungen verwendet werden. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppe zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Leander zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und anderen Fungiziden aus. Bei Tankmischungen mit Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat-Chlorid oder Trinexapac-ethyl) ist jedoch auf die Vitalität der Kultur und die Witterungsbedingungen zu achten, um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden. Es wird empfohlen, stets ausreichend Wasser (mindestens 200 l/ha) zu verwenden, um eine gleichmäßige Benetzung zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mengen sollte ein einfacher Mischungstest in einem kleinen Gefäß durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Leander ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da der Wirkstoff Fenpropidin als giftig für Wasserorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, vermieden werden, um jegliches Risiko zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Leander gegen Echten Mehltau?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 41 (Scheiden des Fahnenblattes geöffnet) und 55 (Mitte des Ähren-/Rispenschiebens). Eine Behandlung sollte idealerweise bei den ersten sichtbaren Symptomen des Mehltaubefalls erfolgen, um eine Ausbreitung auf die oberen Blattetagen effektiv zu verhindern.
Warum ist die Dampfphase (Gasphase) von Fenpropidin in dichten Getreidebeständen so wichtig?
Fenpropidin besitzt einen relativ hohen Dampfdruck. Nach der Applikation verdampft ein Teil des Wirkstoffs minimal und verteilt sich als Gas im Mikroklima des Bestandes. Dadurch werden auch Blätter und Stängelabschnitte geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, was besonders in dichten, weit entwickelten Beständen von großem Vorteil ist.
Kann Leander bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, einer der großen Vorteile von Fenpropidin ist seine hervorragende Wirksamkeit bereits bei niedrigen Temperaturen (ab ca. 5 °C). Im Gegensatz zu einigen Triazolen, die Wärme für eine optimale Wirkung benötigen, stoppt Leander den Mehltau auch in kühlen Frühjahrsphasen zuverlässig.
Wie integriere ich Leander am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?
Da Leander zur FRAC-Gruppe 5 gehört, sollte es idealerweise im Wechsel mit Fungiziden aus den Gruppen der Triazole (FRAC 3), Strobilurine (FRAC 11) oder SDHIs (FRAC 7) eingesetzt werden. Vermeiden Sie aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von Aminen in derselben Saison.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte oder Wasserqualität bei der Anwendung von Leander?
Leander ist formulierungsseitig sehr stabil und unempfindlich gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserqualität. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Wasseraufbereiters die physikalische Stabilität der Tankmischung, insbesondere in Kombination mit Mikronährstoffen, verbessern.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau für meine Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweizen) und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger "Echter Mehltau (Erysiphe graminis)", um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.