Alle Mittel
Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Lentipur 700

BVL Zul.-Nr. 043753-00

Lentipur 700 ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid-Konzentrat (Suspensionskonzentrat, SC) zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Wintergetreidekulturen. Als Klassiker im Herbst- und zeitigen Frühjahrseinsatz bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für saubere Bestände in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale.

Der Wirkstoff Chlortoluron zeichnet sich durch eine hervorragende Boden- und Blattwirkung aus. Dadurch erfasst das Pflanzenschutzmittel sowohl bereits aufgelaufene Unkräuter und Ungräser als auch nachkeimende Schaderreger über einen längeren Zeitraum. Besonders im Fokus stehen dabei wirtschaftlich bedeutende Ungräser wie der Acker-Fuchsschwanz und der Gemeine Windhalm sowie ein breites Spektrum einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter.

Durch seine flexible Anwendung im Nachauflauf vom Keimblattstadium bis zum Ende der Bestockung (BBCH 10 bis 29) lässt sich Lentipur 700 optimal in das herbstliche Arbeitsfenster integrieren. Die flüssige Formulierung sorgt für eine einfache Dosierung, hervorragende Mischbarkeit und eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche.

Wirkstoffe

Chlortoluron
700 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lentipur 700 enthaltene Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (ehemals C2) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Transportsystems. Genauer gesagt blockiert der Wirkstoff die Elektronenübertragung am Photosystem II, indem er an die QB-Bindungsstelle des D1-Proteins bindet. Dies führt zu einer Unterbrechung der CO2-Fixierung und löst eine Kettenreaktion aus, die zur Bildung schädlicher Sauerstoffradikale und letztlich zur Zerstörung der Zellmembranen (Photooxidation) führt. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden und auflaufenden Schaderreger, sekundär aber auch über die Blätter bereits grüner Unkräuter. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Erste Symptome zeigen sich als Chlorosen an den Blatträndern und -spitzen, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Schadpflanzen. Für eine optimale Bodenwirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung entscheidend.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, solltest du Lentipur 700 stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von Photosystem-II-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 5) auf derselben Fläche. Ein gezielter Wirkstoffwechsel mit Partnern aus anderen HRAC-Klassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Bodenbearbeitung sichern die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lentipur 700 ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Herbstherbiziden, Bodenpartnern und flüssigen Düngemitteln mischbar. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Die Zugabe von speziellen Additiven ist meist nicht erforderlich, kann aber in Absprache mit der Fachberatung bei schwierigen Bedingungen erwogen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lentipur 700 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, konsequent vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu verhindern, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Lentipur 700 im Herbst?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kultur (ab BBCH 10 bis 13), wenn die Schaderreger gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt nutzen die Unkräuter die Bodenfeuchtigkeit optimal aus, was die Wirkstoffaufnahme über die Wurzeln maximiert.

Warum spielt die Bodenfeuchtigkeit eine so große Rolle für die Wirkung?

Da Chlortoluron hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen wird, muss der Wirkstoff im Bodenwasser gelöst sein, um an die Wurzeln der Keimlinge zu gelangen. Auf sehr trockenen Böden ist die Wirkung vermindert; ideal sind daher feuchte Bodenverhältnisse oder leichter Regen kurz nach der Behandlung.

Kann ich Lentipur 700 auf allen Weizensorten uneingeschränkt einsetzen?

Nein, bei Chlortoluron gibt es bekannte Sortenunverträglichkeiten bei Winterweichweizen (sogenannte chlortoluron-sensitive Sorten). Du solltest vor der Anwendung unbedingt die aktuelle Sortenliste des Herstellers oder der offiziellen Beratung prüfen, um Schäden an deiner Kultur zu vermeiden.

Wie verhalte ich mich, wenn nach der Anwendung Frost vorhergesagt ist?

Vermeide Spritzungen, wenn Nachtfröste drohen oder die Kultur durch Frost, Staunässe oder Trockenheit gestresst ist. Die Kultur verträgt den Wirkstoff am besten, wenn sie sich im aktiven Wachstum befindet; Frost direkt nach der Behandlung kann zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumshemmungen führen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech passende Mischpartner für Lentipur 700?

Du kannst im Hub gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für deine Kultur (z. B. Winterweichweizen) suchen und die Filter für Wirkstoffklassen nutzen. So findest du schnell geeignete Kombinationspartner mit anderen Wirkmechanismen, um dein Resistenzmanagement im Herbst zu optimieren.

Was muss ich bei der Anwendung bezüglich des BBCH-Stadiums beachten?

Die Zulassung erlaubt Anwendungen im Bereich von BBCH 10 (Auflaufen des ersten Blattes) bis BBCH 29 (Ende der Bestockung). Achte darauf, diesen Rahmen nicht zu überschreiten, da spätere Behandlungen die Kultur schädigen können und die Wirkung auf bereits zu stark entwickelte Unkräuter nachlässt.