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OTHER · QEMETICA Agricultural Solutions Poland

MCPA 500 Formgroup

BVL Zul.-Nr. 007176-60

MCPA 500 Formgroup ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern in Getreidekulturen sowie auf Wiesen und Weiden. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle und zuverlässige Aufnahme über das Blattwerk aus. Es stellt ein unverzichtbares Werkzeug im modernen Ackerbau und Grünlandmanagement dar, um den Ertrag und die Qualität der Ernteprodukte zu sichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender, zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen hartnäckige Arten wie den Kriechenden Hahnenfuß, Weiß-Klee und das Wiesen-Labkraut. Durch seine selektiven Eigenschaften schont es die Hauptkulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale, während unerwünschte Konkurrenten im Bestand effektiv ausgeschaltet werden.

Wirkstoffe

MCPA
612.41 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff MCPA gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist in die HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine) klassifiziert. Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Auxin (Indol-3-essigsäure) und greift tief in die hormonelle Steuerung der Zielpflanzen ein. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze verteilt, wobei er sich besonders in den wachstumsaktiven meristematischen Geweben anreichert. Dies führt bei empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Zellstreckungswachstum. Typische Symptome sind epinastische Verkrümmungen von Stängeln und Blättern, Gewebeaufplatzungen und eine gestörte Nährstoffleitung, was letztlich zum vollständigen Absterben der Unkräuter führt. Einkeimblättrige Kulturen wie Getreide und Gräser besitzen die Fähigkeit, den Wirkstoff rasch enzymatisch abzubauen, wodurch sie vollständig geschont werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte MCPA 500 Formgroup stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) integriert werden. Da MCPA der HRAC-Gruppe 4 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren) einzusetzen. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, mechanische Unkrautregulierung und die Förderung der Konkurrenzkraft der Kulturen die langfristige Wirksamkeit dieses Wirkmechanismus.

Mischbarkeit & Tankmischung

MCPA 500 Formgroup zeigt sich im Allgemeinen gut verträglich mit einer Vielzahl von gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen. Extrem hartes Wasser oder sehr niedrige Wassertemperaturen können die Löslichkeit beeinträchtigen, weshalb auf eine gute Wasserqualität geachtet werden sollte.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MCPA 500 Formgroup ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen sowie die spezifischen Pufferzonen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes nicht in den aktiven Bienenflug am Tag appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter20–291.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter20–391.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter20–391.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter20–291.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter20–391.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter20–291.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter20–391.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter20–291.5 LITER_PER_HECTARE
KernobstWeiß-Klee2 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenWiesen-Labkraut, Kriechender Hahnenfuß19–372 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit MCPA 500 Formgroup im Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr während der aktiven Wachstumsphase der Unkräuter, idealerweise ab dem Bestockungsende bis zum Erscheinen des letzten Blattes der Getreidekultur (BBCH-Stadium 19 bis 39). Zu diesem Zeitpunkt sind die Schaderreger noch jung und wüchsig, was die systemische Aufnahme des Wirkstoffs maximiert.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirksamkeit dieses Wuchsstoffherbizids?

Da MCPA ein Wuchsstoff ist, benötigt es für eine optimale Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in den Unkräutern. Die Temperaturen sollten während und nach der Applikation idealerweise zwischen 12 °C und 20 °C liegen. Bei Temperaturen unter 10 °C oder extremer Hitze und Trockenheit verlangsamt sich die Wirkung deutlich, und das Risiko von Kulturschäden steigt.

Darf das behandelte Grünland nach der Anwendung sofort wieder beweidet werden?

Nein, nach der Behandlung von Wiesen und Weiden muss eine strikte Wartezeit von 28 Tagen eingehalten werden, bevor die Flächen wieder beweidet oder für die Futtergewinnung (Schnitt) genutzt werden dürfen. Dies stellt sicher, dass keine Wirkstoffrückstände in die Nahrungskette von Nutztieren gelangen.

Warum ist die Bekämpfung des Kriechenden Hahnenfusses auf Weiden mit MCPA besonders wichtig?

Der Kriechende Hahnenfuß enthält Protoanemonin, einen für Weidetiere giftigen Inhaltsstoff, der im frischen Zustand Magen-Darm-Reizungen hervorrufen kann. Eine gezielte Bekämpfung mit MCPA im Frühjahr reinigt die Weidefläche nachhaltig und verbessert die Futterqualität, da getrocknetes Heu den Giftstoff zwar verliert, frischer Aufwuchs jedoch gemieden wird.

Kann MCPA 500 Formgroup auch bei Frostgefahr eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei Frost oder drohenden Nachtfrösten wird dringend abgeraten. Frost blockiert den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze und schwächt die Selektivität der Kultur, was zu erheblichen phytotoxischen Schäden am Getreide führen kann.

Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Spritzung?

MCPA benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Es sollte eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Applikation gewährleistet sein, um ein Abwaschen des Wirkstoffs zu verhindern und die volle biologische Wirksamkeit abzusichern.