Melody Combi
Melody Combi ist ein bewährtes, kombiniertes Fungizid zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten im Wein- und Tabakbau. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, vereint dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz der Kulturen zu gewährleisten. Es hat sich im professionellen Anbau fest etabliert, um Ertrag und Qualität auch unter hohem Infektionsdruck abzusichern.
Das Wirkungsspektrum umfasst im Weinbau primär den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola), den Roten Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) sowie die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola). Im Tabakbau bietet das Mittel einen hervorragenden Schutz gegen den gefürchteten Blauschimmel (Peronospora tabacina). Durch diese breite Zulassung deckt Melody Combi kritische Schaderreger ab, die ohne gezielte Behandlungen zu massiven Ertragsausfällen führen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Schutzwirkung von Melody Combi basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der systemische Wirkstoff Iprovalicarb gehört zur Gruppe der Carbonsäureamide (CAA-Fungizide, FRAC-Gruppe 40). Er greift gezielt in die Phospholipid-Biosynthese und den Zellwandaufbau der Oomyceten ein. Iprovalicarb zeichnet sich durch eine schnelle Penetration in das Pflanzengewebe aus, verteilt sich dort translaminar sowie systemisch und stoppt das Myzelwachstum sowie die Sporenbildung des Schaderregers auch nach einer bereits erfolgten Infektion. Ergänzt wird dies durch den Kontaktwirkstoff Folpet (FRAC-Gruppe M04), der als Multi-Site-Inhibitor an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen ansetzt. Folpet bildet einen schützenden Belag auf der Oberfläche der Kultur und verhindert das Keimen der Sporen. Durch diesen unspezifischen Angriffsmechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Folpet äußerst gering, was die Wirkstoffkombination besonders stabil macht.
Resistenzmanagement
Um die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels langfristig zu sichern, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Iprovalicarb der FRAC-Gruppe 40 angehört, besteht bei wiederholter Alleinanwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Stämme, insbesondere beim Falschen Mehltau. Die Kombination mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet minimiert dieses Risiko bereits erheblich. Dennoch solltest du Melody Combi im Rahmen einer Spritzfolge abwechselnd mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen und die maximale Anzahl an empfohlenen Anwendungen pro Saison nicht überschreiten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Melody Combi zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Insektiziden, Flüssigdüngern und anderen Fungiziden, die im Wein- und Tabakbau üblich sind. Bei Mischungen mit sauren Komponenten oder bestimmten Netzmitteln ist jedoch Vorsicht geboten; führe im Zweifel immer eine kleine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durch. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine homogene Benetzung aller Pflanzenteile zu garantieren, und vermeide das Ansetzen von Spritzbrühen mit extrem harten oder sehr sauren Wässern, um die Stabilität der Formulierung nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Melody Combi ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften in angrenzende Biotope und Oberflächengewässer strikt zu vermeiden; nutze hierzu verlustmindernde Technik. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Behandlungen nicht in blühende Kulturen oder auf von Bienen beflogene Unkräuter ausbringen und die Applikation bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Tabak | Blauschimmel (Peronospora tabacina) | 0–12 | 3.3 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Tabak | Blauschimmel (Peronospora tabacina) | 12–99 | 200 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 13–61 | 0.55 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 15–85 | 0.55 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 7–61 | 0.55 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung gegen Falschen Mehltau im Weinbau?
Du solltest die erste Behandlung vorbeugend vor den ersten Infektionsbedingungen durchführen, meist ab dem BBCH-Stadium 12 bis 15 (Blattentwicklung), sobald die Temperaturen und Niederschläge Primärinfektionen begünstigen. Melody Combi schützt durch seine systemische Komponente auch den Neuzuwachs in dieser kritischen Phase.
Kann ich Melody Combi auch nach einem bereits erfolgten Infektionsereignis einsetzen?
Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Iprovalicarb besitzt das Mittel eine kurative Wirkung und kann beginnende, noch nicht sichtbare Infektionen stoppen. Bei bereits stark ausgeprägtem, visuell sichtbarem Befall (Sporulation) ist die Wirkung jedoch begrenzt; hier solltest du primär auf eine Schadensbegrenzung abzielen und die Behandlung nicht als alleinige Maßnahme verstehen.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Niederschlägen kurz nach der Anwendung?
Der Wirkstoff Iprovalicarb dringt sehr rasch in das Pflanzengewebe ein, was dem Produkt eine gute Regenfestigkeit verleiht. Dennoch sollte die Spritzbrühe vor dem nächsten Regen vollständig angetrocknet sein (ca. 2 Stunden), damit auch der Kontaktwirkstoff Folpet einen stabilen Schutzfilm auf der Blattoberfläche bilden kann.
Warum ist die Kombination aus Folpet und Iprovalicarb so wertvoll für dein Resistenzmanagement?
Diese Kombination bietet dir ein eingebautes Resistenzmanagement. Während Iprovalicarb gezielt und systemisch tief im Pilzgewebe wirkt, blockiert Folpet als Kontaktwirkstoff mit Multi-Site-Aktivität die Sporenkeimung auf der Blattoberfläche an mehreren Stellen gleichzeitig, wodurch die Entstehung resistenter Pilzstämme effektiv verhindert wird.
Was musst du bei der Anwendung im Tabakbau gegen Blauschimmel beachten?
Achte im Tabakbau auf eine lückenlose Benetzung der Blattunterseiten, da sich der Blauschimmel bevorzugt dort ansiedelt. Die Behandlung sollte frühzeitig bei Infektionsgefahr oder nach dem Aufruf des Warndienstes gestartet werden, um die jungen Kulturen von Anfang an systemisch zu schützen.