MEPISHA
MEPISHA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung in wichtigen Getreidekulturen wie Wintergerste, Sommergerste und Winterweizen. Als flüssige Formulierung konzipiert, unterstützt das Produkt Landwirte gezielt dabei, die Standfestigkeit ihrer Bestände in intensiven Anbausystemen zu sichern. Durch den gezielten Eingriff in den Hormonhaushalt der Kultur wird das Risiko von Lagerbildung effektiv minimiert.
Die Anwendung von MEPISHA führt zu einer kontrollierten Halmverkürzung und Halmfestigung während der entscheidenden Schossphase. Ein stabiler, aufrechter Bestand erleichtert nicht nur die spätere Ernte und steigert die Druschleistung, sondern sichert auch die Kornqualität, indem er das Risiko von bodennaher Feuchtigkeit und daraus resultierenden Pilzinfektionen deutlich reduziert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der im Pflanzenschutzmittel enthaltene Wirkstoff Mepiquat greift gezielt in die Biosynthese der Gibberelline ein. Gibberelline sind pflanzeneigene Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch die Blockade früher Schritte dieses Synthesewegs wird die Zellstreckung in den sich entwickelnden Internoden gehemmt. Als Resultat dieser biochemischen Regulation wachsen die behandelten Kulturen kompakter. Die einzelnen Halmglieder bleiben kürzer, während gleichzeitig die Halmwandstärke zunimmt. Diese strukturelle Festigung verleiht der Kultur eine deutlich höhere mechanische Belastbarkeit gegen Wind und Starkregen.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Mepiquat um einen Wachstumsregler handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung im Vergleich zu Fungiziden oder Herbiziden als äußerst gering einzustufen. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Bestandsmanagement eine vorausschauende Kulturführung. Die Aufwandmenge sollte stets an die Bodenfeuchte, die Stickstoffversorgung und die sortenspezifische Lagerneigung angepasst werden. Die Integration pflanzenbaulicher Maßnahmen, wie die Wahl standfester Sorten und eine ausgewogene Düngung, sichert langfristig den optimalen Nutzen des Mittels.
Mischbarkeit & Tankmischung
MEPISHA zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) aus, die typischerweise im BBCH-Stadium 31–39 appliziert werden. Bei Mischungen mit anderen Wachstumsreglern ist jedoch Vorsicht geboten, da sich die einkürzenden Effekte potenzieren können. Für eine gleichmäßige Benetzung wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Anwendungen sollten generell nicht bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Ausbringung von MEPISHA sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens geeigneter Schutzkleidung und Handschuhe bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vorgegebenen Abstandsflächen und gegebenenfalls abdriftmindernde Düsen zu berücksichtigen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterbestand vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Halmverkürzung, Halmfestigung, Standfestigkeit | 31–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmverkürzung, Halmfestigung, Standfestigkeit | 31–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmverkürzung, Halmfestigung, Standfestigkeit | 31–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von MEPISHA?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39, also vom Beginn des Schossens (1. Knotenstadium) bis zum Erscheinen des Fahnenblattes. Die Behandlung sollte bei wüchsigem Wetter durchgeführt werden, wenn die Kultur aktiv wächst, um eine optimale Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs im Halm zu gewährleisten.
Kann MEPISHA bei Trockenheit oder extremen Temperaturen eingesetzt werden?
Nein, von einer Anwendung unter extremen Bedingungen wie anhaltender Trockenheit, Frostgefahr oder Temperaturen über 25 °C wird dringend abgeraten. Stresssituationen schränken den Stoffwechsel der Kultur ein, was zu unzureichender Wirkung oder unerwünschten phytotoxischen Reaktionen führen kann.
Welche Vorteile bietet die Halmverkürzung mit MEPISHA für die Ernte?
Durch die gezielte Einkürzung der Internoden und die Festigung der Halmbasis wird das Risiko von Lagergetreide signifikant minimiert. Aufrecht stehende Bestände lassen sich schneller und gleichmäßiger dreschen, weisen geringere Ernteverluste auf und neigen weniger zu Qualitätsminderungen wie Auswuchs oder Mykotoxinbelastung.
Wie beeinflusst MEPISHA das Wurzelwachstum der Kulturen?
Neben der oberirdischen Halmverkürzung bewirkt die Hemmung der Gibberellinsynthese häufig eine verbesserte Assimilatallokation in das Wurzelsystem. Dies fördert ein tieferes und dichteres Wurzelwachstum, wodurch die Kultur widerstandsfähiger gegen Trockenstress wird und Nährstoffe effizienter aufnehmen kann.
Ist eine Kombination von MEPISHA mit Fungiziden in einer Tankmischung sinnvoll?
Ja, Mischungen mit Fungiziden im Schossstadium sind in der Praxis üblich und arbeitswirtschaftlich sinnvoll. Die Kombination schützt die eingekürzte, vitalere Kultur gleichzeitig vor frühen Blattkrankheiten. Es sollte jedoch stets vorab die physikalische Mischbarkeit geprüft und die Gebrauchsanleitung beider Produkte beachtet werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Standfestigkeit?
Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach der Indikation „Standfestigkeit“, „Halmverkürzung“ oder „Halmfestigung“ in den Kulturen Wintergerste, Sommergerste oder Winterweizen zu suchen. Sie können die Ergebnisse zudem nach Wirkstoffen oder Herstellern sortieren.