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Metafol SC

BVL Zul.-Nr. 005338-60

Metafol SC ist ein hochselektives Herbizid zur zuverlässigen Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Einjährigem Rispengras in Rübenkulturen (Zuckerrübe und Futterrübe). Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren, löst sich klumpenfrei auf und verteilt sich gleichmäßig im Spritztank. Es bildet das bewährte Fundament für unkrautfreie Rübenbestände von der Aussaat bis zum Reihenschluss.

Durch den Wirkstoff Metamitron bietet Metafol SC eine herausragende Kulturverträglichkeit, was besonders in den sensiblen frühen BBCH-Stadien der Rüben von entscheidender Bedeutung ist. Die Flexibilität in der Anwendung – sowohl im Vorauflauf als auch im frühen Nachauflauf – macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, bedarfsgerechten Spritzfolgen.

Das Wirkungsspektrum erfasst wichtige Leitunkräuter im Rübenanbau im Keimblattstadium. Dank der Kombination aus ausgeprägter Bodenwirkung und ergänzender Blattwirkung werden bereits aufgelaufene Schaderreger erfasst und gleichzeitig das Auflaufen nachfolgender Unkrautwellen über einen längeren Zeitraum effektiv unterbunden.

Wirkstoffe

Metamitron
700 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Metamitron gehört zur chemischen Gruppe der Triazinone und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (früher C1) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Elektronentransports im Photosystem II (PS II). Metamitron besetzt die Plastochinon-Bindungsstelle im D1-Protein der Thylakoidmembran, wodurch der Elektronentransport blockiert wird. Dies führt zu einer Unterbrechung der CO2-Fixierung und zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, die letztlich die Zellmembranen zerstören und das Absterben der Unkräuter herbeiführen. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter der Schaderreger. Nach der Wurzelaufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Die beste Wirkung wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden und ausreichend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist, um die Wurzelaufnahme zu aktivieren.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern vorzubeugen, solltest du Metafol SC stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel oder die Kombination von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Spritzfolge. Da Metamitron der HRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich die Kombination mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC 15 oder HRAC 4), um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs auf deinem Standort zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Metafol SC zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit anderen rübenspezifischen Herbiziden sowie mit gängigen Additiven (z. B. Ölen) zur Wirkungsintensivierung aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen ausbringen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität, vermeide extreme Spritztemperaturen und rühre die Brühe während der Fahrt und bei Standzeiten kontinuierlich um, um Entmischungen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Metafol SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Einstufung zur Bienengefährlichkeit im Datensatz vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu verhindern, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FutterrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–192 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–192 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie optimierst du die Bodenwirkung von Metafol SC bei trockener Witterung?

Bei anhaltender Trockenheit ist die Wirkstoffaufnahme über die Wurzel eingeschränkt. Du solltest die Anwendung idealerweise in die frühen Morgenstunden verlegen, wenn Tau liegt, oder kurz vor angekündigten Niederschlägen spritzen. Eine feine Tropfenapplikation und der Zusatz eines geeigneten Additivs können helfen, die Blattaufnahme der bereits aufgelaufenen Unkräuter zu maximieren.

Warum ist das BBCH-Stadium der Unkräuter wichtiger als das der Rübe?

Die beste Wirkung erzielt Metafol SC, wenn sich die Schaderreger im Keimblattstadium befinden. Je weiter die Unkräuter entwickelt sind, desto schwieriger wird die Bekämpfung. Da Rüben eine hervorragende Toleranz gegenüber Metamitron aufweisen, solltest du dich bei der Terminierung primär nach dem Auflauf und der Größe der Unkräuter richten, um den optimalen Bekämpfungserfolg zu sichern.

Kannst du Metafol SC in einer klassischen Spritzfolge (NAK) einsetzen?

Ja, das Pflanzenschutzmittel ist ein idealer Grundbaustein für Nachauflauf-Spritzfolgen (NAK 1 bis NAK 3). Durch die Kombination mit Partnern wie Phenmedipham und Ethofumesat in reduzierten Aufwandmengen pro Durchgang kannst du die Unkrautwellen flexibel und kulturverträglich über die gesamte Auflaufperiode hinweg kontrollieren.

Was musst du bei der Anwendung auf sehr leichten oder humosen Böden beachten?

Auf sehr leichten Sandböden besteht bei Starkregen das Risiko, dass der Wirkstoff in tiefere Bodenschichten verlagert wird. Auf sehr humosen Böden hingegen wird Metamitron stark an die Bodenmatrix gebunden, was die Bodenwirkung abschwächt. In beiden Fällen solltest du die Spritzfolge eng anpassen und dich primär auf die Blattwirkung im frühen Keimblattstadium der Unkräuter verlassen.

Wie verhältst du dich, wenn nach der Anwendung Frost vorhergesagt ist?

Obwohl Metafol SC als sehr kulturverträglich gilt, solltest du Behandlungen vermeiden, wenn unmittelbar danach Nachtfröste oder extreme Temperaturschwankungen drohen. Die Wachsschicht der Rüben ist unter solchen Stressbedingungen geschwächt, was vorübergehend zu leichten Chlorosen oder Wachstumsverzögerungen führen kann. Warte lieber, bis sich das Wetter stabilisiert hat.