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OTHER · Nichino Europe Co. Ltd.

Moncut

BVL Zul.-Nr. 00A560-00

Moncut ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Rhizoctonia solani (Wurzeltöterkrankheit) im Kartoffelanbau. Als flüssiges Formulierungskonzentrat basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Flutolanil, der sich durch eine hervorragende Haftung auf der Knolle und eine langanhaltende Schutzwirkung auszeichnet. Das Mittel schützt die auflaufende Kultur in der kritischen frühen Wachstumsphase vor Trieb- und Stolonenbefall.

Durch die gezielte Ausschaltung des Schaderregers sichert Moncut einen gleichmäßigen Feldaufgang und legt den Grundstein für homogene Bestände. Dies ist besonders wichtig für die Erzeugung von Pflanzgut sowie für den Speise- und Industriekartoffelanbau, wo Knollenqualität und Sortierung eine entscheidende Rolle spielen.

Wirkstoffe

Flutolanil
460 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Flutolanil gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Die biochemische Wirkung beruht auf der selektiven Hemmung des Enzymkomplexes II (Succinat-Dehydrogenase) in der Atmungskette der Pilzzellen. Dies führt zu einem schnellen Erliegen des Energiestoffwechsels und stoppt das Wachstum des Myzels von Rhizoctonia solani. Flutolanil besitzt systemische Eigenschaften und wird von den Wurzeln und Trieben der jungen Kultur aufgenommen. Dadurch bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl einen präventiven Schutz vor bodenbürtigen Infektionen als auch eine kurative Wirkung gegen latenten Befall auf der Mutterknolle.

Resistenzmanagement

Da Flutolanil der FRAC-Gruppe 7 (SDHI) angehört, besteht ein inhärentes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen beim Schaderreger. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte Moncut streng nach den Richtlinien des Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies bedeutet in der Praxis eine Beschränkung auf maximal eine Anwendung pro Saison und Kultur. Zudem sollten im weiteren Verlauf der Fruchtfolge oder bei Folgekulturen Fungizide mit anderen Wirkmechanismen bevorzugt werden, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung im Zuge der Legung (Furchenbehandlung) ist Moncut grundsätzlich gut mit gängigen flüssigen Starterdüngern und anderen für diese Applikationstechnologie zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Verteilung und Haftung sollte auf eine präzise Düseneinstellung an der Legemaschine und eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Moncut ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und Handhabung des Pflanzgutes, obligatorisch. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, wodurch ein flexibler Einsatz möglich ist. Dennoch müssen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelRhizoctonia solani0–30.8 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRhizoctonia solani0–166 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRhizoctonia solani0–166 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Wirkung von Moncut bei der Knollenbehandlung im Vergleich zur Furchenbehandlung?

Bei der Knollenbehandlung (Beizung) wird der Wirkstoff direkt auf der Schale platziert, was einen exzellenten Schutz gegen knollenbürtiges Inokulum (Sklerotien) bietet. Die Furchenbehandlung hingegen schützt zusätzlich den umgebenden Bodenbereich, wodurch auch bodenbürtige Infektionen der auflaufenden Triebe und Stolonen effektiv unterbunden werden.

Bis zu welchem BBCH-Stadium kann Moncut in der Praxis angewendet werden?

Die Zulassung von Moncut erstreckt sich von BBCH 00 (unbehandeltes Pflanzgut) bis BBCH 16 (6. Laubblatt am Haupttrieb entfaltet). In der landwirtschaftlichen Praxis erfolgt die Anwendung jedoch fast ausschließlich direkt beim Legen der Kartoffeln, um den Schutz von Anfang an zu gewährleisten.

Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen unterstützen die Wirkung von Moncut gegen Rhizoctonia?

Neben der chemischen Behandlung mit Moncut fördern das Legen in gut erwärmten, abgetrockneten Boden sowie eine flache Bedeckung ein schnelles Auflaufen der Kultur. Dies verkürzt die Phase, in der die jungen Triebe besonders anfällig für den Schaderreger sind.

Ist bei der Anwendung von Moncut eine Wartezeit bis zur Ernte einzuhalten?

Für Moncut ist aufgrund der sehr frühen Anwendung beim Legen oder als Beizmittel keine spezifische Wartezeit in Tagen vorgeschrieben. Die Wartezeit ist durch die zugelassenen Anwendungsbedingungen und den frühen Applikationszeitpunkt abgedeckt.

Kann Moncut auch bei bereits vorgekeimten Kartoffeln angewendet werden?

Ja, eine Anwendung ist möglich, erfordert jedoch besondere Vorsicht. Bei der flüssigen Beizung auf der Legemaschine muss darauf geachtet werden, dass die empfindlichen Keime nicht mechanisch beschädigt werden. Eine schonende Applikationstechnik ist hierbei zwingend erforderlich.