NEU 1186 M
NEU 1186 M ist ein hochwirksames, modern formuliertes Schneckenköder-Präparat (Schneckenkorn) auf Basis des bewährten Wirkstoffs Eisen-III-phosphat. Entwickelt von der W. Neudorff GmbH KG, bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz für verschiedene landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen gegen Fraßschäden durch Nacktschnecken. Die Köderformulierung zeichnet sich durch eine extrem hohe Regen- und Schimmelbeständigkeit aus, was eine langanhaltende Attraktivität für die Schaderreger selbst unter feuchten, für Schnecken optimalen Bedingungen garantiert.
Als umweltschonende Alternative zu klassischen metalldehydhaltigen Produkten hat sich NEU 1186 M fest im integrierten sowie im ökologischen Landbau etabliert. Die anwendungsfertigen Köderpellets lassen sich präzise und gleichmäßig mit handelsüblichen Düngerstreuern oder per Hand ausbringen, um einen lückenlosen Schutzteppich in den gefährdeten Kulturen zu etablieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Eisen-III-phosphat (auch bekannt als Eisen(III)-orthophosphat) wirkt spezifisch auf den Kropf- und Mitteldarmtrakt der Nacktschnecken. Nach der Aufnahme des Köders führt der Wirkstoff zu schnellen zellulären Veränderungen im Verdauungssystem der Schaderreger, was einen sofortigen Fraßstopp zur Folge hat. Die betroffenen Schnecken ziehen sich in ihre unterirdischen Verstecke im Boden zurück, wo sie schließlich schmerzfrei verenden. Ein entscheidender Vorteil dieses Wirkungsmechanismus ist, dass die Schnecken nach der Köderaufnahme nicht vermehrt schleimen. Dadurch bleiben unästhetische Schleimspuren auf den Kulturen aus, und die Schaderreger verenden unsichtbar im Boden, was auch die Gefahr von Sekundärinfektionen minimiert. Da Eisen und Phosphat natürliche Bodenbestandteile sind, hinterlässt der Wirkstoff nach dem biologischen Abbau wertvolle Pflanzennährstoffe im Boden.
Resistenzmanagement
Für den Wirkstoff Eisen-III-phosphat sind bislang keine Resistenzen bei Nacktschnecken bekannt. Da es sich um einen rein physikalisch-biochemischen Wirkungsmechanismus im Verdauungstrakt handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung als äußerst gering einzustufen. Dennoch empfiehlt sich im Sinne eines nachhaltigen Pflanzenschutzes eine Kombination mit kulturtechnischen Maßnahmen, wie einer feinkrümeligen Bodenbearbeitung zur Zerstörung von Schnecken-Gelegen und der Vermeidung von Staunässe, um den Populationsdruck der Schaderreger von vornherein zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei NEU 1186 M um ein festes, anwendungsfertiges Ködergranulat handelt, erfolgt die Ausbringung ausschließlich trocken als Streuverfahren. Eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern in der Spritze ist daher ausgeschlossen und technisch nicht vorgesehen. Das Produkt kann jedoch zeitnah oder zeitgleich mit anderen Pflanzenschutzmaßnahmen kombiniert werden, sofern die Ausbringungstechnik getrennt erfolgt. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass die Köder nicht durch nachfolgende mechanische Bodenbearbeitung verschüttet werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
NEU 1186 M zeichnet sich durch ein hervorragendes Ökotoxizitätsprofil aus. Der Wirkstoff Eisen-III-phosphat ist schonend für Nützlinge wie Laufkäfer, Spinnen und Regenwürmer. Auch für Haustiere, Vögel, Igel und andere Wildtiere besteht bei sachgemäßer Anwendung keine Gefahr, da der Wirkstoff im Vergleich zu Metalldehyd keine toxische Wirkung auf Warmblüter besitzt. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und unterliegt keinen strengen Gewässerabstandsauflagen, was eine flexible Anwendung bis an den Feldrand ermöglicht.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Obstkulturen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Gemüsekulturen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Gemüsekulturen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Obstkulturen | Nacktschnecken | — | 2.5 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ausbringung von NEU 1186 M?
Die Anwendung sollte idealerweise direkt bei den ersten Anzeichen von Schneckenbefall oder beginnendem Fraßschaden erfolgen. Da Nacktschnecken dämmerungs- und nachtaktiv sind, empfiehlt sich die Ausbringung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden, vorzugsweise auf feuchtem Boden, wenn die Schaderreger besonders aktiv auf Nahrungssuche gehen.
Wie verhält sich das Ködergranulat bei starkem oder anhaltendem Regen?
Die Pellets von NEU 1186 M sind dank einer speziellen Formulierungstechnologie extrem regen- und feuchtigkeitsstabil. Sie quellen bei Feuchtigkeit auf, ohne zu zerfallen, was sie für die Schnecken sogar noch attraktiver macht. Erst nach sehr langen, intensiven Niederschlagsperioden sollte die Köderdichte kontrolliert und bei Bedarf nachgestreut werden.
Warum sieht man nach der Anwendung keine toten Schnecken auf der Bodenoberfläche?
Der Wirkstoff Eisen-III-phosphat führt nach der Aufnahme zu einem sofortigen Fraßstopp. Die Schnecken verspüren kein Hungergefühl mehr, ziehen sich in ihre natürlichen Bodenverstecke zurück und verenden dort unsichtbar. Das Fehlen von Schleimspuren und sichtbaren Kadavern ist somit ein Zeichen für die typische, saubere Wirkungsweise des Produkts.
Kann NEU 1186 M auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden?
Ja, der Wirkstoff Eisen-III-phosphat ist für den ökologischen Landbau zugelassen. NEU 1186 M ist in der Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland gelistet und kann gemäß den Richtlinien der bekannten Bio-Anbauverbände uneingeschränkt zur Schneckenbekämpfung eingesetzt werden.
Wie sollte das Produkt auf der Fläche verteilt werden, um die beste Wirkung zu erzielen?
Das Schneckenkorn sollte gleichmäßig im Breitstreuverfahren über die gesamte zu schützende Kulturfläche ausgebracht werden. Eine punktuelle Haufenbildung ist unbedingt zu vermeiden, da dies die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Schnecken den Köder auf ihren Wanderwegen zufällig finden. Ein gleichmäßiger Streuteppich garantiert die höchste Erfassung der Schaderreger.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte?
Für NEU 1186 M ist in der Regel keine Wartezeit (PHI) vorgeschrieben, da der Wirkstoff Eisen-III-phosphat als unbedenklich eingestuft ist und keine Rückstände auf den Erntegütern hinterlässt. Die Kulturen können somit direkt nach der Anwendung geerntet und vermarktet werden, sofern die allgemeinen Hygienevorschriften eingehalten werden.