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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Orefa Delta M

BVL Zul.-Nr. 007874-60

Orefa Delta M ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums beißender und saugender Schaderreger. Formuliert als flüssiges Konzentrat basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Deltamethrin. Es zeichnet sich durch eine schnelle Anfangswirkung aus und schützt landwirtschaftliche Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schäden.

Das Einsatzspektrum umfasst wichtige Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Hafer sowie den Winterraps. Im Raps steht die Bekämpfung von ertragsrelevanten Schädlingen wie dem Rapsstängelrüssler, dem Gefleckten Kohltriebrüssler und dem Rapserdfloh im Vordergrund. Im Getreide bietet das Mittel einen hervorragenden Schutz gegen Getreidehähnchen sowie gegen Blattläuse, die als gefährliche Virusvektoren fungieren.

Dank seiner ausgeprägten Kontakt- und Fraßwirkung ist Orefa Delta M ein unverzichtbarer Baustein im integrierten Pflanzenschutz, um Populationsspitzen von Schaderregern schnell und effektiv zu brechen, sobald die wirtschaftlichen Schadensschwellen überschritten sind.

Wirkstoffe

Deltamethrin
25 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Orefa Delta M enthaltene Wirkstoff Deltamethrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (Typ II) und ist in die IRAC-Gruppe 3A eingestuft. Der Wirkmechanismus basiert auf einer Modulation der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs durch Kontakt oder Fraß bleiben diese Kanäle dauerhaft geöffnet. Dies führt zu einer unkontrollierten, kontinuierlichen Weiterleitung von Nervenimpulsen, was sich zunächst in extremer Hyperaktivität der Insekten äußert. Kurz darauf setzt eine vollständige Lähmung ein (sogenannter „Knock-down“-Effekt), die rasch zum Absterben der Schaderreger führt. Da der Wirkstoff nicht systemisch ist, ist eine direkte Benetzung der Zielorganismen bzw. der Fraßflächen für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielschädlingen – insbesondere bei intensiv bekämpften Arten wie dem Rapserdfloh oder dem Rapsstängelrüssler – vorzubeugen, muss Orefa Delta M strikt im Rahmen eines Wirkstoffwechsels eingesetzt werden. Anwendungen von Pyrethroiden (IRAC-Gruppe 3A) sollten pro Saison begrenzt und mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. IRAC-Gruppe 4 oder 9) abgewechselt werden. Zudem sollten Behandlungen konsequent an den offiziellen Schadensschwellen ausgerichtet werden, um unnötigen Selektionsdruck zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Orefa Delta M ist im Allgemeinen gut kompatibel mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern. Vor der Ansetzung größerer Mischungen wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprobe in einem separaten Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen sollte eine ausreichende Wasseraufwandmenge gewählt werden. Die Anwendung sollte nicht bei extremer Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung erfolgen; die kühleren Morgen- oder Abendstunden sind für die Applikation ideal, um die Wirkstoffstabilität auf der Pflanze zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Orefa Delta M ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung erforderlich. Da Pyrethroide eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und bestimmten Nützlingen aufweisen, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt eingehalten werden. Das Mittel ist so anzuwenden, dass eine Abdrift auf angrenzende Flächen und blühende Bestände vermieden wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsRapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler0–390.25 LITER_PER_HECTARE
GersteOpomyza spec. (Getreidefliegen)0–830.25 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenBlattläuse0.25 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenBlattläuse als Virusvektoren0–830.2 LITER_PER_HECTARE28T
GersteGetreidehähnchen (Lema sp.)0.2 LITER_PER_HECTARE28T
GersteBlattläuse0.25 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenGetreidehähnchen (Lema sp.)0.2 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsRapserdfloh0–290.25 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattläuse als Virusvektoren0–830.2 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsBlattläuse als Virusvektoren0–690.25 LITER_PER_HECTARE
HaferBlattläuse0.25 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenOpomyza spec. (Getreidefliegen)0–830.25 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Rapserdfloh im Herbst?

Die Behandlung sollte sich nach den regionalen Schadensschwellen richten, die idealerweise mit Gelbschalen überwacht werden. Der optimale Zeitpunkt liegt meist im frühen Herbst (BBCH-Stadium 10 bis 19), sobald starker Zuflug festgestellt wird oder der Lochfraß an den Keimblättern der Kultur überhandnimmt.

Wie schützt Orefa Delta M Getreidekulturen vor dem Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV)?

Das Virus wird hauptsächlich durch Blattläuse übertragen. Durch den schnellen Kontakt- und Knock-down-Effekt von Orefa Delta M werden die Blattläuse unmittelbar nach der Landung auf der Kultur abgetötet. Dadurch wird die Saugtätigkeit unterbunden und eine Weiterverbreitung des Virus im Bestand effektiv gestoppt.

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Wirkung von Orefa Delta M?

Pyrethroide wie Deltamethrin entfalten ihre beste Wirksamkeit bei kühleren bis mäßigen Temperaturen (optimal unter 20 °C). Bei sehr hohen Temperaturen im Sommer kann die Wirkung nachlassen, da der Wirkstoff schneller abbaut und die Schädlinge eine höhere Toleranz zeigen. Planen Sie Behandlungen daher in den kühlen Morgen- oder Abendstunden.

Ist Orefa Delta M mit flüssigen AHL-Düngern mischbar?

Ja, eine Mischung mit Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) ist grundsätzlich möglich. Die AHL sollte jedoch mit Wasser verdünnt sein. Um Verbrennungen an den Kulturen zu vermeiden, darf die Spritzung nicht bei praller Sonne oder auf durch Frost oder Trockenheit gestresste Pflanzen erfolgen.

Warum ist eine gründliche Benetzung der Kulturpflanzen bei diesem Produkt so wichtig?

Da Deltamethrin ein reines Kontakt- und Fraßgift ist und nicht systemisch in der Kultur transportiert wird, werden nur Schädlinge erfasst, die direkt getroffen werden oder behandelte Pflanzenteile fressen. Eine präzise Düseneinstellung und eine angepasste Wasseraufwandmenge sichern die lückenlose Benetzung.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Rapsstängelrüssler?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kultur 'Winterraps' und dem Schaderreger 'Rapsstängelrüssler', um alle in Deutschland registrierten Alternativen und deren Zulassungsdetails direkt zu vergleichen.