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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Ormet

BVL Zul.-Nr. 008422-00

Ormet ist ein bewährter Wachstumsregler (Pflanzenschutzmittel) von ADAMA Deutschland GmbH, der speziell zur Halmfestigung in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste eingesetzt wird. Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und anwenden. Es dient primär dazu, das Lagerrisiko in intensiv geführten Beständen mit hoher Stickstoffdüngung oder bei lageranfälligen Sorten signifikant zu reduzieren.

Durch die gezielte Einkürzung der oberen Internodien und die gleichzeitige Stärkung des Halmquerschnitts sorgt Ormet für eine verbesserte Standfestigkeit der Kulturen. Dies sichert nicht nur das Ertragspotenzial ab, sondern optimiert auch die Erntebedingungen und verhindert Qualitätsverluste durch Lagergetreide, wie beispielsweise Zwiewuchs oder Mykotoxinbildung.

Wirkstoffe

Ethephon
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Ethephon dringt rasch in das Pflanzengewebe ein und wird dort systemisch transportiert. Im Inneren der Kultur zerfällt Ethephon unter Freisetzung des natürlichen Pflanzenhormons Ethylen. Ethylen wirkt als Gegenspieler der Gibberelline und hemmt das Streckungswachstum der Zellen in den sich entwickelnden Internodien. Dieser biochemische Prozess führt zu einer spürbaren Verkürzung und mechanischen Stabilisierung der Halmabschnitte, die sich zum Zeitpunkt der Applikation im intensiven Wachstum befinden. Zudem wird das Dickenwachstum der Halmwand gefördert und die Einlagerung von Stützgewebe angeregt, was die Elastizität und Belastbarkeit der Kultur gegenüber Wind und Starkregen maßgeblich erhöht.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Ethephon um einen Wachstumsregler handelt, der tief in den hormonellen Regelkreis der Kultur eingreift, besteht im klassischen Sinne kein Risiko für eine Resistenzentwicklung von Schaderregern, da kein biologischer Schaderreger direkt bekämpft wird. Ein nachhaltiges Management konzentriert sich hier auf die Vermeidung von physiologischem Stress für die Kultur. Um die Vitalität der Bestände zu erhalten, sollte die Anwendung stets an die Stickstoffversorgung, die Sortenanfälligkeit und die aktuellen Witterungsbedingungen angepasst werden. Die Kombination oder der zeitliche Abstand zu anderen Wirkstoffklassen unterstützt eine harmonische Bestandsentwicklung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ormet zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus, was eine effiziente Arbeitserledigung in einem Arbeitsgang ermöglicht. Bei Mischungen mit anderen Wachstumsreglern ist jedoch Vorsicht geboten, da sich die einkürzende Wirkung potenzieren kann; hier sind die Aufwandmengen entsprechend anzupassen. Da Ethephon sauer reagiert, sollte auf die Wasserqualität geachtet und extreme pH-Werte vermieden werden. Zudem ist die Behandlung bei hoher Lichtintensität und warmen Temperaturen (über 12–15 °C) besonders wirksam, während Frostgefahr oder extreme Trockenheit Ausschlusskriterien für eine Anwendung darstellen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ormet ist die persönliche Schutzausrüstung (PSA) gemäß den BVL-Vorgaben strikt einzuhalten, da das Konzentrat aufgrund seines sauren pH-Werts reizend auf Haut und Atemwege wirken kann. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vorgeschriebenen Abstandsauflagen und Abdriftminderungsklassen einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Pflanzen oder Unkräutern im Unterstand während des aktiven Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteHalmfestigung32–490.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung32–391 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmfestigung32–490.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung37–450.75 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung37–450.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Ormet zur Halmfestigung?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 32 bis 49 (Knoten-Stadium bis zum Erscheinen der ersten Grannen bzw. Schwellen der Blattscheide). Besonders effektiv ist die Behandlung, wenn sich die oberen Internodien im aktiven Streckungswachstum befinden und wüchsige, warme Witterungsbedingungen herrschen.

Welche Rolle spielt das Wetter bei der Applikation von Ormet?

Die Wirkung von Ethephon ist stark temperatur- und lichtabhängig. Ideale Bedingungen sind Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C sowie Sonnenschein, da dies die Aufnahme und den Abbau zu Ethylen in der Kultur beschleunigt. Vermeiden Sie Spritzungen bei praller Mittagssonne im Hochsommer, Frostgefahr oder wenn die Kultur unter Trockenstress steht.

Kann Ormet mit Herbiziden in einer Tankmischung ausgebracht werden?

Von einer gemeinsamen Ausbringung mit Herbiziden, insbesondere Wuchsstoffherbiziden oder Gräsermitteln, wird generell abgeraten. Diese Kombinationen können zu erheblichen phytotoxischen Schäden an der Kultur führen. Zwischen einer Herbizidbehandlung und dem Einsatz von Ormet sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens 5 bis 7 Tagen eingehalten werden.

Wie wirkt sich eine späte Anwendung im BBCH-Stadium 49 aus?

Eine späte Anwendung (bis BBCH 49) wird vor allem in der Gerste genutzt, um das gefürchtete Ähren- und Halmknicken zu verhindern. In diesem späten Stadium stabilisiert der Wirkstoff gezielt den obersten Halmabschnitt direkt unter der Ähre, was die Standfestigkeit bis zur Ernte massiv verbessert.

Warum ist bei der Dosierung von Ormet in Sommergerste besondere Vorsicht geboten?

Sommergerste reagiert aufgrund ihrer kürzeren Vegetationszeit und des oft weicheren Gewebes wesentlich empfindlicher auf Wachstumsregler als Wintergetreide. Hier muss die Aufwandmenge präzise an die Standfestigkeit der Sorte, die Bodenfeuchte und die Temperatur angepasst werden, um ein Überziehen der Einkürzung (Kümmerwuchs) zu vermeiden.

Wie verhält sich Ormet bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte?

Für Ormet ist die Wartezeit durch die Festlegung der Anwendungsbedingungen und der zugelassenen BBCH-Stadien (bis BBCH 49) abgedeckt (F). Da die Anwendung weit vor der Ernte erfolgt, sind bei vorschriftsmäßiger Anwendung keine Rückstände im Erntegut zu befürchten.