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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Orondis Evo

BVL Zul.-Nr. 00A973-00

Orondis Evo von Syngenta ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel, das als Suspensionskonzentrat formuliert ist und speziell für den professionellen Einsatz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet es einen herausragenden Schutz in sensiblen Kulturen wie Salat, Hopfen und Lauch.

Das Wirkspektrum konzentriert sich primär auf Oomyceten wie Falsche Mehltaupilze und Phytophthora-Arten sowie wichtige Rostpilze. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften schützt das Mittel nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff
Oxathiapiprolin
12 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Orondis Evo basiert auf zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Oxathiapiprolin gehört zur FRAC-Gruppe 49 (OSBPI) und greift gezielt in die Steuerung der Oxysterol-Bindungsproteine der Pilzzellen ein. Dies stört die Lipidhomöostase und den Membrantransport, was zu einer extrem schnellen Unterbindung der Sporenkeimung und des Myzelwachstums führt. Ergänzt wird dies durch Azoxystrobin, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI). Azoxystrobin hemmt die mitochondriale Atmung des Schaderregers am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III), wodurch die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Pilzes zusammenbricht. Diese Kombination sorgt für eine präventive und kurative Wirkung mit langanhaltendem Schutz.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, kombiniert Orondis Evo bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC 11 und FRAC 49). Dennoch solltest du das Produkt unbedingt im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffgruppen einsetzen, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den behördlichen Vorgaben und integriere vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Orondis Evo zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (neutraler pH-Wert) und vermeide extreme Temperaturen während der Applikation, um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere in Gewässernähe, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Behandlungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)11–411 LITER_PER_HECTARE14T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)21–890.47 LITER_PER_HECTARE28T
PorreePorreerost (Puccinia porri), Rost (Puccinia allii), Phytophthora porri11–491 LITER_PER_HECTARE7T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)11–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)11–491 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wie integrierst du Orondis Evo am besten in deine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?

Du solltest Orondis Evo primär präventiv einsetzen, bevor die ersten Symptome sichtbar werden. Wechsle nach maximal zwei Behandlungen auf ein Pflanzenschutzmittel mit einem völlig anderen Wirkungsmechanismus (ohne FRAC 49 oder 11), um den Selektionsdruck zu minimieren und die Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen langfristig zu erhalten.

Warum ist die systemische Wirkung bei schnell wachsenden Kulturen wie Salat so wichtig?

Da Salat in kurzen Zyklen viel neue Blattmasse bildet, schützt ein rein kontaktwirksames Mittel den Neuzuwachs nicht. Durch die systemischen und translaminaren Eigenschaften von Orondis Evo verteilen sich die Wirkstoffe im neu gebildeten Gewebe, sodass deine Kultur auch zwischen den Behandlungen geschützt bleibt.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert der Spritzbrühe bei der Anwendung?

Für eine optimale Stabilität der Wirkstoffe solltest du weiches bis mittelschweres Wasser mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert (ca. 5,5 bis 7,0) verwenden. Ein zu hoher pH-Wert (alkalisch) kann den schnellen Abbau der Wirkstoffe in der Spritzbrühe beschleunigen und somit die Dauerwirkung reduzieren.

Wie verhält sich das Produkt bei einsetzendem Regen kurz nach der Applikation?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Oxathiapiprolin und Azoxystrobin in die Wachsschicht der Blätter ist das Mittel bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Wenn es nach dieser Antrocknungszeit regnet, musst du die Behandlung in der Regel nicht wiederholen.

Wie kannst du feststellen, ob eine Tankmischung mit einem Blattdünger verträglich ist?

Führe vor dem Ansetzen der Spritzbrühe immer einen sogenannten Kübeltest (Mischprobe im kleinen Maßstab) durch, um Ausfällungen oder Flockenbildung auszuschließen. Zudem solltest du die Mischung an einigen wenigen Pflanzen auf Verträglichkeit testen, bevor du die gesamte Fläche behandelst.

Wann ist der optimale Tageszeitpunkt für die Ausbringung in Hopfen oder Lauch?

Am besten applizierst du das Mittel in den kühlen Morgen- oder Abendstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit. Dies verringert die Verdunstung der Spritzbrühe, verbessert die Benetzung der Blätter und schützt gleichzeitig nützliche Insekten, die tagsüber in den Kulturen aktiv sind.