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Kultur

Porree

Allium porrum
ALLPO

Porree (Allium porrum, EPPO-Code: ALLPO), im deutschsprachigen Raum auch häufig als Lauch oder Breitlauch bezeichnet, ist eine zweijährige Kultur aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Im professionellen mitteleuropäischen Gemüsebau nimmt sie aufgrund ihrer ganzjährigen Verfügbarkeit und hervorragenden Lagerfähigkeit eine Schlüsselrolle ein. Je nach Sorte und Anbauzeitraum wird zwischen Sommer-, Herbst- und Winterporree unterschieden, wobei der wirtschaftlich nutzbare Teil der gebleichte, unterirdische Schaft ist.

Die Kultur stellt hohe Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserversorgung während der gesamten Vegetationsperiode. Da Allium porrum ein tiefgehendes, aber relativ schwaches Wurzelsystem besitzt, ist eine präzise Platzierung von Dünger und Bewässerung für einen hohen Marktertrag unerlässlich. Die lange Standzeit auf dem Feld, insbesondere bei den überwinternden Sorten, erfordert zudem ein vorausschauendes Management gegenüber Unkrautkonkurrenz und spezifischen Schaderregern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Januar bis März (Unterglas für Sommeranbau), April bis Juni (Freiland für Herbst-/Winteranbau)
Erntefenster
Juni bis April (ganzjähriger Anbau durch gestaffelte Sätze)
Reihenabstand
30–45 cm
Typischer Ertrag
300–450 dt/ha
Wärmesumme (GDD)
1800 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Porree benötigt tiefgründige, lockere Böden mit einem hohen Humusgehalt und guter Wasserführung, um ein ungehindertes Tiefenwachstum der Wurzeln zu ermöglichen. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist besonders während der Hauptwachstumsphase im Sommer kritisch, weshalb eine Zusatzbewässerung auf sandigen Standorten unerlässlich ist. Aufgrund des hohen Stickstoffbedarfs (ca. 180–240 kg N/ha) solltest du die Düngung in mehrere Gaben aufteilen, um Auswaschungsverluste zu minimieren. Eine tiefe Bodenbearbeitung vor dem Pflanzen erleichtert das spätere Anhäufeln, welches für die Erzielung eines langen, weißen Schafts entscheidend ist. Achte zudem auf eine weite Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Allium-Arten, um bodenbürtige Schaderreger zu vermeiden.

Schaderreger-Management

Die größte Herausforderung im Pflanzenschutz stellt der Thrips (Thrips tabaci) dar, dessen Befall du ab dem Frühsommer durch regelmäßige Kontrollen in den Blattachseln überwachen solltest. Gegen Pilzkrankheiten wie Porreerost (Puccinia allii) und die Papierfleckenkrankheit (Phytophthora porri) sind vorbeugende Maßnahmen wie eine weite Standweite zur schnellen Abtrocknung des Bestandes entscheidend. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln musst du auf eine ausreichende Benetzung der wachsartigen Blattoberfläche achten, weshalb die Zugabe eines geeigneten Netzmittels dringend empfohlen wird. Herbizidmaßnahmen sollten frühzeitig im Nachauflauf oder nach dem Pflanzen durchgeführt werden, da die Kultur in den BBCH-Stadien 11 bis 15 extrem empfindlich auf Unkrautkonkurrenz reagiert. Integriere mechanische Hackverfahren vorsichtig, um die flach verlaufenden Seitenwurzeln nicht zu beschädigen.

Sorten

Pluston

Spätherbst bis Winter

Sehr ertragsstabile Hybridsorte mit aufrechtem Wuchs und hohem Ernteanteil im Winter.

Resistent gegen: Porreerost, Thrips

Anfällig für: Papierfleckenkrankheit

Hervorragende Frosthärte, sehr dunkles Laub und leicht zu putzen.

Farinto

Später Winter

Hoher Ertrag auch bei sehr später Ernte im Spätwinter.

Resistent gegen: Gelbstreifigkeit, Frost

Anfällig für: Thrips

Sehr bewährte, extrem frostharte Standardsorte für die Überwinterung mit dunkelblaugrünem Laub.

Forrest

Sommer bis Frühherbst

Sehr raschwüchsige Sorte mit hohem Ertragspotenzial für die frühe Ernte.

Resistent gegen: Schoßverhalten

Anfällig für: Porreerost

Schnellwüchsiger Sommerporree mit langem, weißem Schaftanteil, ideal für den Frischmarkt.

Bandit

Herbst bis Winter

Sehr hoher Ertrag an schweren, dicken Schäften.

Resistent gegen: Porreerost, Schossneigung

Anfällig für: Papierfleckenkrankheit

Sehr schossfeste und winterharte Sorte mit hervorragender Feldhaltbarkeit.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie tief solltest du Porree pflanzen, um einen optimalen weißen Schaft zu erzielen?

Pflanze die Jungpflanzen etwa 10 bis 15 cm tief in vorbereitete Furchen oder Löcher. Durch das spätere, schrittweise Anhäufeln der Erde während der Hauptwachstumsphase (ab BBCH 41) verhinderst du den Lichteinfall am Schaft, was die Ausbildung des begehrten, langen weißen Schaftanteils maximiert.

Welche Rolle spielt die Wachsschicht der Blätter beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln?

Die ausgeprägte Cuticula (Wachsschicht) der Blätter führt dazu, dass Spritzbrühe leicht abperlt. Um eine ausreichende Benetzung und Wirkung der Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger zu erzielen, solltest du der Spritzbrühe fast immer ein zugelassenes Netzmittel (Adjuvans) hinzufügen, sofern dies laut Gebrauchsanleitung zulässig ist.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Bekämpfung von Thripsen im Lauchbestand?

Die kritische Phase beginnt im Frühsommer bei anhaltenden Temperaturen über 20 °C. Überwache den Zuflug mit blauen Leimfallen und kontrolliere die engsten Blattachseln regelmäßig; eine gezielte Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln sollte erfolgen, sobald die Schadschwelle von ca. 5 bis 10 Thripsen pro Pflanze überschritten ist.

Wie verhinderst du das gefürchtete Schossen (vorzeitige Blütenbildung) bei der Kultur?

Schossen wird durch Kältereize (Vernalisation) im frühen Jungpflanzenstadium ausgelöst. Achte bei der eigenen Anzucht im Frühjahr darauf, dass die Temperaturen im Gewächshaus nicht unter 12 bis 15 °C fallen, und wähle für sehr frühe Sätze explizit schossfeste Sorten aus.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für Porree?

Nutze das Pflanzenschutz-Hub auf unserer Plattform und filtere gezielt nach der Kultur 'Porree' (oder dem EPPO-Code ALLPO) sowie dem gewünschten Schaderreger. Achte dabei stets auf die aktuell zugelassenen Aufwandmengen, die spezifischen BBCH-Anwendungsfenster und die gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten.