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Kultur

Salate

Lactuca sp.
LACSS

Die Gattung Lactuca sp. (EPPO-Code: LACSS) umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Blattsalate, die im mitteleuropäischen Erwerbsgemüsebau eine zentrale Rolle einnehmen. Zu den wichtigsten Vertretern gehören der klassische Kopfsalat, der knackige Eisbergsalat sowie verschiedene Schnitt- und Pflücksalate. Diese Kulturen zeichnen sich durch eine relativ kurze Entwicklungszeit aus, was im Laufe einer Anbausaison mehrere Sätze auf derselben Fläche ermöglicht.

Für einen erfolgreichen Anbau sind eine kontinuierliche Wasserversorgung und ein ausgewogener Nährstoffhaushalt unerlässlich. Da Salate flach wurzeln, reagieren sie empfindlich auf Trockenstress sowie auf Bodenverdichtungen. Ein strukturstabiler, humusreicher Boden fördert die schnelle Wurzelbildung und sichert ein gleichmäßiges Wachstum, das für die Erzielung hoher Marktqualitäten entscheidend ist.

Der Pflanzenschutz stellt im Salatmanagement eine besondere Herausforderung dar, da die kurzen Kulturzeiten und die direkte Nutzung der Blätter strenge Anforderungen an Rückstände und Wartezeiten von Pflanzenschutzmitteln stellen. Integrierte Strategien, die auf Sortenresistenz, weite Fruchtfolgen und gezielte mechanische Unkrautregulierung setzen, sind daher im modernen Erwerbsanbau Standard.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis August
Erntefenster
Mai bis November
Reihenabstand
25–30 cm
Typischer Ertrag
25–40 t/ha
Wärmesumme (GDD)
850
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Salate stellen hohe Ansprüche an die physikalische Bodenbeschaffenheit und verlangen ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saat- bzw. Pflanzbett. Da die Kultur flach wurzelt, müssen Verdichtungen im Unterboden konsequent vermieden werden, um Staunässe vorzubeugen. Ein optimaler Humusgehalt sichert die notwendige Wasserhaltefähigkeit, während eine ausgeglichene Grunddüngung auf Basis aktueller Bodenanalysen Chloridschäden verhindert. Kalkgaben sollten vorzugsweise zur Vorfrucht erfolgen, um den pH-Wert im optimalen Bereich zu stabilisieren und die Struktur zu fördern. Während der Hauptwachstumsphase ist eine gleichmäßige Bewässerung, idealerweise über Mikrobewässerung oder gezielte Beregnung in den frühen Morgenstunden, entscheidend für die Vermeidung von physiologischen Störungen wie Blattrandbrand.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei Lactuca sp. basiert primär auf vorbeugenden Kulturmaßnahmen und der Wahl widerstandsfähiger Sorten. Pilzliche Schaderreger wie Rhizoctonia solani und Sclerotinia sclerotiorum erfordern eine weite Fruchtfolge und das Vermeiden von zu tiefem Pflanzen, um den Stängelgrund trocken zu halten. Gegen tierische Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken ist ein engmaschiges Monitoring ab dem Pflanzenauflauf bzw. der Pflanzung unerlässlich, um Schadschwellen rechtzeitig zu erkennen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss präzise auf die BBCH-Stadien abgestimmt werden, wobei die gesetzlichen Wartezeiten aufgrund der kurzen Kulturzeit strengstens einzuhalten sind. Zudem mindert eine gezielte mechanische Unkrautregulierung in den frühen Entwicklungsphasen den Konkurrenzdruck durch Begleitflora wie Echinochloa crus-galli oder Amaranthus retroflexus.

Sorten

Tizian

Früh bis Mittelfrüh

Sehr ertragreicher, bewährter Kopfsalat für den Freilandanbau.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatblattlaus

Anfällig für: Sclerotinia-Fäule

Klassischer, grüner Kopfsalat mit hervorragender Kopfbildung und hoher Schossfestigkeit im Sommeranbau.

Platinas

Mittelfrüh

Hoher Kopfanteil mit exzellenter Sortierung und hohem Einzelgewicht.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Lettuce Mosaic Virus

Anfällig für: Innenbrand

Zuverlässiger Eisbergsalat für den Sommer- und Herbstanbau mit flachrunden, festen Köpfen.

Larissa

Früh

Stabile Erträge auch unter kühleren Frühjahrsbedingungen.

Resistent gegen: Falscher Mehltau

Anfällig für: Grauschimmel

Schnellwachsender Kopfsalat, ideal für den frühesten Freilandanbau unter Vlies oder Folie.

Nansen

Spät (Überwinterung)

Sichere Erträge im zeitigen Frühjahr nach erfolgreicher Überwinterung.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Falscher Mehltau, Sclerotinia-Fäule

Robuster Winterkopfsalat mit hoher Kältetoleranz, der im Herbst gepflanzt und im folgenden Frühjahr geerntet wird.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alginure Ascophos
TILCO-Alginure GmbH
007839-61
Alginure Bio Schutz
TILCO-Alginure GmbH
007839-00
Aliette WG
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-00
Alitis Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-65
Amylo-X WG
Mitsui AgriScience
00A825-00
Astro 400
Corteva Agriscience Germany GmbH
006220-63
AZOFIN PLUS
Finchimica S.p.A.
00A439-00
Azoxystar XL
Hillfield Trading & Investments Ltd.
00A584-61
BAKATA
Bayer CropScience Deutschland GmbH
005908-60
Basamid Granulat
Kanesho Soil Treatment SPRL/BVBA
00A117-00
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-63
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Akut AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-67
Bayer Garten Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-69
Bayer Garten Orchideen-Spray Lizetan AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-72
Bayer Garten Orchideen- & Zierpflanzenspray Lizetan
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-74
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-62
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei Aliette
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-63
Bayer Garten Zierpflanzen- & Rosen-Spray Lizetan AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-73
Bigalo
GLOBACHEM NV
00A702-00
Bio Plantella Arion gegen Schnecken
Doff Portland Limited
00A452-61
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-72
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-78
Boccacio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
024560-73
Boccarcio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
034560-73
Cadou SC
Bayer CropScience Deutschland GmbH
005908-00
CeraVita Azoxy
Life Scientific Limited
007180-62
CLAYTON AUGUSTA
Clayton Plant Protection Ltd.
00A894-00
COBALT
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A491-00
COMPO Ortiva Rosen Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-67
COMPO Ortiva Rosen-Pilzschutz
Syngenta Agro GmbH
024560-65
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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Sclerotinia-Fäule im Salatbestand kulturtechnisch minimieren?

Neben einer weiten Fruchtfolge von mindestens 3–4 Jahren zu anderen Wirtspflanzen ist das Pflanzverfahren entscheidend. Die Jungpflanzen sollten so hoch gepflanzt werden, dass der Erdpresstopf noch leicht aus dem Boden herausragt. Dies sorgt für eine schnelle Abtrocknung des Stängelgrundes und reduziert den direkten Bodenkontakt der unteren Blätter, wodurch Infektionen durch Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor signifikant erschwert werden.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung von Fungizidbehandlungen gegen Falschen Mehltau?

Behandlungen gegen Falschen Mehltau (Bremia lactucae) müssen präventiv erfolgen, idealerweise ab dem BBCH-Stadium 12 bis 19 (Blattentwicklung), bevor sich die Rosette schließt (BBCH 31–39). Sobald sich die Köpfe schließen (ab BBCH 41), ist eine ausreichende Benetzung der inneren Blätter kaum noch möglich. Zudem schränken die einzuhaltenden Wartezeiten späte Anwendungen stark ein.

Wie kann Blattrandbrand (Tipburn) bei sommerlichen Temperaturen verhindert werden?

Blattrandbrand ist eine physiologische Störung, die durch einen lokalen Calciummangel in den schnell wachsenden Blatträndern verursacht wird, oft bedingt durch unzureichende Transpiration. Vorbeugend wirken eine gleichmäßige Wasserversorgung, die Vermeidung von überhöhten Stickstoff- und Kaliumgaben (die die Calciumaufnahme hemmen) sowie eine Schattierung oder Beregnung an extrem heißen Tagen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Transpirationsrate zu regulieren.

Warum ist die mechanische Unkrautregulierung bei Salat besonders anspruchsvoll und wann ist der beste Zeitpunkt?

Aufgrund des flachen Wurzelsystems der Kultur ist das Zeitfenster für mechanische Maßnahmen sehr eng. Das Hacken sollte sehr flach (maximal 2–3 cm tief) und frühzeitig erfolgen – idealerweise zwischen BBCH 12 und BBCH 31. Sobald die Rosette flach auf dem Boden aufliegt (ab BBCH 33), besteht bei mechanischen Durchgängen ein extrem hohes Risiko, die Blätter zu verletzen, was Eintrittspforten für Botrytis cinerea schafft.

Wie finde ich im Agronomie-Portal gezielt zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen tierische Schaderreger für Salate?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kulturgruppe 'Salate' oder direkt nach dem EPPO-Code LACSS. Sie können die Ergebnisse nach Schaderregern wie Blattläusen oder Schnecken filtern, um ausschließlich aktuell beim BVL registrierte Pflanzenschutzmittel mit den entsprechenden Indikationen, Aufwandmengen und spezifischen Wartezeiten für den Freiland- oder Gewächshausanbau anzuzeigen.