Salate
Die Gattung Lactuca sp. (EPPO-Code: LACSS) umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Blattsalate, darunter Kopfsalat, Eissalat, Romanasalat und verschiedene Pflücksalate. Diese Korbblütler (Asteraceae) gehören im mitteleuropäischen Freilandanbau zu den dynamischsten Kulturen, da sie kurze Entwicklungszeiten aufweisen und eine kontinuierliche Staffelung der Sätze über die gesamte Vegetationsperiode ermöglichen.
Der Anbau stellt hohe Anforderungen an das Feuchtigkeitsmanagement und die Feldhygiene. Da Salate flach wurzeln und eine zarte Blattstruktur besitzen, reagieren sie empfindlich auf abiotischen Stress sowie auf bodenbürtige Pilze und tierische Schaderreger. Ein präzises Monitoring und die gezielte Wahl resistenter Sorten sind im professionellen Anbau unerlässlich, um Ertrag und optische Qualität für den Frischmarkt zu sichern.
Bodenmanagement
Salate bevorzugen humose, gut strukturierte Böden mit gleichmäßiger Wasserführung, da Staunässe die Ausbreitung bodenbürtiger Schaderreger drastisch fördert. Eine sorgfältige Saatbettbereitung ist entscheidend, um einen gleichmäßigen Feldaufgang bei Direktsaat oder ein rasches Anwachsen der Jungpflanzen zu gewährleisten. Aufgrund des flachen Wurzelsystems ist eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Bewässerung, idealerweise über Überkopfberegnung oder Tröpfchenbewässerung, in trockenen Phasen essenziell. Die Stickstoffdüngung muss präzise auf den kurzen Kulturzyklus abgestimmt werden, um Nitratanreicherungen im Erntegut zu minimieren und gleichzeitig ein zügiges Wachstum zu sichern. Gründüngung und weite Fruchtfolgen mit Nicht-Korbblütlern helfen, den Humusgehalt zu stabilisieren und den Druck durch bodenbürtige Krankheiten zu senken.
Schaderreger-Management
Im integrierten Pflanzenschutz steht die Vorbeugung gegen pilzliche Schaderreger wie Rhizoctonia solani und Sclerotinia-Arten im Vordergrund, was durch weite Pflanzabstände und eine optimierte Belüftung der Bestände erreicht wird. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt und unter strikter Beachtung der Wartezeiten eingesetzt werden, insbesondere bei späten Anwendungen kurz vor der Ernte. Gegen tierische Schädlinge wie Blattläuse oder Schnecken ist ein engmaschiges Monitoring ab dem Pflanzenauflauf beziehungsweise der Pflanzung erforderlich. Der Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau sowie mechanische Maßnahmen wie der Einsatz von Kulturschutznetzen im Freiland reduzieren den Bedarf an Insektiziden erheblich. Zudem ist die konsequente Feldhygiene nach der Ernte – das rasche Einarbeiten von Ernterückständen – entscheidend, um Infektionsketten für Folgekulturen zu unterbrechen.
Sorten
Tizian
Früh bis mittelspätSehr hoher Anteil marktfähiger Köpfe durch gleichmäßigen Wuchs.
Resistent gegen: Falscher Mehltau, Grüne Salatblattlaus
Anfällig für: Sclerotinia-Fäule
Sehr beliebter, schoßfester Kopfsalat für den Ganzjahresanbau im Freiland mit hervorragender Kopfbildung.
Dynamite
MittelfrühHohes Einzelkopfgewicht und dichte Schichtung.
Resistent gegen: Grüne Salatblattlaus, Salatmosaikvirus
Anfällig für: Rhizoctonia-Fäule, Innenbrand
Robuster Eissalat mit exzellenter Feldhaltbarkeit und hoher Toleranz gegen Hitzeperioden.
Larissa
FrühZuverlässige Erträge auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen.
Resistent gegen: Falscher Mehltau
Anfällig für: Grauschimmel, Blattrandbrand
Schnellwachsender Kopfsalat, besonders geeignet für den frühen Freilandanbau unter Vlies oder Folie.
Murai
MittelSehr ergiebiger Pflücksalat mit gutem Nachwachspotenzial.
Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatblattlaus
Anfällig für: Wurzelhalsfäule
Attraktiver Lollo Rossa mit intensiv dunkelroter Ausfärbung und knackiger Blattstruktur.
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie kann ich im Portal gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln für Salate suchen?
Nutze die Suchmaske im Hub und filtere nach der Kulturgruppe 'Salate' oder direkt nach dem EPPO-Code 'LACSS'. Du kannst die Suche weiter verfeinern, indem du den spezifischen Schaderreger (z. B. Rhizoctonia solani) auswählst, um nur die aktuell in Deutschland zugelassenen Anwendungen inklusive Aufwandmengen und Wartezeiten angezeigt zu bekommen.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Sclerotinia-Arten?
Die kritischste Phase für Infektionen durch Sclerotinia-Arten liegt zwischen den BBCH-Stadien 19 (9 oder mehr Laubblätter entfaltet) und 39 (Rosettenwachstum abgeschlossen). Behandlungen mit Fungiziden sollten präventiv vor dem Reihenschluss durchgeführt werden, da spätere Anwendungen die Blattunterseiten und den bodennahen Strunk kaum noch erreichen.
Wie vermeide ich Resistenzen beim Einsatz von Fungiziden gegen Falschen Mehltau?
Achte konsequent auf einen Wirkstoffwechsel nach dem FRAC-Code. Da der Erreger des Falschen Mehltaus extrem anpassungsfähig ist, solltest du systemische Wirkstoffe immer im Wechsel mit Kontaktfungiziden einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison laut Zulassung niemals überschreiten.
Warum ist das Monitoring von Blattläusen bereits ab BBCH 12 so wichtig?
Blattläuse übertragen Viren bereits in sehr frühen Entwicklungsstadien der Kultur. Zudem führt ein später Befall im geschlossenen Kopf (ab BBCH 41) dazu, dass die Schädlinge für Pflanzenschutzmittel unerreichbar werden, was die geerntete Ware für den Frischmarkt unverkäuflich macht.
Welchen Einfluss hat die Beregnungstechnik auf das Auftreten von Botrytis cinerea?
Eine Überkopfberegnung in den Abendstunden verlängert die Blattfeuchte über die Nacht und schafft ideale Infektionsbedingungen für Botrytis cinerea. Beregne deine Kultur daher bevorzugt in den frühen Morgenstunden, damit die Blätter zügig abtrocknen können, oder nutze im geschützten Anbau eine Tröpfchenbewässerung.