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OTHER · GLOBACHEM NV

Pranayama

BVL Zul.-Nr. 00A593-60

Pranayama ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten im Kernobst- und Weinbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyrimethanil (400 g/l), formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Präparat einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich relevante Schaderreger wie Schorf (Venturia spp.) und Grauschimmel (Botrytis cinerea). Es zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Kultur und eine schnelle Regenfestigkeit aus.

In Kernobstkulturen (wie Apfel, Birne und Quitte) sichert Pranayama die Ertragsqualität durch eine starke kurative und protektive Wirkung gegen Schorfinfektionen in den kritischen Phasen der Jugendentwicklung. Im Weinbau schützt es die Trauben in den sensiblen BBCH-Stadien vor Botrytis-Befall, was die Basis für gesundes Lesegut und eine ungestörte Gärung legt. Dank seiner temperaturunabhängigen Wirksamkeit ist es bereits früh in der Saison ein verlässlicher Baustein im Spritzprogramm.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Pranayama enthaltene Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Klasse der Anilinopyrimidine und ist im FRAC-Code in die Gruppe 9 (Inhibitoren der Methionin-Biosynthese) eingestuft. Pyrimethanil hemmt die Sekretion von Enzymen des Pilzes, die für das Eindringen und den Abbau des pflanzlichen Gewebes notwendig sind (wie z. B. Pektinasen und Cellulasen). Dadurch wird das Wachstum des Keimschlauchs blockiert und die Ausbreitung des Myzels im Gewebe der Kultur effektiv unterbunden. Neben der protektiven Schutzwirkung besitzt der Wirkstoff eine ausgeprägte translaminare und lokalsystemische Aktivität. Nach der Behandlung dringt er in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig, wodurch auch die unbehandelte Blattunterseite geschützt wird. Zudem sorgt die Gasphase des Wirkstoffs für eine zusätzliche Verteilung im dichten Laubdach, was besonders im Weinbau von großem Vorteil ist.

Resistenzmanagement

Da Pyrimethanil der FRAC-Gruppe 9 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei Schaderregern wie Botrytis cinerea und Venturia spp. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte Pranayama stets im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und der Einsatz sollte bevorzugt präventiv erfolgen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pranayama ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern, die im Kernobst- und Weinbau etabliert sind. Bei geplanten Tankmischungen mit sauren oder stark alkalischen Produkten sowie bestimmten Netzmitteln empfiehlt sich jedoch vorab eine Verträglichkeitsprüfung in einer Kleinmenge. Für eine optimale Benetzung der Kulturen sollte auf eine ausreichende Wassermenge geachtet werden, insbesondere bei dichtem Laubwandvolumen im Weinbau, um eine lückenlose Abdeckung der Gescheine und Trauben zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pranayama sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen für den Anwenderschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die in der BVL-Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zur Abdriftminderung genau zu beachten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in den Abendstunden außerhalb des aktiven Bienenflugs bevorzugt werden, um Bestäuber zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseBotrytis cinerea60–691.5 LITER_PER_HECTARE28T
ApfelSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T
BirneSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T
QuitteSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T
WeinrebeBotrytis cinerea68–812 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Pranayama gegen Schorf im Kernobst?

Der Einsatz sollte bevorzugt in den kritischen Infektionsphasen ab dem Knospenaufbruch (BBCH 53) erfolgen. Besonders bei kühler und feuchter Witterung im Frühjahr entfaltet Pranayama seine Stärken, da der Wirkstoff auch bei niedrigen Temperaturen voll wirksam ist.

Wie wirkt sich die Gasphase von Pyrimethanil in der Praxis aus?

Die Gasphase sorgt dafür, dass sich der Wirkstoff auch nach dem Antrocknen des Spritzbelags über die Luftwege innerhalb des Laubdachs verteilt. Dies verbessert den Schutz von schwer erreichbaren Pflanzenteilen, wie dem Inneren von dichten Traubenzonen oder dichtem Blattwerk im Kernobst.

Kann Pranayama in Tankmischungen mit Schwefelpräparaten ausgebracht werden?

Ja, Mischungen mit Netzschwefel sind im Wein- und Obstbau üblich und meist gut verträglich. Sie unterstützen zudem die Schorf- und Mehltau-Bekämpfung. Dennoch sollte bei extremen Temperaturen auf solche Mischungen verzichtet werden, um phytotoxische Reaktionen an den Blättern der Kultur zu vermeiden.

Warum ist der Wirkstoffwechsel (Resistenzmanagement) bei diesem Produkt so wichtig?

Da Pyrimethanil (FRAC-Gruppe 9) einen spezifischen biochemischen Angriffspunkt hat, können Schaderreger wie Botrytis relativ schnell Resistenzen entwickeln. Ein konsequenter Wechsel mit Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen anderer FRAC-Gruppen verhindert die Selektion resistenter Pilzstämme.

Welche Rolle spielt die Wartezeit bei späten Anwendungen im Weinbau?

Die einzuhaltende Wartezeit stellt sicher, dass keine unzulässigen Wirkstoffrückstände auf den Trauben verbleiben. Dies ist besonders für die anschließende Weinbereitung wichtig, da Rückstände im Most den Gärprozess der Hefen negativ beeinflussen könnten.

Wie verhält sich Pranayama bei plötzlichem Regen nach der Behandlung?

Dank der schnellen Aufnahme des Wirkstoffs Pyrimethanil in das pflanzliche Gewebe ist Pranayama bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Ein normaler Regenschauer nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht.