Profi CTU 700
Profi CTU 700 von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Herbst in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale. Durch den hohen Wirkstoffgehalt an Chlortoluron bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle direkt nach dem Auflaufen der Kultur.
Das Wirkungsspektrum umfasst neben dem weit verbreiteten Gemeinen Windhalm und dem Einjährigen Rispengras auch wichtige einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Besonders in Regionen mit beginnenden Resistenzen gegen andere Wirkstoffklassen stellt dieses Chlortoluron-Präparat ein unverzichtbares Werkzeug für das herbstliche Unkrautmanagement dar, da es sowohl über den Boden als auch über das Blatt wirkt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System als Photosynthese-Inhibitor in die Gruppe 5 (ehemals C2) klassifiziert. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Gräser, sekundär auch über die Blätter bereits aufgelaufener Schaderreger. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Im Chloroplasten blockiert Chlortoluron den Elektronentransport am Photosystem II, was zu einer Hemmung der CO2-Fixierung führt. In der Folge kommt es zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, die die Zellmembranen zerstören. Sichtbare Symptome sind Chlorosen und anschließende Nekrosen, die vom Blattrand ausgehen und schließlich zum Absterben der Schadpflanzen führen. Die langanhaltende Bodenwirkung verhindert zudem zuverlässig das spätere Auflaufen von Unkrautsamen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz und dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, sollte Profi CTU 700 stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppen 3, 12 oder 15) in der Fruchtfolge. Da Chlortoluron als Photosynthesehemmer (HRAC-Gruppe 5) einen anderen Angriffspunkt als die weit verbreiteten ALS- oder ACCase-Hemmer besitzt, eignet es sich hervorragend, um den Selektionsdruck zu mindern und bestehende Resistenzzyklen zu durchbrechen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Profi CTU 700 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern aus, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber in Absprache mit der Fachberatung bei extrem trockenen Bodenverhältnissen erwogen werden. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird ein Mischungstest im kleinen Maßstab empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Profi CTU 700 sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Chlortoluron als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die spezifischen Anwendungsauflagen zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielorganismen (wie Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich der Bienenrisiken als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, um jegliches Risiko zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit bei der Anwendung von Profi CTU 700 so wichtig?
Da Chlortoluron ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, der primär über die Wurzeln der Keimlinge aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation entscheidend. Bei extremer Trockenheit kann der Wirkstoff nicht optimal in die Bodenlösung übergehen, was die herbizide Wirkung gegen auflaufende Gräser und Unkräuter deutlich herabsetzt. Ein feuchtes Saatbett optimiert den Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche.
Gibt es Sortenbeschränkungen bei der Anwendung in Winterweizen?
Ja, bei der Anwendung von chlortoluronhaltigen Pflanzenschutzmitteln wie Profi CTU 700 muss unbedingt die Sortenverträglichkeit der Getreidekulturen beachtet werden. Einige Winterweizensorten reagieren sensitiv auf Chlortoluron, was zu erheblichen Kulturschäden führen kann. Landwirte sollten vor der Behandlung stets die aktuellen Verträglichkeitslisten der Züchter oder der offiziellen landwirtschaftlichen Beratungsorgane konsultieren.
Bis zu welchem BBCH-Stadium des Getreides kann Profi CTU 700 appliziert werden?
Die Zulassung erlaubt eine Anwendung im Herbst ab dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10) bis zum Ende der Bestockung (BBCH 29). Für eine optimale Wirkung gegen die Schaderreger sollte die Behandlung jedoch idealerweise im frühen Nachauflauf erfolgen, wenn die Unkräuter und Gräser noch klein und besonders empfindlich sind.
Wie lässt sich Profi CTU 700 am besten in eine Strategie gegen resistenten Acker-Fuchsschwanz integrieren?
Bei der Bekämpfung von resistentem Acker-Fuchsschwanz sollte Profi CTU 700 als Baustein im frühen Nachauflauf eingesetzt werden. Da es als HRAC-Gruppe 5 Herbizid wirkt, bricht es Resistenzen gegen ACCase- (Gruppe 1) und ALS-Hemmer (Gruppe 2). Für einen maximalen Bekämpfungserfolg empfiehlt sich die Kombination mit einem Partnerwirkstoff aus einer anderen HRAC-Klasse, um verschiedene physiologische Prozesse gleichzeitig zu stören.
Welche Rolle spielt die Saattiefe des Getreides bei der Anwendung dieses Herbizids?
Eine gleichmäßige und ausreichend tiefe Saat (mindestens 3 cm) ist essenziell, wenn bodenwirksame Herbizide wie Profi CTU 700 eingesetzt werden. Liegt das Saatgut zu flach, kann der Wirkstoff in die Keimzone des Getreides eingewaschen werden, was zu phytotoxischen Schäden und Wachstumsdepressionen an der Kultur führt. Ein gut rückverfestigtes Saatbett minimiert dieses Risiko zusätzlich.