Profiler
Profiler ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den Schutz von Weinreben (Vitis vinifera) und Brombeeren (Rubus fruticosus) gegen den Falschen Mehltau entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um sowohl eine hervorragende präventive Wirkung als auch langanhaltenden Schutz für neu zuwachsende Pflanzenteile zu gewährleisten. In der Praxis hat sich Profiler als ein wichtiger Baustein im modernen Weinbau und Beerenobstanbau etabliert, besonders in Phasen mit hohem Infektionsdruck.
Das breite Wirkungsspektrum konzentriert sich auf Oomyceten wie Plasmopara viticola und Peronospora rubi. Durch die Kombination eines translaminaren und eines voll-systemischen Wirkstoffs bietet das Produkt eine exzellente Verteilung in der Kultur. Dies schützt nicht nur die behandelten Blätter und Gescheine, sondern auch den empfindlichen Neuzuwachs in den kritischen Wachstumsphasen vor der Infektion.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von Profiler basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Wirkstoffe Fluopicolide und Fosetyl. Fluopicolide gehört zur FRAC-Gruppe 43 und wirkt durch die Delokalisierung von Spektrin-ähnlichen Proteinen an der Zellmembran der Pilzzellen. Dies führt zu einer schnellen Störung der Zellteilung und der Membranintegrität, wodurch die Freisetzung und Keimung von Zoosporen des Falschen Mehltaus effektiv unterbunden wird. Fluopicolide besitzt starke translaminare Eigenschaften und verteilt sich gleichmäßig im Gewebe. Fosetyl (FRAC-Gruppe P07) ist ein voll-systemischer Wirkstoff, der sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur transportiert wird. Er wirkt auf zweifache Weise: Zum einen hemmt er direkt die Sporenkeimung und das Myzelwachstum des Erregers, zum anderen induziert er die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur (Phytoalexinbildung und systemisch erworbene Resistenz). Diese Kombination aus direktem Schutz und Aktivierung der pflanzeneigenen Immunantwort sorgt für eine langanhaltende und robuste Wirkung gegen den Schaderreger.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen die Wirkstoffe in Profiler zu minimieren, solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (FRAC 43 und P07) kombiniert, ist das inhärente Risiko reduziert. Dennoch wird empfohlen, Profiler im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen anzuwenden, die keine Kreuzresistenz aufweisen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den offiziellen Vorgaben und setze das Mittel bevorzugt präventiv ein, bevor sich der Schaderreger in der Kultur etabliert hat.
Mischbarkeit & Tankmischung
Profiler zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Wasser im Spritztank. Die Anwendung sollte bei abgetrocknetem Pflanzenbestand erfolgen, um ein Abperlen der Spritzbrühe zu verhindern und eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Profiler ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Applikation unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Spritzungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlungen vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Hopfen | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli) | 13–15 | 1.125 GRAM_PER_PLANT | — |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora rubi) | — | 2.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 53–79 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora rubi) | 60–85 | 2.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora rubi) | — | 2.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora rubi) | 60–85 | 2.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine erste Behandlung mit Profiler im Weinbau?
Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt in den sensiblen BBCH-Stadien vor und nach der Blüte (ab BBCH 53 bis BBCH 85). Du solltest Profiler vorzugsweise präventiv applizieren, wenn feucht-warme Witterungsbedingungen das Risiko für Primär- oder Sekundärinfektionen durch den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) erhöhen.
Wie schützt Profiler den Neuzuwachs deiner Kultur, der zum Spritzzeitpunkt noch gar nicht vorhanden war?
Dies verdankst du der voll-systemischen Eigenschaft des Wirkstoffs Fosetyl. Nach der Aufnahme wird er in der gesamten Kultur transportiert – sowohl nach oben in neu wachsende Blätter und Triebe als auch nach unten. Dadurch wird auch der nach der Behandlung entstehende Zuwachs kontinuierlich vor dem Falschen Mehltau geschützt.
Kannst du Profiler auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen anwenden?
Nein, für eine optimale Wirkung sollte die Kultur zum Zeitpunkt der Applikation trocken sein. Profiler benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche, damit die Wirkstoffe translaminar und systemisch aufgenommen werden können. Ein Regenschauer kurz nach der Anwendung kann den Schutzfilm abwaschen und die Wirksamkeit mindern.
Warum ist die Kombination aus Fluopicolide und Fosetyl so vorteilhaft für dein Resistenzmanagement?
Durch die Kombination zweier völlig unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (Zellstrukturstörung bei Fluopicolide und Induktion der pflanzeneigenen Abwehr sowie direkte Hemmung bei Fosetyl) wird verhindert, dass sich resistente Stämme des Falschen Mehltaus schnell ausbreiten. Ein Schaderreger müsste gleichzeitig Mutationen gegen beide Wirkprinzipien entwickeln, was äußerst unwahrscheinlich ist.
Wie findest du heraus, ob Profiler für deine spezifische Kultur und den aktuellen BBCH-Bereich zugelassen ist?
Du kannst die zugelassenen Kulturen (wie Weinrebe oder Brombeere) und die genauen BBCH-Stadien (hier von BBCH 53 bis 85) direkt in den Zulassungsdaten auf unserer Plattform einsehen. Achte darauf, die maximalen Aufwandmengen und die vorgeschriebenen Wartezeiten von 14 bis 28 Tagen je nach Kultur exakt einzuhalten.
Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Applikation von Profiler?
Eine gleichmäßige und vollständige Benetzung aller Pflanzenteile ist entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Du solltest die Wasseraufwandmenge an die jeweilige Laubwandfläche und das Entwicklungsstadium deiner Kultur anpassen, um Abschwemmungen zu vermeiden und eine optimale Wirkstoffverteilung zu garantieren.