Proman
Proman ist ein leistungsstarkes, bodenwirksames Herbizid von Certis Belchim B.V., das vor allem im Vorauflaufverfahren eingesetzt wird. Mit dem bewährten Wirkstoff Metobromuron (500 g/l) bietet es eine hervorragende Basis für die Unkrautbekämpfung in wichtigen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Feldsalat (VLLLO). Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) zeichnet sich durch eine einfache Handhabung, hervorragende Löslichkeit und eine gleichmäßige Verteilung im Spritztank aus.
Das Wirkungsspektrum von Proman umfasst ein breites Band an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtige einjährige Schadgräser wie das Einjährige Rispengras und die Hühnerhirse. Durch die frühe Ausschaltung dieser Konkurrenz direkt im Keimblattstadium sichert das Pflanzenschutzmittel den Kulturen einen ungestörten Start und schützt das Ertragspotenzial von Anfang an vor Nährstoff- und Wasserkonkurrenz.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Metobromuron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (Inhibitoren der Photosynthese am Photosystem II) zugeordnet. Er wird hauptsächlich über die Wurzeln und in geringerem Maße über die Blätter der keimenden Unkräuter aufgenommen. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff mit dem Transpirationsstrom der Pflanze nach oben in die photosynthetisch aktiven Sprossorgane transportiert. In den Chloroplasten der Schaderreger blockiert Metobromuron den Elektronentransport, was zu einer Hemmung der CO2-Fixierung führt. In der Folge kommt es unter Lichteinfluss zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, welche die Zellmembranen zerstören. Dies äußert sich visuell in fortschreitenden Chlorosen und anschließenden Nekrosen, die schließlich zum Absterben der empfindlichen Unkräuter und Schadgräser führen. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung entscheidend, da der Wirkstoff über den Bodenfilm aufgenommen wird.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, solltest du Proman stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da Metobromuron der HRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich der abwechselnde oder kombinierte Einsatz mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Achte darauf, nicht ausschließlich auf Wirkstoffe mit demselben Mechanismus zu setzen, und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Proman ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern mischbar, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen schwer bekämpfbare Unkräuter abzurunden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge (üblicherweise 200–400 l/ha) und rühre die Spritzbrühe während des gesamten Befüll- und Ausbringungsvorgangs kontinuierlich, um Ablagerungen im Tank zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Proman ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienen-Einstufung in den Registrierungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht auf blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche idealerweise auf die späten Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen und der Einsatz driftmindernder Düsentechnik strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Proman in Kartoffeln?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 09), idealerweise direkt nach dem Dammaufbau und dem Setzen der Kartoffeln, sobald sich die Dämme gesetzt haben. Wichtig ist, dass die Behandlung vor dem Durchstoßen der Kartoffeltriebe erfolgt, um phytotoxische Schäden an deiner Kultur zu vermeiden.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Proman?
Da Metobromuron ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, benötigt er für eine optimale Aktivierung und Verteilung im Boden ausreichend Feuchtigkeit. Eine Anwendung auf feuchten Boden oder vor angekündigten Niederschlägen verbessert den Bekämpfungserfolg erheblich. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen, weshalb du die Bodenfeuchte vor der Behandlung prüfen solltest.
Kann ich Proman mit anderen Herbiziden mischen, um Gräser noch besser zu bekämpfen?
Ja, Proman lässt sich hervorragend mit anderen zugelassenen Vorauflaufpartnern kombinieren. Eine Mischung mit Partnern, die eine starke Wirkung gegen Gräser oder spezielle Unkräuter haben, ist besonders auf Standorten mit hohem Hirse- oder Klettenlabkrautdruck ratsam. Achte dabei immer auf die Verträglichkeit der Mischpartner in der jeweiligen Kultur.
Wie verhält sich Proman bei nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge?
Nach dem regulären Anbau von mit Proman behandelten Kulturen und einer normalen Bodenbearbeitung gibt es im Rahmen der üblichen Fruchtfolge keine Einschränkungen für Nachfolgekulturen. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur solltest du vor der Neuansaat eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchführen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Warum ist der Wirkstoff Metobromuron besonders für dein Resistenzmanagement wertvoll?
Metobromuron gehört zur HRAC-Gruppe 5. Da in vielen Regionen Resistenzen gegen andere Herbizidklassen (wie z. B. ALS-Hemmer) zunehmen, bietet dir Proman einen wichtigen Baustein mit einem anderen Wirkungsmechanismus. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination verringerst du das Risiko, dass Unkräuter Resistenzen gegen deine Standardherbizide entwickeln.