Proman
Proman ist ein hochwirksames Bodenherbizid von Certis Belchim B.V., das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist. Es hat sich als verlässliche Standardlösung im Vorauflaufverfahren etabliert, insbesondere in anspruchsvollen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Feldsalat (VLLLO). Durch seinen flexiblen Einsatzbereich bietet dieses Pflanzenschutzmittel Landwirten eine hervorragende Basis für eine unkrautfreie Bestandsentwicklung von Anfang an.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie wichtige einjährige Schadgräser wie die Hühnerhirse und das Einjährige Rispengras. Da das Mittel vor allem über die Wurzeln und den Keimling der Schaderreger aufgenommen wird, sorgt es für eine langanhaltende Dauerwirkung im Boden, die auflaufende Unkrautwellen über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig unterdrückt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Metobromuron gehört zur chemischen Gruppe der Phenylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (ehemals C2) zugeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Elektronentransports im Photosystem II (PS II) der Pflanzen. Nach der Applikation wird der Wirkstoff über die Wurzeln und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter aufgenommen und akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Dort blockiert Metobromuron die CO2-Assimilation, was unter Lichteinfluss zur Entstehung zellschädigender Sauerstoffradikale führt. In der Folge kommt es zu charakteristischen Chlorosen und Nekrosen an den Blatträndern, die schließlich zum vollständigen Absterben der Schaderreger führen. Für eine optimale Entfaltung dieses Mechanismus ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend, da sie die Mobilität des Wirkstoffs in der Keimzone sichert.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Schadgräsern nachhaltig vorzubeugen, sollte Proman stets in ein integriertes Herbizidkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (wie beispielsweise Wirkstoffen der Gruppen 15 oder 27) innerhalb der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck die Kombination mit Partnerherbiziden mit komplementärem Wirkungsmechanismus im Rahmen einer Tankmischung, um den Selektionsdruck auf die Gruppe 5 zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Proman zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritzbrühe zügig ausgebracht und während des gesamten Vorgangs kontinuierlich gerührt wird. Die Zugabe von speziellen Adjuvantien ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits für eine optimale Verteilung auf der Bodenoberfläche optimiert ist. Es wird empfohlen, sauberes, pH-neutrales Wasser zu verwenden und die Anwendung auf gut abgesetzten, feinkrümeligen Dämmen bzw. Beeten durchzuführen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Proman ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und die Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Nichtzielorganismen genauestens beachtet werden müssen. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz der lokalen Fauna nicht in unmittelbarer Nähe von blühenden Beständen abgedriftet werden.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Proman in Kartoffeln?
Die Anwendung sollte im Vorauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 09) erfolgen, idealerweise direkt nach dem Dammaufbau und dem finalen Dammformen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden noch feucht, was die Aktivierung und gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs Metobromuron im Bodenkeimhorizont maßgeblich begünstigt.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit des Herbizids?
Da Metobromuron ein klassischer Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Herbizidwirkung essenziell. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein leichter Regen nach der Applikation transportiert den Wirkstoff in die Keimzone der Unkräuter und optimiert den Bekämpfungserfolg.
Kann Proman auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?
Nein, das Pflanzenschutzmittel ist streng für den Vorauflauf (BBCH 00 bis 09) registriert. Eine spätere Anwendung im Nachauflauf kann zu erheblichen Phytotox-Symptomen und Ertragseinbußen bei den Kulturen wie Kartoffeln oder Feldsalat führen.
Wie lässt sich Proman am besten in eine Strategie zur Vermeidung von Herbizidresistenzen integrieren?
Da Metobromuron zur HRAC-Gruppe 5 gehört, sollte es mit Herbiziden kombiniert oder abgewechselt werden, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 15 oder 27). Dies verhindert, dass sich schwer bekämpfbare Biotypen von Unkräutern wie der Hühnerhirse auf dem Schlag etablieren.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Bodenbeschaffenheit oder des Humusgehalts?
Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt sollte die Aufwandmenge im unteren registrierten Bereich gewählt werden, um das Risiko einer Einwaschung in tiefere Bodenschichten zu minimieren. Auf sehr tonreichen oder humusreichen Böden kann hingegen die maximale Aufwandmenge erforderlich sein, da ein Teil des Wirkstoffs an die Bodenkolloide gebunden wird.
Wie verhält sich das Mittel bezüglich der Nachbaufristen bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur (z. B. durch Frost oder Sturmschäden) notwendig werden, ist vor dem Nachbau einer Folgekultur eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) zwingend erforderlich, um verbliebene Wirkstoffkonzentrationen im Boden zu verdünnen und Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.