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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

QUANTUM

BVL Zul.-Nr. 025078-00

QUANTUM ist ein hochwirksames Bodenherbizid, das vor allem im Vorauflaufverfahren eingesetzt wird, um Kulturen wie Mais, Sojabohnen und Winterraps von Anfang an unkrautfrei zu halten. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend in Wasser lösen und sorgt für einen gleichmäßigen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche. Es bietet eine breite Wirksamkeit gegen wichtige wirtschaftliche Schaderreger, insbesondere einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter.

Das Produkt hat sich im Markt als verlässlicher Baustein für die Unkrautbekämpfung im frühen Segment etabliert. Durch die gezielte Ausschaltung von Konkurrenz in der kritischen Jugendentwicklung der Kulturen sichert es das Ertragspotenzial ab. Zu den Hauptzielorganismen gehören unter anderem die Hühnerhirse, der Gemeine Windhalm, das Einjährige Rispengras sowie die Echte Kamille.

Wirkstoffe

Pethoxamid
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in QUANTUM enthaltene Wirkstoff Pethoxamid gehört zur chemischen Gruppe der Chloracetamide und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (Inhibitoren der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren, VLCFA) eingestuft. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Keimwurzel, das Hypokotyl und die Keimblätter der auflaufenden Unkräuter und Ungräser aufgenommen. Nach der Aufnahme blockiert Pethoxamid die Zellteilung und das Zellwachstum im Bildungsgewebe (Meristem) der Schaderreger. Dies führt dazu, dass die empfindlichen Unkräuter bereits vor dem Auflaufen oder kurz danach absterben. Da der Wirkstoff vor allem über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms im oberen Bodenhorizont entscheidend.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du QUANTUM stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Pethoxamid der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich im Fruchtfolge-Verlauf der gezielte Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen. Zudem solltest du mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung nutzen und auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge achten, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

QUANTUM zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und flüssigen Düngemitteln aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung des feinkrümeligen Bodens, um Abschattungseffekte durch Kluten zu vermeiden. Zusatzstoffe sind in der Regel nicht erforderlich, können aber unter extrem trockenen Bedingungen die Bodenhaftung unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und bodenlebende Organismen wie Regenwürmer zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEchte Kamille, Einjähriges Rispengras, Hühnerhirse0–92 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–82 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–92 LITER_PER_HECTARE
SchnittblumenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von QUANTUM?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf (BBCH 00 bis 09), idealerweise direkt nach der Saat der Kultur. Zu diesem Zeitpunkt sind die Keimlinge der Schaderreger besonders empfindlich gegenüber dem Wirkstofffilm im Boden.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, da der Wirkstoff Pethoxamid über das Bodenwasser gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen werden muss. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein feinkrümeliges Saatbett verbessert den Erfolg erheblich.

Kann ich QUANTUM auch im Nachauflauf der Kulturen einsetzen?

Nein, die Zulassung für QUANTUM beschränkt sich auf den Zeitraum vor dem Auflaufen (BBCH 0 bis 9). Eine spätere Anwendung kann zu Schäden an den Kulturpflanzen führen und mindert die herbizide Wirkung gegen bereits etablierte Unkräuter.

Wie verhalte ich mich bei der Fruchtfolgegestaltung nach dem Einsatz von QUANTUM?

Nach dem regulären Anbau von Kulturen, die mit QUANTUM behandelt wurden, können im Rahmen der normalen Fruchtfolge alle üblichen Nachfolgekulturen angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, empfiehlt sich eine tiefe Bodenbearbeitung vor der Neuansaat.

Wie kann ich im Farmable-Hub nach passenden Mischpartnern für dieses Produkt suchen?

Du kannst im Hub gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für deine Kultur suchen, die komplementäre Wirkstoffe (z. B. aus anderen HRAC-Klassen) enthalten. Achte darauf, dass die Mischpartner ebenfalls für das entsprechende BBCH-Stadium zugelassen sind.

Warum ist der Wirkstoff Pethoxamid besonders wertvoll für das Resistenzmanagement?

Als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 15 greift Pethoxamid an einer fundamentalen Stelle der Fettsäuresynthese an. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (Gruppe 1) vorliegen, hilft dir QUANTUM, diese resistenten Biotypen, insbesondere bei Ungräsern wie der Hühnerhirse, effektiv zu kontrollieren.