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OTHER · BASF SE

Quirinus

BVL Zul.-Nr. 008392-00

Quirinus von BASF SE ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Herbst. Das Pflanzenschutzmittel ist speziell für den Einsatz in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale zugelassen. Dank der flüssigen Formulierung lässt sich das Produkt präzise dosieren und gleichmäßig im Feld verteilen.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der frühen Ausschaltung von ertragsmindernder Konkurrenz durch Ungräser (wie Ackerfuchsschwanz und Windhalm) sowie einjährige zweikeimblättrige Schaderreger. Durch den frühen Einsatz im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf sichert Quirinus den Kulturen einen ungestörten Start und schützt das Ertragspotenzial von Anfang an.

Wirkstoffe

Flufenacet
240 g/L · Wirkstoff
Picolinafen
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Quirinus basiert auf der synergistischen Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe. Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) und wirkt als Hemmstoff der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dieser Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und den Hypokotylbereich keimender Schaderreger aufgenommen und stört die Zellteilung im wachsenden Gewebe, was zu einem frühen Wachstumsstopp führt. Picolinafen, eingeordnet in die HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1), blockiert die Carotinoid-Biosynthese durch die Hemmung der Phytoendesaturase (PDS). Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt. Diese Kombination sichert eine starke Bodenwirkung sowie eine zuverlässige Blattwirkung gegen bereits aufgelaufene Unkräuter.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, ist Quirinus ein wertvoller Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch die Kombination der HRAC-Gruppen 15 und 12 bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Alternative zu klassischen ALS- oder ACCase-Hemmern. Landwirte sollten den Einsatz von Quirinus in eine weite Fruchtfolge integrieren und im Frühjahr auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen zurückgreifen. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung und die mechanische Unkrautbekämpfung den langfristigen Erhalt der Wirkstoffleistung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Quirinus zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden sowie Insektiziden zur Vektorenbekämpfung (z. B. gegen Blattläuse als Überträger des Gelbverzwergungsvirus) aus. Für eine optimale Bodenwirkung ist eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu wählen, um eine gleichmäßige Benetzung der Bodenoberfläche zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Tankmischungen wird stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe empfohlen. Extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder langanhaltende Trockenheit direkt nach der Behandlung sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Quirinus sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der boden- und gewässerrelevanten Eigenschaften der Wirkstoffe müssen die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Quirinus im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn Quirinus im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 13) der Kultur appliziert wird. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Schaderreger noch im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium, was die Wirkstoffaufnahme über Boden und Blatt optimiert.

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von Quirinus erforderlich?

Da Flufenacet ein ausgeprägter Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder hohe Strohauflagen sichert einen geschlossenen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche.

Kann Quirinus auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Bei der Anwendung auf drainierten Flächen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern (z. B. NG-Auflagen) genau zu prüfen. Auf stark gefährdeten Standorten kann der Einsatz zeitlich oder mengenmäßig eingeschränkt sein.

Wie integriere ich Quirinus in eine Strategie gegen resistenten Ackerfuchsschwanz?

Quirinus sollte als Fundament im Herbst genutzt werden, um den Besatz an Ackerfuchsschwanz frühzeitig zu dezimieren. Bei extrem hohem Druck oder bekannten Resistenzen gegen HRAC-Gruppe 15 empfiehlt sich eine gezielte Kombination mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen im Tankmix oder eine mechanische Folgebehandlung.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Quirinus?

Nach dem regulären Einsatz von Quirinus im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur (z. B. durch Auswinterung) ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, bevor empfindliche zweikeimblättrige Kulturen neu eingesät werden.

Wie wirkt sich Frost auf die Anwendung von Quirinus aus?

Die Behandlung sollte nicht auf gefrorenem Boden oder bei Frostgefahr unmittelbar nach der Spritzung erfolgen. Zwar vertragen die Wirkstoffe kühle Temperaturen gut, jedoch kann starker Frost die Kulturverträglichkeit des Getreides herabsetzen und den Wirkstoffabbau im Boden verzögern.