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Sonstige · Envu 2022 ES Deutschland GmbH

RA- X

BVL Zul.-Nr. 007201-60

RA- X ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel von Envu, das speziell für die zuverlässige Bekämpfung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern entwickelt wurde. Dank seiner ausgewogenen Formulierung eignet es sich hervorragend für den Einsatz in den zugelassenen Kulturen, um diese bereits frühzeitig unkrautfrei zu halten. Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf den Zielflächen aus.

Die Kombination der beiden Wirkstoffe Diflufenican und Iodosulfuron bietet dir eine doppelte Sicherheit: Sie erfasst bereits aufgelaufene Unkräuter direkt über das Blatt und baut gleichzeitig einen stabilen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche auf. Dieser verhindert über Wochen hinweg das Auflaufen neuer Schaderreger, wodurch deine Kulturen einen optimalen Start ohne störende Konkurrenz erhalten.

Mit einer präzisen Aufwandmenge von 0,5 kg/ha lässt sich das staubfreie Granulat leicht dosieren und rückstandsfrei im Spritztank auflösen. Es stellt somit einen unverzichtbaren Baustein für professionelle Anbauer dar, die Wert auf saubere Bestände und maximale Ertragssicherung legen.

Wirkstoffe

Diflufenican
360 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
10 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Dieses Pflanzenschutzmittel kombiniert zwei hochwirksame Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Mechanismen. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (ehemals F3) und blockiert die Carotinoid-Biosynthese durch die Hemmung des Enzyms Phytoen-Desaturase (PDS). Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll der betroffenen Schaderreger unter Lichteinfluss zerstört, was zu den typischen Ausbleichungserscheinungen führt. Iodosulfuron ist ein Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (ehemals B). Es hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese lebenswichtiger, verzweigtkettiger Aminosäuren verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und die Wurzel wird der Wirkstoff systemisch transportiert; der Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter setzt unmittelbar nach der Behandlung ein.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, solltest du RA- X stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Obwohl das Produkt durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppe 12 und HRAC-Gruppe 2) bereits ein eingebautes Antiresistenzmanagement besitzt, solltest du im Verlauf der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen einsetzen. Nutze zudem ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bevor du eine Tankmischung ansetzt, solltest du immer eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Mischbarkeit zu überprüfen. RA- X lässt sich im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln kombieren. Achte darauf, weiches bis mittelschweres Wasser zu verwenden und die Spritzbrühe während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs kontinuierlich zu rühren. Vermeide Mischungen mit Produkten, die die Wachsschicht der Kultur schädigen könnten, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit RA- X solltest du stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Um die lokale Tier- und Pflanzenwelt zu schonen, ist eine abdriftmindernde Düsentechnik zu empfehlen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder blühende Unkräuter ausbringen und die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Nichtkulturland ohne HolzgewächseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf den Erfolg deiner Behandlung mit RA- X aus?

Da der Wirkstoff Diflufenican eine ausgeprägte Bodenwirkung besitzt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach sehr vorteilhaft. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass sich der Wirkstofffilm gleichmäßig in der obersten Bodenschicht verteilt, sodass auflaufende Schaderreger die Wirkstoffe optimal über die Wurzeln und Keimlinge aufnehmen können.

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um das Einjährige Rispengras zu bekämpfen?

Du erzielst die beste Wirkung, wenn du das Einjährige Rispengras (Poa annua) im sehr frühen Nachauflauf behandelst, idealerweise zwischen dem Keimblatt- und dem frühen Bestockungsstadium. Sobald die Gräser gut bestockt oder älter sind, nimmt die Empfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen deutlich ab.

Solltest du RA- X bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder Hitze spritzen?

Nein, du solltest die Anwendung unter extremen Bedingungen unbedingt vermeiden. Bei Frostgefahr können deine Kulturen die Wirkstoffe nicht schnell genug abbauen, was zu Kulturschäden führen kann. Bei starker Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung verdunstet die Spritzbrühe zu schnell, was die Aufnahme mindert und das Risiko von Verbrennungen auf den Blättern erhöht.

Wie erkennst du, dass die Wirkung von RA- X auf die Unkräuter einsetzt?

Erste Symptome zeigen sich meist nach einigen Tagen: Durch das Diflufenican entstehen charakteristische Aufhellungen (Bleaching-Effekt) an den Triebspitzen und Blättern der Unkräuter. Gleichzeitig sorgt das Iodosulfuron für einen sofortigen Wachstumsstopp, gefolgt von einer rot-bräunlichen Verfärbung und dem allmählichen Absterben der Pflanzen.

Was musst du bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels beachten?

Aufgrund der langanhaltenden Bodenaktivität von Diflufenican solltest du vor dem Anbau von Folgekulturen die spezifischen Wartezeiten und Empfehlungen beachten. Ein tiefes Pflügen oder eine intensive Bodenbearbeitung vor der Neueinsaat empfindlicher Folgekulturen hilft dir, eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verteilen und das Risiko von Schäden an der Nachfolgekultur zu minimieren.