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Sonstiger Schaderreger

Wege und Plätze mit Holzgewächsen

ways and places with trees
YMBAM

Die Kategorie „Wege und Plätze mit Holzgewächsen“ (EPPO-Code: YMBAM), im internationalen Kontext auch als „ways and places with trees“ bezeichnet, beschreibt eine spezifische Nicht-Kulturland-Fläche im urbanen, forstlichen oder gärtnerischen Bereich. Diese Flächen umfassen befestigte, teilbefestigte oder unbefestigte Wege, Plätze und Verkehrsflächen, auf denen Gehölze stehen oder die von Baumbestand gesäumt sind. Aus phytomedizinischer und regulatorischer Sicht stellt diese Kulisse besondere Anforderungen an die Pflege und den Pflanzenschutz, da hier ein direkter Übergang zwischen urbaner Infrastruktur und sensiblen Gehölzbeständen vorliegt.

Die Freihaltung dieser Flächen von unerwünschtem Aufwuchs sowie die Regulierung von Moosen (Bryophyta) und Algen unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere dem § 12 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG). Da es sich um Nichtkulturland handelt, ist die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten und bedarf einer behördlichen Ausnahmegenehmigung. Daher stehen in der Praxis mechanische, thermische und vorbeugende pflanzenbauliche Verfahren im Vordergrund, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Vitalität der Gehölze zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Nicht zutreffend (Nicht-Kulturland)
Erntefenster
Nicht zutreffend (Nicht-Kulturland)
Reihenabstand
Nicht zutreffend
Typischer Ertrag
Nicht zutreffend
Wärmesumme (GDD)
Nicht zutreffend
Boden-pH
5,0–7,5 (je nach Gehölzart)

Bodenmanagement

Die Bodenpflege auf Wegen und Plätzen mit Holzgewächsen zielt primär darauf ab, die Bodenstruktur im Wurzelraum der Gehölze zu schonen und gleichzeitig die Begeh- und Befahrbarkeit der Flächen zu sichern. Verdichtungen durch schweren Maschineneinsatz müssen zwingend vermieden werden, da sie den Gasaustausch und die Wasseraufnahme der Baumwurzeln massiv beeinträchtigen. Auf unbefestigten oder wassergebundenen Wegedecken wird durch regelmäßiges Lockern und Planieren die Wasserführung reguliert, um Staunässe und die Ansiedlung von Moosen zu minimieren. Mulchmaterialien oder mechanische Kehrverfahren helfen, den Humusaufbau auf den Oberflächen zu begrenzen, wodurch den Schaderregern die Wachstumsgrundlage entzogen wird. Ein ausgewogenes Nährstoffmanagement ist in der Regel nicht erforderlich, jedoch muss auf den Schutz des angrenzenden Bodens vor Schadstoffeinträgen geachtet werden.

Schaderreger-Management

Das Management von Schaderregern auf diesen Flächen konzentriert sich vor allem auf die Beseitigung von Moosen (Bryophyta) und Algen, welche die Rutschgefahr erhöhen und die Materialsubstanz der Beläge schädigen können. Da chemische Pflanzenschutzmittel auf Nichtkulturland strengen Anwendungsbeschränkungen unterliegen, kommen vorrangig thermische Verfahren wie Heißwasser, Heißluft oder Abflammen sowie mechanische Bürsten zum Einsatz. Beim Einsatz dieser Methoden muss penibel darauf geachtet werden, die Rinde und die oberflächennahen Wurzeln der Holzgewächse nicht thermisch oder mechanisch zu schädigen. Falls in Ausnahmefällen Pflanzenschutzmittel mit dem Anwendungsgebiet „Wege und Plätze mit Holzgewächsen“ zugelassen sind, müssen die strengen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zum Schutz von Nichtzielorganismen strikt eingehalten werden. Vorbeugende Maßnahmen wie eine optimierte Oberflächenentwässerung und die Förderung der Abtrocknung durch gezielten Gehölzschnitt sind essenziell, um den Befallsdruck durch Algen und Moose dauerhaft zu senken.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Welche gesetzlichen Einschränkungen gelten für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Wegen und Plätzen mit Holzgewächsen?

Gemäß § 12 Abs. 2 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) dürfen Pflanzenschutzmittel auf Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, grundsätzlich nicht angewendet werden. Eine Anwendung auf Wegen und Plätzen ist somit genehmigungspflichtig und bedarf einer expliziten Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Landesbehörde, wobei strengste Auflagen zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser gelten.

Wie lassen sich Moose und Algen auf diesen Flächen ohne chemische Pflanzenschutzmittel effektiv regulieren?

Die effektivsten nicht-chemischen Methoden sind thermische Verfahren wie Heißwasser- oder Heißdampfsysteme, welche die Zellstruktur der Schaderreger zerstören, sowie mechanische Wildkrautbürsten. Vorbeugend wirken eine schnelle Oberflächenentwässerung, das regelmäßige Abkehren von organischem Material (Laub, Staub) und das Freihalten von Schattenzonen durch einen fachgerechten Gehölzschnitt, um die Abtrocknung zu beschleunigen.

Worauf muss beim Einsatz von thermischen Verfahren im Wurzelbereich von Bäumen geachtet werden?

Bei der thermischen Behandlung (z. B. mit Heißwasser oder Abflammgeräten) besteht die Gefahr, dass flach verlaufende Baumwurzeln oder die empfindliche Rinde im Stammfußbereich geschädigt werden. Es muss stets ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Stamm eingehalten werden, und die Hitzeeinwirkung darf nicht so tief in den Boden eindringen, dass das Feinwurzelsystem der Gehölze verbrüht wird.

Wie finde ich in der Datenbank registrierte Pflanzenschutzmittel für diese spezifische Kulisse?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf unserem Portal und wählen Sie unter dem Kultur- bzw. Anwendungsbereich die Kategorie „Nichtkulturland“ oder gezielt den EPPO-Code „YMBAM“. Achten Sie bei der Auswahl darauf, ob das jeweilige Pflanzenschutzmittel eine allgemeine Zulassung besitzt oder ob für die konkrete Anwendung eine Genehmigung nach § 12 PflSchG erforderlich ist.

Welche Rolle spielen Moose und Algen für die Verkehrssicherheit auf Wegen und Plätzen?

Ein starker Befall mit Moosen (Bryophyta) und Algen führt insbesondere bei feuchter Witterung zu einer extremen Rutschgefahr auf Pflaster- und Plattenbelägen. Kommunen und private Eigentümer sind im Rahmen der gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht dazu verpflichtet, diese Flächen verkehrssicher zu halten, weshalb eine regelmäßige Kontrolle und Beseitigung dieser Schaderreger zwingend notwendig ist.