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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Regucil

BVL Zul.-Nr. 005685-61

Regucil ist ein hochwirksamer Wachstumsregler zur gezielten Verbesserung der Standfestigkeit und Halmfestigung in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen wie Getreide und Winterraps. Als flüssiges Formulierungskonzentrat lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und flexibel in den betrieblichen Spritzplan integrieren. Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die Stärkung des Halmquerschnitts beugt das Produkt wirksam dem gefürchteten Lager vor, was die Ernteeffizienz sichert und Qualitätsverluste minimiert.

In intensiven Anbausystemen mit hoher Stickstoffdüngung oder bei lageranfälligen Sorten ist Regucil ein unverzichtbarer Baustein für ein erfolgreiches Bestandsmanagement. Es sorgt für eine homogene Abreife und optimiert den Wasser- und Nährstofftransport innerhalb der Kultur. Dank seiner breiten Zulassung in wichtigen Kulturen wie Winterweizen, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer und Winterraps bietet es Landwirten maximale Flexibilität bei der Bestandsführung im Frühjahr.

Wirkstoffe

Trinexapac
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift gezielt in den Hormonhaushalt der Kulturen ein. Er hemmt die Biosynthese von Gibberellinen, genauer gesagt die späte Stufe der Gibberellin-Synthese durch die Inhibierung der 3-Beta-Hydroxylase. Dadurch wird die Bildung des biologisch aktiven Gibberellins GA1 blockiert, welches maßgeblich für das Streckungswachstum der pflanzlichen Zellen verantwortlich ist. Als Folge dieser biochemischen Hemmung wird das Längenwachstum der Sprossachsen vorübergehend gebremst, was zu kürzeren und gleichzeitig dickwandigeren Internodien führt. Gleichzeitig wird das Wurzelwachstum gefördert, was die Verankerung der Kultur im Boden verbessert und die Nährstoffaufnahme optimiert. Die Kultur investiert ihre Energie somit in die strukturelle Stabilität statt in die reine Höhe.

Resistenzmanagement

Obwohl bei Wachstumsreglern wie Trinexapac kein klassisches Resistenzrisiko im Sinne von resistenten Schaderregern vorliegt, ist ein vorausschauendes Bestandsmanagement entscheidend. Um die Vitalität der Kulturen nicht zu gefährden, solltest du die Aufwandmengen stets an die Sortenanfälligkeit, die Stickstoffversorgung und die aktuellen Witterungsbedingungen anpassen. Eine Kombination mit pflanzenbaulichen Maßnahmen – wie einer angepassten Saatstärke und einer bedarfsgerechten Düngung – sichert langfristig die optimale Wirkung und schont die Bestände vor physiologischem Stress.

Mischbarkeit & Tankmischung

Regucil zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern wie AHL aus. Bei Tankmischungen mit Herbiziden, insbesondere Wuchsstoffen, ist jedoch Vorsicht geboten, da dies zu phytotoxischen Reaktionen führen kann. Achte darauf, die Mischung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Sonneneinstrahlung auszubringen, um die Aufnahme des Wirkstoffs zu maximieren. Vermeide Mischungen unter extremen Stressbedingungen wie Frost, anhaltender Trockenheit oder direkter Mittagshitze.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Regucil steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmfestigung39–490.3 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit51–551.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung31–490.4 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung39–490.3 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung31–490.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Regucil im Getreide?

Der beste Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39, also vom Beginn des Schossens bis zum Erscheinen des letzten Blattes. In dieser Phase befindet sich die Kultur im intensivsten Längenwachstum, sodass der Wirkstoff die Einkürzung der wichtigsten Internodien optimal steuern kann.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Regucil?

Trinexapac benötigt für eine schnelle Aufnahme und optimale Wirkung wüchsiges Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichend Luftfeuchtigkeit. Sonnenschein beschleunigt den Transport im Saftstrom der Kultur. Vermeide Behandlungen bei Frostgefahr oder extremer Trockenheit, da die Kultur den Wirkstoff dann nicht effizient verstoffwechseln kann.

Kann ich Regucil zusammen mit einer Stickstoff-Spätdüngung (AHL) ausbringen?

Ja, eine Mischung mit Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) ist grundsätzlich möglich und wird in der Praxis häufig genutzt. Allerdings solltest du bei dieser Kombination die Aufwandmenge von Regucil leicht reduzieren, da AHL die Wachstumsreglerwirkung verstärken kann, und die Behandlung nicht bei praller Sonne durchführen, um Verbrennungen an den Blättern zu vermeiden.

Warum ist die Halmfestigung auch für die Erntequalität so wichtig?

Lagerndes Getreide führt zu einer schlechteren Durchlüftung des Bestandes, was das Risiko für Pilzinfektionen drastisch erhöht. Zudem erschwert Lager den Mähdrusch erheblich, verzögert die Ernte und führt durch Ausfallgetreide und verminderte Fallzahlen zu direkten finanziellen Verlusten. Eine rechtzeitige Behandlung sichert somit deine Erntequalität.

Wie passe ich die Aufwandmenge an die jeweilige Sorte an?

Bei standfesten Sorten oder unter trockenen Bedingungen reicht meist die untere registrierte Aufwandmenge aus. Bei lageranfälligen Sorten, hoher Stickstoffdüngung oder feucht-warmen Witterungsbedingungen, die das Längenwachstum stark anregen, solltest du die Aufwandmenge im oberen zugelassenen Bereich wählen, um eine ausreichende Standfestigkeit zu garantieren.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit beachten?

Für Regucil ist die Wartezeit durch die Zulassungsbehörde (BVL) oft durch die Vegetationszeit abgedeckt (F), da die Anwendung relativ früh in der Wachstumsphase erfolgt. Dennoch solltest du stets die genauen Auflagen der Gebrauchsanleitung für deine spezifische Kultur prüfen, um alle gesetzlichen Vorgaben exakt einzuhalten.