Alle Mittel
OTHER · BASF SE

Revystar

BVL Zul.-Nr. 00A275-00

Revystar ist ein hochinnovatives Pflanzenschutzmittel von BASF, das als hochwirksames Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen und auf Rasenflächen entwickelt wurde. Die Formulierung basiert auf modernster Technologie, die eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Kultur gewährleistet. Damit positioniert sich das Produkt als verlässlicher Baustein sowohl für den vorbeugenden als auch für den kurativen Schutz in intensiven Anbausystemen.

Der enthaltene Wirkstoff Mefentrifluconazole stellt einen bedeutenden Fortschritt innerhalb der Triazol-Klasse dar. Er bietet einen herausragenden Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze und Netzflecken. Durch die schnelle Penetration des Blattes ist die Kultur bereits kurz nach der Behandlung optimal geschützt, was die Ertragsbildung und die Qualität des Ernteguts nachhaltig sichert.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Mefentrifluconazole gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er blockiert die C14-Demethylase, ein Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol, welches ein unverzichtbarer Baustein für die Stabilität und Funktion der pilzlichen Zellmembranen ist. Ohne Ergosterol kommt das Wachstum der Pilzhyphen zum Stillstand, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Das Besondere an diesem Wirkstoff ist seine molekulare Flexibilität (Isopropanol-Brücke). Das Molekül kann seine räumliche Struktur anpassen, um sich fest an das Zielenzym des Pilzes zu binden. Dadurch entfaltet das Pflanzenschutzmittel selbst gegen solche Pilzstämme eine hervorragende Wirkung, die bereits eine verringerte Sensitivität gegenüber herkömmlichen Triazolen entwickelt haben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Schaderregern wie der Septoria-Blattdürre oder der Sprenkelkrankheit (Ramularia) vorzubeugen, muss Revystar im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge von 1,5 l/ha und die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison. Zudem sollte das Produkt im Spritzprogramm konsequent im Wechsel oder in Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHI (Carboxamide) oder Strobilurinen, kombiniert werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Revystar zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Es kann problemlos mit gängigen Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern kombiniert werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt und das Rührwerk eingeschaltet werden, bevor die einzelnen Mischpartner nacheinander beigegeben werden. Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, empfiehlt sich bei komplexen Mehrfachmischungen oder extremen Witterungsbedingungen vorab ein einfacher Mischungstest in einem Kleingebinde.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Revystar ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz driftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienengiftigkeit als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Revystar im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt präventiv oder bei den allerersten sichtbaren Symptomen im BBCH-Stadium 30 (Schossen) bis 69 (Ende der Blüte). Ein besonders kritischer und hochwirksamer Termin ist die Behandlung zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 37–39), um die ertragsentscheidenden oberen Blattetagen gesund zu erhalten.

Wie verhält sich das Produkt bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Dank der innovativen Isopropanol-Triazol-Struktur ist die Wirkung von Revystar weitgehend temperaturunabhängig. Der Wirkstoff wird bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 5 °C rasch von der Kultur aufgenommen und im Blattgewebe verteilt, was einen zuverlässigen Schutz auch bei unbeständiger, kühler Frühjahrswitterung garantiert.

Kann Revystar zusammen mit Wachstumsreglern ausgebracht werden?

Ja, eine Tankmischung mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat-chlorid, Prohexadion-Calcium oder Trinexapac-ethyl) ist in der Regel sehr gut verträglich. Diese Kombination spart eine Überfahrt und unterstützt gleichzeitig die Standfestigkeit sowie den Gesundheitsschutz der Kultur. Die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner sind dabei stets zu beachten.

Welche Rolle spielt Revystar bei der Vermeidung von Triazol-Resistenzen?

Da Mefentrifluconazole eine extrem hohe Bindungsaffinität am Zielenzym besitzt, erfasst es auch Stämme von Septoria-Arten, die gegenüber älteren Triazolen bereits eine verminderte Empfindlichkeit zeigen. Um diese hervorragende Wirkung langfristig zu sichern, sollte das Produkt dennoch stets im Wechsel mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Kontaktwirkstoffen oder SDHIs) eingesetzt werden.

Wie schnell ist das Pflanzenschutzmittel nach der Anwendung regenfest?

Der Wirkstoff dringt nach der Applikation sehr schnell in die schützende Wachsschicht des Blattes ein. Sobald der Spritzbelag auf der Blattoberfläche vollständig angetrocknet ist – in der Regel nach etwa 1 bis 2 Stunden –, ist das Produkt hervorragend regenfest, und die volle Schutzwirkung bleibt auch bei nachfolgenden Niederschlägen erhalten.

Welche Wartezeit muss vor der Ernte eingehalten werden?

Für die zugelassenen Getreidekulturen (wie Weizen, Gerste und Triticale) ist eine gesetzliche Wartezeit von exakt 35 Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte einzuhalten. Dies stellt sicher, dass eventuelle Rückstände im Erntegut weit unter den gesetzlich zulässigen Grenzwerten liegen.