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OTHER · BASF SE

Revytur

BVL Zul.-Nr. 00B167-00

Revytur ist ein hochmodernes, flüssiges Fungizid (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat, SC) von BASF, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Es kombiniert den innovativen Triazol-Wirkstoff Mefentrifluconazole (bekannt als Revysol) mit dem bewährten, protektiv wirkenden Schwefel. Diese Kombination bietet einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Weizen, Gerste und Triticale.

Durch die intelligente Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen deckt Revytur wichtige Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken sowie die schwer bekämpfbare Ramularia-Sprenkelkrankheit ab. Besonders hervorzuheben ist die starke Wirkung gegen Echten Mehltau, bei dem Schwefel seine traditionellen Stärken voll ausspielt.

Dank der modernen Formulierungstechnologie haftet das Pflanzenschutzmittel hervorragend auf der Blattoberfläche und bietet eine schnelle Regenfestigkeit. Dies sichert die Leistung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr und sorgt für eine langanhaltende Dauerwirkung in den sensiblen BBCH-Stadien des Getreides.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
25 g/L · Wirkstoff
Schwefel
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Revytur basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Mefentrifluconazole gehört zur Gruppe der De-Methylierungs-Inhibitoren (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Als sogenanntes „Isopropanol-Triazol“ zeichnet es sich durch eine einzigartige molekulare Flexibilität aus. Es bindet selbst an mutierte Zielenzyme von Schadpilzen hochgradig effektiv und blockiert die Ergosterol-Biosynthese, was zum Zusammenbruch der Zellmembranen des Pilzes führt. Der zweite Partner, Schwefel (FRAC-Gruppe M02), fungiert als Multi-Site-Inhibitor mit rein protektiver Kontaktwirkung. Schwefel dringt in die Sporen der Pilze ein, stört dort die Atmungskette durch die Interferenz mit Cytochromen und wirkt zudem unspezifisch auf verschiedene enzymatische Prozesse. Diese Kombination aus systemischer Kurativleistung (Mefentrifluconazole) und breiter, oberflächlicher Protektion (Schwefel) macht das Produkt äußerst schlagkräftig.

Resistenzmanagement

Das integrierte Resistenzmanagement ist eine der Kernstärken von Revytur. Durch die Kombination des modernen Triazols Mefentrifluconazole mit dem Multi-Site-Wirkstoff Schwefel wird das Risiko einer Resistenzentwicklung bei kritischen Schaderregern wie Septoria tritici oder Ramularia collo-cygni drastisch minimiert. Um diese Wirkung langfristig zu sichern, sollte Revytur stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) eingesetzt werden. Die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Begrenzung der Behandlungsanzahl pro Saison sind dabei essenziell.

Mischbarkeit & Tankmischung

Revytur zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern oder Mikronährstoffen sollte jedoch vorab eine Verträglichkeitsprobe (Mischbecher-Test) durchgeführt werden. Um eine optimale Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, empfiehlt sich eine Wassermenge von 150 bis 300 l/ha. Auf den Zusatz stark saurer oder stark alkalischer Additive sollte verzichtet werden, um die Stabilität der Formulierung nicht zu gefährden. Die Behandlung sollte bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um phytotoxische Reaktionen durch Schwefel bei starker Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Revytur ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Aufgrund des Schwefelanteils und der fungiziden Eigenschaften ist das Pflanzenschutzmittel als gewässergefährdend eingestuft. Strengste Beachtung gilt den gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen beachten) und Saumstrukturen, um aquatische Organismen zu schützen. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter während des aktiven Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–594 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–594 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–594 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–594 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–594 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–594 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–594 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–594 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–594 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–594 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–594 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Revytur im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 30 bis 59 (Schossen bis Ende des Ährenschiebens). Gegen Blattkrankheiten wie Septoria und Roste empfiehlt sich eine Applikation zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 37–39), um die ertragsrelevanten oberen Blätter optimal zu schützen. Bei frühem Mehltaudruck kann eine Behandlung bereits ab BBCH 30 erfolgen.

Warum ist die Kombination aus Mefentrifluconazole und Schwefel so vorteilhaft gegen Ramularia in Gerste?

Ramularia collo-cygni hat in vielen Regionen Resistenzen gegen klassische SDHIs und Strobilurine sowie ältere Triazole entwickelt. Mefentrifluconazole bietet aufgrund seiner flexiblen Molekülstruktur eine hervorragende Wirkung gegen diese mutierten Stämme. Der enthaltene Schwefel wirkt als Multi-Site-Inhibitor zusätzlich protektiv und beugt einer weiteren Resistenzbildung effektiv vor.

Was muss bei der Anwendung von Revytur bezüglich der Witterung und Temperatur beachtet werden?

Mefentrifluconazole wirkt weitgehend temperaturunabhängig und zeigt auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eine gute systemische Verteilung. Schwefel benötigt für eine optimale Gasphase-Wirkung gegen Mehltau Temperaturen ab etwa 10–12 °C. Vermeiden Sie jedoch Applikationen bei praller Mittagssonne und Temperaturen über 25 °C, um das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen zu minimieren.

Wie verhält sich Revytur bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der hochentwickelten Formulierungstechnologie haftet der Spritzbelag schnell und regensicher auf der Wachsschicht der Blätter. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzfilms ist das Mittel regenfest, sodass auch unbeständige Wetterlagen im Frühjahr die Schutzwirkung nicht beeinträchtigen.

Kann Revytur in Tankmischungen mit Wachstumsreglern eingesetzt werden?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat-Chlorid, Prohexadion-Calcium oder Trinexapac-Ethyl) ist in der Regel gut verträglich. Bei der Kombination mehrerer Komponenten sollte jedoch stets die Mischreihenfolge beachtet werden (zuerst feste Formulierungen, dann Revytur, zuletzt flüssige Wachstumsregler) und auf ausreichende Wasseraufwandmengen geachtet werden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie hierzu die integrierte Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Weichweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Gelbrost) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffprofile anzuzeigen.