Alle Mittel
Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

RIM 25 WG

BVL Zul.-Nr. 00A416-00

RIM 25 WG ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie spezifischen Schadgräsern wie der Hühnerhirse und der Gemeinen Quecke. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und rückstandsfrei im Spritztank auflösen. Es ist speziell für den Einsatz in den landwirtschaftlich bedeutenden Kulturen Kartoffel und Mais registriert.

Durch seine systemische Wirkung wird der Wirkstoff schnell über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen. Dies sorgt für einen raschen Wachstumsstopp der Unkräuter, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen. Dank der selektiven Eigenschaften schont das Mittel die Hauptkulturen bei vorschriftsmäßiger Anwendung und sichert so das Ertragspotenzial von Anfang an.

Wirkstoffe

Rimsulfuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Rimsulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe B (bzw. Gruppe 2) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactatsynthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme blockiert Rimsulfuron diesen Stoffwechselweg, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger führt. Erste Symptome wie Chlorosen an den Vegetationspunkten und anschließende Nekrosen zeigen sich meist nach wenigen Tagen, bevor das Unkraut vollständig abstirbt. Da der Abbau in den toleranten Kulturen wie Mais und Kartoffeln rasch über spezifische Stoffwechselwege erfolgt, bleibt die Kultur bei Einhaltung der empfohlenen BBCH-Stadien unbeschadet.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern und Gräsern – wirksam vorzubeugen, solltest du RIM 25 WG stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Dies bedeutet, dass du den Einsatz dieses ALS-Hemmers mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen abwechselst oder in Tankmischungen kombinierst. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung, um den Selektionsdruck auf einem niedrigen Niveau zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

RIM 25 WG zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden aus, die in Mais und Kartoffeln eingesetzt werden. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder einer ausgeprägten Wachsschicht der Schaderreger, wird häufig der Zusatz eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) empfohlen. Achte darauf, die Spritze mit sauberem, pH-neutralem Wasser zu befüllen und die Mischung direkt nach dem Ansetzen gleichmäßig auszubringen. Vor dem Mischen mit flüssigen Düngemitteln oder Mikronährstoffen empfiehlt sich ein einfacher Verträglichkeitstest im kleinen Maßstab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und ein sorgfältiges Spülen der Geräte auf dem Feld einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke, Hühnerhirse11–1760 GRAM_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke, Hühnerhirse11–1660 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von RIM 25 WG nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung solltest du das Herbizid bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchtigkeit ausbringen, da die Schaderreger den Wirkstoff dann besonders aktiv aufnehmen. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Trockenheit oder Frost) stehen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Ein Regenschauer kurz nach der Applikation kann die Wirkung mindern; ideal ist eine regenfreie Zeit von mindestens zwei Stunden nach dem Spritzen.

Warum ist das BBCH-Stadium der Unkräuter für den Behandlungserfolg so entscheidend?

Da RIM 25 WG primär über das Blatt aufgenommen wird, erzielst du den besten Bekämpfungserfolg, wenn sich die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter und Gräser im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis maximal 4-Blatt-Stadium) befinden. Bei der Gemeinen Quecke sollte die Behandlung erfolgen, wenn sie eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm erreicht hat, damit genügend Blattfläche für die systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Rhizome vorhanden ist.

Kann ich RIM 25 WG auch in einer Splitting-Anwendung spritzen?

Ja, in vielen Fällen ist eine Aufteilung der Aufwandmenge (Splitting) im Nachauflauf sehr sinnvoll, um neu auflaufende Unkrautwellen flexibel zu erfassen. Achte dabei darauf, dass die registrierte Gesamtaufwandmenge pro Saison nicht überschritten wird und die Abstände zwischen den Behandlungen den fachlichen Empfehlungen entsprechen. Dies schont die Kultur und sorgt für eine dauerhafte Unkrautfreiheit.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz beachten?

Rimsulfuron wird im Boden relativ schnell durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse inaktiviert. Nach der regulären Ernte von Kartoffeln oder Mais können im folgenden Herbst in der Regel problemlos Wintergetreidearten angebaut werden. Falls es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommt, solltest du den Boden tief pflügen und vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen (wie z. B. Gemüsekulturen) Rücksprache mit der Fachberatung halten, um eventuelle Schäden durch Wirkstoffreste im Boden auszuschließen.

Wie kann ich das Risiko von Wirkstoffresistenzen bei der Bekämpfung von Hühnerhirse minimieren?

Da die Hühnerhirse ein hohes Potenzial zur Resistenzbildung gegenüber ALS-Hemmern besitzt, solltest du RIM 25 WG nie als alleinige Maßnahme über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche einsetzen. Kombiniere das Mittel mit Herbiziden, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen (z. B. HPPD-Hemmer oder Bodenherbizide), und nutze mechanische Pflegemaßnahmen wie Hacken oder Striegeln, um verbliebene Gräser konsequent auszuschalten.

Benötige ich für die Ausbringung zwingend ein Adjuvans (Netzmittel)?

Ja, die Zugabe eines geeigneten, nicht-ionischen Netzmittels wird dringend empfohlen, da es die Oberflächenspannung der Spritzbrühe reduziert. Dadurch haftet der Wirkstoff besser auf den oft wachshaltigen Blättern von Schadgräsern wie der Hühnerhirse und dringt schneller in das Pflanzengewebe ein. Dies steigert die biologische Effektivität und sorgt auch unter suboptimalen Bedingungen für eine sichere Wirkung.