RIM 25 WG
RIM 25 WG ist ein hochwirksames, selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie bedeutenden Schadgräsern in Kartoffeln (SOLTU) und Mais (ZEAMX). Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Herbizid durch eine hervorragende Löslichkeit und eine einfache Handhabung bei der Spritzbrühenbereitung aus. Der enthaltene Wirkstoff Rimsulfuron bietet eine flexible Lösung für den Nachauflauf, um kritische Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten.
Das Pflanzenschutzmittel wird vorrangig über die grünen Pflanzenteile der Schaderreger aufgenommen und rasch systemisch in der gesamten Pflanze verteilt. Dadurch werden auch tiefer liegende Wurzel- und Rhizomstrukturen erfasst, was insbesondere bei der Bekämpfung ausdauernder Schadgräser von entscheidender Bedeutung ist. Die schnelle Absorption minimiert zudem das Risiko einer vorzeitigen Abwaschung durch Niederschläge kurz nach der Applikation.
Durch seine gezielte Selektivität schont RIM 25 WG die behandelten Kulturen, während es gleichzeitig ein breites Spektrum an Unkräutern und Ungräsern effektiv unterdrückt. Es stellt somit ein wichtiges Werkzeug im modernen, integrierten Pflanzenbau dar, um die Ertragsleistung und Qualität von Mais- und Kartoffelbeständen zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in RIM 25 WG enthaltene Wirkstoff Rimsulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System unter der Gruppe 2 (früher Gruppe B) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme blockiert der Wirkstoff die ALS-Aktivität, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger führt. Obwohl die Unkräuter kurz nach der Behandlung aufhören zu wachsen und keine Nährstoffkonkurrenz mehr darstellen, zeigt sich das vollständige Absterben der Pflanzen – erkennbar an Chlorosen, Nekrosen der Vegetationspunkte und anschließender Verbräunung – je nach Witterung erst nach ein bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion von resistenten Biotypen vorzubeugen, muss die Anwendung von RIM 25 WG im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements erfolgen. Da der Wirkstoff der HRAC-Gruppe 2 angehört, sollte er stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. mit Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 5 oder 15) eingesetzt werden. Zudem ist es ratsam, mechanische Regulierungsmaßnahmen in die Anbaustrategie zu integrieren und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison auf den betroffenen Flächen konsequent zu begrenzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
RIM 25 WG ist mit einer Vielzahl gängiger Nachauflauf-Herbizide und Fungizide für den Einsatz in Mais und Kartoffeln mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei einer ausgeprägten Wachsschicht der Schadgräser oder unter trockenen Witterungsbedingungen, wird die Zugabe eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels dringend empfohlen. Tankmischungen mit organophosphathaltigen Insektiziden sollten vermieden werden, da diese die Selektivität in der Kultur beeinträchtigen können. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Ausbringung von RIM 25 WG sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien für den Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Gewässern und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die vorgegebenen Abdriftsminderungsklassen sowie die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen penibel zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine direkte Abdrift auf blühende Bestände vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit RIM 25 WG im Nachauflauf?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Schaderreger im aktiven Wachstum befinden. Für einjährige zweikeimblättrige Unkräuter und die Hühnerhirse liegt das ideale Fenster im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium (BBCH 11 bis 15). Bei der Gemeinen Quecke sollte gewartet werden, bis diese eine Wuchshöhe von etwa 10–15 cm erreicht hat, damit genügend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme vorhanden ist.
Warum ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei RIM 25 WG so wichtig?
Rimsulfuron ist ein rein systemischer Wirkstoff, der hauptsächlich über das Blattwerk aufgenommen wird. Da viele Schadgräser wie die Hühnerhirse eine stark wasserabweisende Wachsschicht besitzen, verringert ein Netzmittel die Oberflächenspannung der Spritzbrühe. Dies sorgt für eine gleichmäßige Benetzung der Blätter und beschleunigt die Wirkstoffaufnahme, besonders bei trockener Witterung.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung des Pflanzenschutzmittels?
Optimale Bedingungen für die Applikation sind milde Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit, da die Unkräuter dann physiologisch aktiv sind und den Wirkstoff schnell transportieren. Vermeiden Sie Behandlungen bei extremer Hitze über 25 °C, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen durch Frost, Staunässe oder anhaltende Trockenheit gestresst sind.
Kann RIM 25 WG in Tankmischung mit flüssigen Stickstoffdüngern ausgebracht werden?
Von einer gemeinsamen Ausbringung mit reinen flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) im Nachauflauf wird dringend abgeraten, da dies das Risiko von phytotoxischen Blattschäden an den Kulturen (Mais und Kartoffeln) massiv erhöht. Die Zumischung von speziellen Mikronährstoffdüngern ist in der Regel möglich, sollte aber vorab auf Verträglichkeit geprüft werden.
Was muss bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur beachtet werden?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur (z. B. durch Frost oder Hagel) notwendig werden, können nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel wieder Mais oder Kartoffeln nachgebaut werden. Für empfindliche Nachfolgekulturen wie Getreide oder Raps sollten vor der Einsaat eine ausreichende Wartezeit und eine intensive Bodenmischung eingehalten werden, um Schäden durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.