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Rincon 25 SG

BVL Zul.-Nr. 00B501-00

Rincon 25 SG ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von Schadgräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern in den Kulturen Mais und Kartoffel. Als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühenbereitung aus. Es bietet Landwirten eine flexible und zuverlässige Lösung, um ertragsmindernde Konkurrenz im frühen Nachauflauf effektiv auszuschalten.

Das Wirkungsspektrum umfasst neben einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern auch schwer bekämpfbare Schadgräser wie die Hühnerhirse sowie die ausdauernde Gemeine Quecke. Durch die schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk und die Wurzeln wird das Wachstum der Schaderreger prompt gestoppt, was die Kulturen frühzeitig von der Nährstoff- und Wasserkonkurrenz befreit.

Wirkstoffe

Rimsulfuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Rincon 25 SG enthaltene Wirkstoff Rimsulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe B (ALS-Inhibitoren) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die für das Zellwachstum und die Zellteilung der Pflanzen unerlässlich sind. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch von den Blättern und zu einem geringeren Teil über die Wurzeln aufgenommen und systemisch in der Pflanze transportiert. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung stellt das Unkraut sein Wachstum ein. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen der Vegetationspunkte und ein anschließendes Absterben der Schaderreger zeigen sich je nach Witterung innerhalb von ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte Rincon 25 SG stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Rimsulfuron der HRAC-Gruppe B angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie beispielsweise aus den HRAC-Gruppen F1, G oder K3) in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem empfiehlt sich bei hohem Selektionsdruck der Einsatz von Tankmischungen mit Partnern, die über einen komplementären Wirkungsmechanismus verfügen, um die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei Hirsearten, effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Rincon 25 SG ist in der Praxis gut mit vielen gängigen Mais- und Kartoffelherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen oder bei der Bekämpfung von schwer benetzbaren Schadgräsern wie der Hühnerhirse, wird dringend der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) empfohlen. Vor der Ansetzung größerer Mengen sollte stets eine physikalische Mischprobe durchgeführt werden. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden bei ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen, um Verdunstungsverluste zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Rincon 25 SG sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke, Hühnerhirse10–1760 GRAM_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke, Hühnerhirse9–2960 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Rincon 25 SG im Mais?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden und die Schadgräser (wie Hühnerhirse) das 1- bis 3-Blattstadium erreicht haben. Dies entspricht meist dem BBCH-Stadium 12 bis 18 des Maises, wenn die Kulturen aktiv wachsen und den Wirkstoff schnell metabolisieren können.

Warum ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei Rincon 25 SG so wichtig?

Da Rimsulfuron primär über das Blatt aufgenommen wird, verbessert ein Adjuvans die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen von Schadgräsern wie der Hühnerhirse erheblich. Dies sichert eine schnelle und vollständige Wirkstoffaufnahme, besonders bei suboptimaler Witterung wie anhaltender Trockenheit.

Wie verhält sich Rincon 25 SG bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke sollte die Anwendung erfolgen, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat und genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme vorhanden ist. Da Quecken aus Rhizomen regenerieren, ist eine systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzeln entscheidend.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Rincon 25 SG?

Nach dem regulären Umbruch von mit Rincon 25 SG behandelten Flächen können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Folgejahr fast alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur (z. B. durch Frostschäden) sollten vor der Neuansaat bodenwendende Maßnahmen wie Pflügen durchgeführt und vorzugsweise wieder Mais oder Kartoffeln angebaut werden.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung und Verträglichkeit von Rincon 25 SG?

Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Boden- und Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den Abbau in der Kultur, was die Verträglichkeit erhöht. Vermeiden Sie Behandlungen bei extremen Temperaturen über 25 °C, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Frost, Trockenheit oder Staunässe) stehen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Hühnerhirse in Mais?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter „Kulturen“ den Mais (ZEAMX) und filtern Sie unter „Schaderreger“ gezielt nach „Hühnerhirse“. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Herbizide inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen auf.