Sankari
Sankari ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel von GLOBACHEM NV, das auf dem natürlichen Wirkstoff Pelargonsäure (650 g/l) basiert. Formuliert als flüssiges Konzentrat, bietet dieses Produkt eine schnelle, physikalisch-chemische Kontaktwirkung gegen Schaderreger. Es ist speziell für den Einsatz in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweizen, Sommerweizen und Wintergerste registriert, um einen gezielten Schutz gegen Blattläuse aufzubauen.
Durch den Fokus auf einen organischen Wirkstoff stellt Sankari eine wertvolle Ergänzung im modernen, integrierten Pflanzenschutz dar. Es schließt Lücken, die durch den Wegfall klassischer synthetischer Insektizide entstehen, und eignet sich hervorragend für Betriebe, die auf rückstandsarme oder biologisch orientierte Anbaustrategien setzen. Die schnelle Kontaktwirkung sorgt für eine rasche Befallskontrolle direkt nach der Anwendung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Pelargonsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die rein über den direkten Kontakt wirkt. Bei der Anwendung dringt die Säure in die schützende Wachsschicht (Kutikula) der Blattläuse ein und zerstört die Integrität der Zellmembranen. Dies führt zu einer sofortigen Plasmolyse, schnellem Flüssigkeitsverlust und der Dehydration der Schaderreger. Da es sich um einen physikalisch-chemischen Wirkmechanismus handelt, der die Zellstrukturen direkt angreift, unterscheidet sich Sankari grundlegend von klassischen Nervengiften. Die Wirkung tritt extrem schnell ein – oft sind bereits kurz nach der Benetzung erste Effekte sichtbar. Da keine spezifischen Rezeptoren im Nervensystem blockiert werden, ist die Wirkung rein mechanisch-kontaktbasiert.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschaderregern als extrem gering einzustufen. Sankari eignet sich daher hervorragend als Baustein im Resistenzmanagement. Du kannst das Produkt ideal in Spritzfolgen mit systemischen oder kontaktwirksamen Insektiziden anderer Wirkstoffklassen integrieren, um den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffe zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass Sankari als Kontaktmittel eine hervorragende Benetzung der Kultur erfordert. Die Kombination mit Netzmitteln kann die Verteilung auf den Blättern optimieren, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um auch versteckt sitzende Blattläuse in den dichten Getreidebeständen sicher zu treffen. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Partnern, um die Stabilität der Formulierung nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sankari steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzbrille und Schutzhandschuhe ist bei der Handhabung des Konzentrats unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Bevorzuge für die Behandlung die späten Abendstunden, um Nichtzielorganismen zu schonen und Abdriften in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Blattläuse | 51–77 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Blattläuse | 51–77 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse | 10–29 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie stellst du sicher, dass Sankari seine maximale Wirkung gegen Blattläuse entfaltet?
Da Sankari ein reines Kontaktmittel ist, müssen die Blattläuse direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Verwende eine ausreichend hohe Wassermenge und achte auf eine feine Tropfenbildung sowie eine optimale Benetzung der gesamten Kultur, insbesondere der Blattunterseiten und der dichten Bestandsbereiche.
Zu welcher Tageszeit solltest du die Behandlung mit Sankari durchführen?
Am besten applizierst du das Produkt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Vermeide die Anwendung bei praller Sonne und hohen Temperaturen über 25 °C, um ein zu schnelles Antrocknen des Spritzbelags zu verhindern und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern der Kultur zu minimieren.
Kannst du Sankari auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen anwenden?
Nein, für eine optimale Wirkung benötigt Pelargonsäure eine gewisse Antrocknungszeit auf der Pflanze und den Schaderregern. Regnet es kurz nach der Applikation, wird der Wirkstoff abgewaschen, bevor er die Kutikula der Blattläuse durchdringen kann. Achte auf ein trockenes Zeitfenster von mindestens zwei Stunden nach der Spritzung.
Warum ist Sankari ein wertvoller Partner für dein integriertes Pflanzenschutzkonzept?
Durch den rein physikalischen Kontaktmechanismus der Pelargonsäure gibt es keine bekannten Kreuzresistenzen zu synthetischen Insektizidklassen wie Pyrethroiden. Du kannst Sankari gezielt einsetzen, um bestehende Resistenzzyklen in deinem Betrieb zu durchbrechen und die Selektion resistenter Blattlaus-Biotypen zu verhindern.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Terminierung der Spritzung?
Die Zulassung deckt einen breiten Bereich von der Blattentwicklung bis zur späten Teigreife ab. Du solltest die Behandlung genau dann terminieren, wenn die Schadschwellen für Blattläuse im Getreide überschritten sind, idealerweise bevor sich die Kolonien in den Ähren oder tief im dichten Blattapparat etablieren, wo sie schwerer zu treffen sind.
Wie verhält sich Sankari bezüglich Rückständen in der Ernte?
Da Pelargonsäure eine natürlich vorkommende Fettsäure ist, die in der Umwelt und auf der Kultur extrem schnell biologisch abgebaut wird, hinterlässt sie keine bedenklichen synthetischen Rückstände. Dies macht das Produkt besonders attraktiv für den späten Einsatz im Getreide vor der Ernte.