Alle Mittel
Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

SENIOR

BVL Zul.-Nr. 008535-00

SENIOR von Corteva Agriscience ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen, Wintertriticale und Dinkel. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert das Pflanzenschutzmittel den modernen Wirkstoff Pyroxsulam mit dem bewährten Safener Cloquintocet, um eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Unkrautwirkung zu gewährleisten.

Das Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm und verschiedene Weidelgras-Arten (Lolium-Arten) sowie eine breite Palette einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die flexible Anwendung im Frühjahr erfasst SENIOR die Schaderreger direkt im aktiven Wachstum, was zu einem schnellen und nachhaltigen Absterben der Konkurrenzflora führt und die Ertragsbildung der Kultur optimal absichert.

Wirkstoffe

Cloquintocet
75 g/kg · Safener
Pyroxsulam
75 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der aktive Wirkstoff Pyroxsulam gehört zur chemischen Klasse der Triazolopyrimidine und wird gemäß HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen. Durch die Blockade der ALS wird die Zellteilung in den Meristemen der empfindlichen Unkräuter und Ungräser sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand und nachfolgender Chlorose und Nekrose führt. Um die Kulturverträglichkeit im Getreide zu sichern, enthält SENIOR den Safener Cloquintocet. Dieser Stoff besitzt selbst keine herbizide Wirkung, fördert jedoch in den Getreidekulturen den schnellen Abbau von Pyroxsulam zu ungiftigen Metaboliten. Da dieser Entgiftungsmechanismus in den Zielunkräutern und -ungräsern nicht in gleichem Maße abläuft, bleibt die herbizide Wirkung dort voll erhalten, während deine Kultur optimal geschützt ist.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei wichtigen Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Windhalm vorzubeugen, solltest du SENIOR stets in ein integriertes Herbizid-Management einbinden. Da Pyroxsulam ein ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ist, besteht ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen. Vermeide daher den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendung stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen und nutze pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

SENIOR lässt sich für ein erweitertes Wirkungsspektrum gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei der Bekämpfung von Ungräsern unter trockenen Bedingungen, wird dringend die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels oder Additivs empfohlen. Achte bei Tankmischungen stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze: Löse SENIOR als Granulat vollständig im wassergefüllten Tank auf, bevor du flüssige Mischungspartner oder Additive hinzugibst. Vermeide Mischungen mit AHL oder reinen Mikronährstoffdüngern bei extremen Temperaturschwankungen, um Kulturunverträglichkeiten auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SENIOR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen auf blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die Nichtziel-Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten21–320.25 KILOGRAM_PER_HECTARE
DinkelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten21–320.25 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten21–320.25 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten21–320.25 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit SENIOR im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im zeitigen Frühjahr ab dem Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des zweiten Knotens der Kultur (BBCH-Stadium 21 bis 32). Für eine maximale Wirkung sollten sich die Zielungräser und Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und noch nicht zu weit entwickelt sein, idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium.

Warum wird für die Anwendung von SENIOR die Zugabe eines Additivs empfohlen?

Da SENIOR als wasserdispergierbares Granulat formuliert ist, benötigt der Wirkstoff Pyroxsulam ein geeignetes Netzmittel, um die schützende Wachsschicht der Unkrautblätter optimal zu durchdringen. Ohne ein solches Additiv perlt die Spritzbrühe leichter ab, was die Wirkstoffaufnahme und somit die Bekämpfungsleistung gegen schwer benetzbare Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz drastisch reduzieren kann.

Kannst du SENIOR auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?

Ja, eine Anwendung ist bereits bei kühlen Temperaturen ab ca. 5 °C möglich, solange die Pflanzen aktiv assimilieren und kein Frost droht. Vermeide die Behandlung jedoch unbedingt bei Nachtfrösten oder wenn deine Kultur durch Staunässe, extreme Trockenheit oder starke Temperaturschwankungen gestresst ist, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei nachfolgendem Regen?

SENIOR ist nach der Aufnahme durch die Blätter relativ schnell regenfest. In der Regel reicht ein Zeitraum von etwa zwei Stunden ohne Niederschlag nach der Applikation aus, damit die Wirkstoffe ausreichend in die Schaderreger eindringen können und die volle Herbizidleistung gesichert ist.

Welche Nachbau-Einschränkungen musst du nach dem Einsatz von SENIOR beachten?

Nach einer vorschriftsmäßigen Anwendung im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst desselben Jahres Wintergetreide, Winterraps oder Zwischenfrüchte nachgebaut werden. Vor dem Anbau empfindlicherer Kulturen wie Leguminosen oder Rüben im folgenden Frühjahr empfiehlt sich eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen), um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden sicher zu verteilen.

Wie kannst du im Farmable-Hub prüfen, ob SENIOR für deine spezifische Getreideart zugelassen ist?

Du kannst im Hub direkt nach den EPPO-Codes der Kulturen filtern. SENIOR ist für Winterweichweizen (TRZAW), Winterroggen (SECCW), Wintertriticale (TTLWI) und Dinkel (TRZSP) registriert. Vergleiche einfach die Kulturliste auf der Produktseite mit deinen im System angelegten Schlägen, um die Konformität sicherzustellen.