SERENISIM
SERENISIM ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des entomopathogenen Pilzes Beauveria bassiana (Stamm NPP111B005). Als moderne, umweltschonende Lösung im Segment der biologischen Schädlingsbekämpfung ist das Produkt als trockenes Präparat formuliert. Es bietet Landwirten eine effektive und rückstandsfreie Methode, um gezielt hartnäckige Schaderreger in spezifischen Kulturen zu regulieren.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf ökonomisch bedeutende Schädlinge wie den Westlichen Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) in Mais sowie den Mexikanischen Sisalbohrer (Agavenkäfer) in Spezialkulturen. Durch den Einsatz lebender Sporen stellt SERENISIM eine wertvolle Alternative zu klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden dar, insbesondere in integrierten Anbausystemen und dort, wo Wirkstoffresistenzen den Bekämpfungserfolg gefährden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von SERENISIM basiert auf dem natürlichen, parasitischen Lebenszyklus des Pilzes Beauveria bassiana. Nach der Applikation kommen die infektiösen Pilzsporen (Konidien) in Kontakt mit der Kutikula des Zielschädlings. Die Sporen keimen aus und dringen mithilfe einer Kombination aus mechanischem Druck und der Ausscheidung kutikulabbauender Enzyme (wie Proteasen, Chitinasen und Lipasen) aktiv durch den Panzer des Insekts in dessen Körper (Hämolymphe) ein. Einmal im Inneren des Schaderregers angekommen, vermehrt sich der Pilz rasant und bildet ein dichtes Myzelgewebe. Durch den Entzug von Nährstoffen und die Freisetzung natürlicher Stoffwechselprodukte stirbt der Schädling innerhalb weniger Tage ab. Nach dem Tod des Wirts bricht der Pilz unter feuchten Bedingungen oft wieder nach außen durch und bildet einen charakteristischen weißen Sporenrasen, der zur weiteren Verbreitung des Erregers in der Schädlingspopulation beitragen kann.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalisch-enzymatischen Infektionsmechanismus von Beauveria bassiana ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschädlingen als extrem gering einzustufen. SERENISIM eignet sich daher hervorragend als Baustein im integrierten Pflanzenschutz (IPM). Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit chemischen Insektiziden anderer Wirkstoffklassen kannst du den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffe effektiv senken und deren Wirksamkeit langfristig sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten, da es sich bei SERENISIM um einen lebenden Organismus handelt. Die gleichzeitige Anwendung von Fungiziden im selben Tank muss unbedingt vermieden werden, da diese die Keimfähigkeit der Pilzsporen stark beeinträchtigen oder den Wirkstoff komplett inaktivieren können. Achte auf saubere Spritztanks ohne chemische Rückstände, verwende kaltes bis handwarmes Wasser und bringe die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen aus, um eine vorzeitige Keimung im Tank zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Da es sich um ein biologisches Produkt auf Sporenbasis handelt, steht beim Anwenderschutz die Vermeidung von Staub- und Aerosolinhalationen im Vordergrund. Das Tragen einer geeigneten persönlichen Schutzausrüstung (insbesondere Atemschutzmaske und Schutzhandschuhe) wird dringend empfohlen, um potenzielle allergische Reaktionen oder Sensibilisierungen zu vermeiden. Zum Schutz von nützlichen Insekten wie Bienen sollte die Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen, insbesondere wenn in den Kulturen oder der Begleitflora blühende Pflanzen vorhanden sind. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer, um die aquatische Umwelt zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Mexikanischer Sisalbohrer o. Agavenkäfer | — | 106 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Mexikanischer Sisalbohrer o. Agavenkäfer | — | 106 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welche Umweltbedingungen optimieren die Wirkung von SERENISIM?
Da es sich um einen lebenden Pilz handelt, erzielst du die besten Ergebnisse bei feucht-warmem Wetter. Idealerweise liegt die Temperatur während und nach der Anwendung zwischen 15 °C und 25 °C, gepaart mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit, da diese Bedingungen die Keimung der Sporen auf dem Schaderreger massiv beschleunigen.
Kann ich SERENISIM zusammen mit chemischen Fungiziden spritzen?
Nein, davon ist dringend abzuraten. Da der Wirkstoff ein lebender Pilz ist, können Fungizide die Sporen abtöten oder deren Keimung blockieren. Zwischen einer Fungizidbehandlung und der Anwendung von SERENISIM solltest du einen Sicherheitsabstand von mindestens mehreren Tagen einhalten.
Wie lange dauert es, bis die Schaderreger nach der Behandlung absterben?
Die Wirkung tritt nicht schlagartig ein wie bei einem chemischen Nervengift. Nach dem Kontakt benötigt der Pilz etwa 24 bis 48 Stunden, um in den Schädling einzudringen. Der eigentliche Bekämpfungserfolg und das Absterben der Schaderreger sind meist nach 3 bis 7 Tagen im Bestand sichtbar.
Worauf musst du bei der Lagerung von SERENISIM besonders achten?
Um die Lebensfähigkeit der Pilzsporen zu erhalten, solltest du das Produkt kühl, trocken und frostfrei lagern. Vermeide unbedingt direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 20 °C über längere Zeiträume, da dies die Haltbarkeit und die Keimrate der Sporen drastisch reduzieren kann.
Wie erkennst du, ob die Behandlung mit SERENISIM erfolgreich war?
Infizierte Schaderreger werden träge, stellen die Fraßtätigkeit ein und sterben schließlich ab. Bei anhaltend feuchten Bedingungen kannst du auf den verendeten Insekten oft einen feinen, weißen Pilzrasen erkennen – das ist das typische Zeichen für eine erfolgreiche Mykose durch Beauveria bassiana.
Gibt es Einschränkungen bezüglich des BBCH-Stadiums bei der Anwendung?
Da SERENISIM direkt auf die Schaderreger wirken muss, richtet sich der optimale Anwendungszeitpunkt primär nach dem Auftreten der Schädlinge und weniger nach einem starren BBCH-Stadium der Kultur. Achte auf die lokalen Warndienstaufrufe zur Befallsüberwachung, um das Behandlungsfenster exakt zu treffen.