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SERENISIM

BVL Zul.-Nr. 00B144-00

SERENISIM ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des entomopathogenen Pilzes Beauveria bassiana (Stamm NPP111B005). Als modernes Bioinsektizid bietet es eine umweltschonende und rückstandsfreie Alternative zu konventionellen chemisch-synthetischen Insektiziden. Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, eine hohe Vitalität der Pilzsporen zu gewährleisten und lässt sich hervorragend in integrierte Pflanzenschutzkonzepte integrieren.

Das Wirkungsspektrum von SERENISIM konzentriert sich auf spezifische, schwer bekämpfbare Schaderreger wie den Westlichen Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) in Mais sowie den Mexikanischen Sisalbohrer bzw. Agavenkäfer in Spezialkulturen. Durch den gezielten Einsatz dieses biologischen Antagonisten können Populationen dieser invasiven Schädlinge effektiv dezimiert werden, ohne nützliche Nichtzielorganismen im Ökosystem übermäßig zu gefährden.

Dank seines rein biologischen Ursprungs eignet sich das Produkt ideal für nachhaltige Anbausysteme und Betriebe, die ihren chemischen Fußabdruck reduzieren wollen. Es schließt eine wichtige Lücke im modernen Kulturmanagement, insbesondere dort, wo chemische Wirkstoffe aufgrund von Resistenzen oder strengen regulatorischen Auflagen nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Wirkstoffe

Beauveria bassiana Stamm NPP111B005
50 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Beauveria bassiana Stamm NPP111B005 gehört zur IRAC-Gruppe UNF (mikrobielle Erreger mit multiplen Wirkungsmechanismen). Die Wirkung basiert auf einem rein physikalisch-biologischen Kontaktmechanismus. Nach der Applikation haften die Pilzsporen (Konidien) an der Kutikula des Zielschädlings. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit keimen die Sporen aus und bilden Keimschläuche, die mithilfe von mechanischem Druck und enzymatischem Abbau die äußere Schutzhülle des Insekts durchdringen. Sobald der Pilz in das Hämocoel (die Körperhöhle) des Schädlings eingedrungen ist, vermehrt er sich rasant in Form von Blastosporen. Dies führt zur Zerstörung des Gewebes und schließlich zum Tod des Insekts innerhalb weniger Tage. Unter feuchten Bedingungen kann der Pilz nach dem Absterben des Wirts wieder nach außen dringen und einen charakteristischen weißen Sporenrasen bilden, was zur Sekundärinfektion weiterer Schaderreger im Bestand beitragen kann.

Resistenzmanagement

Da SERENISIM auf einem komplexen, physikalisch-enzymatischen Infektionsprozess basiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschädlingen als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte das Produkt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Integration dieses biologischen Pflanzenschutzmittels in die Behandlungsfolge hilft, den Selektionsdruck auf bestehende chemische Wirkstoffe zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten, da es sich bei Beauveria bassiana um einen lebenden Organismus handelt. Die gleichzeitige Anwendung von Fungiziden im selben Tank sollte unbedingt vermieden werden, da diese die Keimfähigkeit der Pilzsporen stark beeinträchtigen oder den Wirkstoff vollständig inaktivieren können. Zwischen der Anwendung von SERENISIM und einer Fungizidbehandlung sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 Tagen eingehalten werden. Mischungen mit gängigen Insektiziden oder Blattdüngern sind in der Regel möglich, sollten jedoch vorab auf physikalische Kompatibilität geprüft werden. Die Wassertemperatur in der Spritze sollte optimalerweise zwischen 15 und 20 °C liegen, um die Vitalität der Sporen zu schonen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist SERENISIM ein sehr günstiges Ökotox-Profil auf und schont wichtige Nützlinge im Bestand. Dennoch ist beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Applikation die persönliche Schutzausrüstung (insbesondere eine Atemschutzmaske gegen Staub und Aerosole sowie Schutzhandschuhe) zu tragen, um eine Sensibilisierung durch das Einatmen von Pilzsporen zu verhindern. Gewässerabstände und spezifische Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Nichtzielorganismen sind gemäß den BVL-Zulassungsauflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenMexikanischer Sisalbohrer o. Agavenkäfer106 KILOGRAM_PER_HECTARE
MaisWestlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenMexikanischer Sisalbohrer o. Agavenkäfer106 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Umweltbedingungen sind für eine optimale Wirkung von SERENISIM erforderlich?

Da es sich um einen lebenden Pilz handelt, sind eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (idealerweise über 70 %) und moderate Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C für die Sporenkeimung optimal. Extrem trockene Bedingungen oder starke UV-Strahlung direkt nach der Applikation können die Effizienz mindern. Daher empfiehlt sich eine Behandlung in den Abendstunden oder bei bedecktem Himmel.

Kann ich SERENISIM zusammen mit chemischen Fungiziden ausbringen?

Nein, eine direkte Tankmischung mit Fungiziden ist nicht zu empfehlen, da diese den nützlichen Pilz abtöten oder hemmen können. Es sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen zwischen einer Fungizidbehandlung und der Anwendung von SERENISIM eingehalten werden, um die volle Infektionskraft der Sporen zu gewährleisten.

Wie schnell sterben die Schädlinge nach dem Kontakt mit SERENISIM ab?

Im Gegensatz zu chemischen Nervengiften tritt die Wirkung nicht sofort ein (kein Knock-down-Effekt). Der Infektions- und Penetrationsprozess dauert etwa 24 bis 48 Stunden. Erste Symptome und das Absterben der Schaderreger sind meist nach 3 bis 7 Tagen im Bestand sichtbar.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung?

Die Anwendung sollte sich primär nach dem Auftreten des Schädlings richten und nicht starr nach dem BBCH-Stadium der Kultur. Beim Westlichen Maiswurzelbohrer ist die Überwachung des Käferflugs entscheidend, um den optimalen Behandlungszeitpunkt zu bestimmen, bevor eine massive Eiablage erfolgt.

Wie lagere ich SERENISIM richtig, um die Haltbarkeit des Wirkstoffs zu garantieren?

Da das Produkt lebende Sporen enthält, sollte es kühl, trocken und frostfrei gelagert werden (idealerweise unter 15 °C, am besten im Originalbehälter). Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und extreme Hitze während des Transports und der Lagerung, um die Keimfähigkeit der Konidien nicht zu beeinträchtigen.

Wie kann ich im Farmable-Tool prüfen, ob SERENISIM für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach dem Wirkstoff 'Beauveria bassiana' oder suchen Sie direkt nach dem Produktnamen 'SERENISIM', um die aktuell zugelassenen Kulturen (wie Mais oder Zierpflanzen) sowie die spezifischen BVL-Anwendungsbestimmungen einzusehen.