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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Shark

BVL Zul.-Nr. 005268-00

Shark von Cheminova Deutschland GmbH ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel, das sich als unverzichtbares Werkzeug im modernen Kartoffel- und Weinbau etabliert hat. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Carfentrazone, der sich durch eine extrem schnelle Kontaktwirkung auszeichnet. Das Produkt wird gezielt zur Krautabtötung in Kartoffeln (SOLTU) sowie zur mechanisch-chemischen Entfernung von unerwünschten Stocktrieben im Weinbau (VITVI) eingesetzt.

Im Kartoffelbau unterstützt Shark eine gesteuerte Abreife und erleichtert die anschließende mechanische Ernte erheblich, indem es das Kraut rasch und zuverlässig eintrocknen lässt. Im Weinbau ermöglicht es eine präzise und zeitsparende Stocktriebbehandlung, ohne die Rebe selbst zu schädigen. Durch die schnelle Wirkung, die oft schon nach wenigen Stunden sichtbar wird, bietet Shark Landwirten und Winzern eine hohe Flexibilität bei der Arbeitsplanung.

Wirkstoffe

Carfentrazone
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Carfentrazone gehört zur chemischen Gruppe der Triazolinone und ist im HRAC-System in die Gruppe 14 (ehemals Gruppe E) eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO). Durch die Blockade dieses Enzyms in den Chloroplasten kommt es zu einer unkontrollierten Akkumulation von Protoporphyrin IX, was unter Lichteinfluss zur Bildung von hochreaktiven Singulett-Sauerstoff-Radikalen führt. Diese freien Radikale zerstören die Zellmembranen der getroffenen Pflanzenteile innerhalb kürzester Zeit (Lipidperoxidation). Die Folge ist ein extrem rasches Welken, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben des behandelten Gewebes. Da es sich um einen reinen Kontaktwirkstoff handelt, erfolgt keine nennenswerte Translokation innerhalb der Kultur, was eine punktgenaue Applikation ermöglicht.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielanwendungen vorzubeugen, solltest du Shark stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Carfentrazone der HRAC-Gruppe 14 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Krautabtötungsmitteln bzw. Herbiziden anderer Wirkmechanismen. Ein einseitiger, wiederholter Einsatz von PPO-Inhibitoren auf derselben Fläche sollte vermieden werden, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklasse zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Shark zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, insbesondere mit Fungiziden zur Spätfäulebekämpfung in Kartoffeln. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Die Zugabe von geeigneten Additiven (z. B. Ölen) kann die Benetzung und das Eindringen des Kontaktwirkstoffs verbessern, besonders bei trockener Witterung. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und feine Tropfenbildung, um eine lückenlose Benetzung des Zielgewebes zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Shark ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere in Gewässernähe, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Fokus steht, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühenden Beständen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Die Applikation in den späten Abendstunden minimiert das Risiko für nützliche Insekten und optimiert gleichzeitig die Wirkstoffaufnahme am Folgetag.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKrautabtötung1 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelKrautabtötung1 LITER_PER_HECTARE14T
WeinrebeStocktriebe0.5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeStocktriebe1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie schnell setzt die Wirkung von Shark nach der Anwendung ein?

Die Wirkung von Shark ist extrem schnell sichtbar. Bei sonnigem und warmem Wetter kannst du erste Symptome wie Welken und Verfärbungen bereits wenige Stunden nach der Behandlung erkennen. Das vollständige Eintrocknen des getroffenen Gewebes ist meist nach wenigen Tagen abgeschlossen.

Was muss ich bei der Applikation zur Stocktriebbehandlung im Weinbau beachten?

Bei der Behandlung von Stocktrieben ist eine absolut gezielte Ausbringung entscheidend. Du solltest spezielle Abschirmungen an der Spritze verwenden, um eine Abdrift auf die grünen Teile der Rebe (Blätter, Gescheine, Trauben) zu verhindern, da Shark als reines Kontaktherbizid alle grünen Pflanzenteile schädigt. Der verholzte Stamm der Rebe nimmt den Wirkstoff hingegen nicht auf.

Kann ich Shark bei der Krautabtötung in Kartoffeln mit mechanischen Verfahren kombinieren?

Ja, eine Kombination ist sehr empfehlenswert. Du kannst das Kartoffelkraut zunächst mechanisch schlägeln und anschließend Shark zur Abtötung der verbliebenen Stängelglieder und zur Verhinderung von Wiederaustrieb einsetzen. Dies beschleunigt den Abreifeprozess und mindert das Risiko einer Spätfäule-Übertragung auf die Knollen.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirksamkeit von Shark?

Da der Wirkungsmechanismus von Shark auf lichtabhängigen Prozessen basiert, erzielst du die besten Ergebnisse bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen am Tag der Anwendung. Eine hohe Lichtintensität beschleunigt die Bildung der zellzerstörenden Radikale und führt zu einem schnelleren Absterben des Gewebes.

Wie verhält sich Shark bezüglich der Wartezeit vor der Ernte?

Für die zugelassenen Anwendungen in Kartoffeln und Weinreben gilt eine gesetzlich festgelegte Wartezeit von 14 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Behandlung mit Shark und dem geplanten Erntetermin zwingend einhalten, um Rückstandsfreiheit zu garantieren.

Warum ist eine hohe Wasseraufwandmenge bei der Anwendung von Shark so wichtig?

Shark ist ein reiner Kontaktwirkstoff und wird in der Pflanze nicht transportiert. Das bedeutet, dass nur die Pflanzenteile absterben, die direkt vom Spritzstrahl getroffen werden. Eine hohe Wasseraufwandmenge und eine feine Tropfenverteilung stellen sicher, dass alle Stängel und Blätter lückenlos benetzt werden, was für den Bekämpfungserfolg entscheidend ist.