Soleto
Soleto ist ein hochwirksames Bodenherbizid von Certis Belchim B.V., das speziell für den Einsatz im Vorauflaufverfahren entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Metobromuron (500 g/l), formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Basis für die Unkrautbekämpfung in sensiblen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Feldsalat (VLLLO). Es schließt wichtige Lücken im modernen Herbizidmanagement und sichert den Ertrag von Anfang an.
Das Wirkungsspektrum von Soleto umfasst ein breites Band an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtige einjährige einkeimblättrige Schadgräser wie das Einjährige Rispengras und die Hühnerhirse. Durch die frühe Anwendung unmittelbar nach der Pflanzung bzw. Aussaat (BBCH 00 bis 09) wird die Konkurrenz durch Schaderreger effektiv unterbunden, bevor sie den Kulturen wertvolle Nährstoffe, Licht und Wasser entziehen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Soleto enthaltene Wirkstoff Metobromuron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 (ehemals C2) klassifiziert. Die Wirkung basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Transportsystems im Photosystem II (PS II). Der Wirkstoff blockiert den Elektronentransport an der Plastochinon-Bindungsstelle, was zu einer Unterbrechung der Energieproduktion und zur Bildung schädlicher Sauerstoffradikale führt. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln und in geringerem Maße über die Keimblätter der auflaufenden Unkräuter und Schadgräser. Nach der Aufnahme wird Metobromuron akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in die Blätter transportiert. Erste Symptome zeigen sich als Chlorosen an den Blatträndern und -spitzen, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben der Schaderreger. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung entscheidend, da der Wirkstoff über den Bodenwasserfilm an die Wurzeln transportiert wird.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen Unkräutern und Schadgräsern nachhaltig vorzubeugen, sollte Soleto stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge. Da Metobromuron der HRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der jährliche Wechsel mit Wirkstoffen aus den Gruppen 15 (K3) oder 3 (K1), um Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit des Mittels zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Soleto zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung und Filmbildung auf der Bodenoberfläche zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Boden-Adjuvantien kann die Verteilung und Haftung des Wirkstoffs auf leichten Böden optimieren und das Risiko von Abschwemmungen verringern. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird generell ein Mischungstest im kleinen Maßstab empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Soleto sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Schutzbrille) strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Metobromuron als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen Abdriftminderungsklassen und die vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) exakt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Soleto so entscheidend?
Da Metobromuron hauptsächlich über die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen wird, benötigt der Wirkstoff Feuchtigkeit, um im Bodenwasser gelöst und transportiert zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein leichter Regen nach der Applikation optimiert den Bekämpfungserfolg deutlich.
Bis zu welchem BBCH-Stadium darf Soleto in Kartoffeln angewendet werden?
Die Anwendung muss strikt im Vorauflauf (BBCH 00 bis 09) erfolgen, idealerweise direkt nach dem Dammaufbau und dem Setzen der Kartoffeln. Sobald die Kartoffeltriebe die Bodenoberfläche durchstoßen (ab BBCH 10), besteht das Risiko von Phytotoxizität und Ertragsminderungen.
Kann Soleto auch auf sehr leichten, sandigen Böden eingesetzt werden?
Ja, allerdings sollte auf sehr leichten Böden mit geringem Humusgehalt die Aufwandmenge angepasst werden, um Auswaschungen in tiefere Bodenschichten zu verhindern. Zudem empfiehlt sich hier der Einsatz eines bodenhaftenden Adjuvans, um den Wirkstoff in der oberen Keimzone zu fixieren.
Wie verhält sich Soleto bezüglich der Nachbauverpflichtungen bei vorzeitigem Umbruch?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur notwendig sein, können nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) meist unempfindliche Kulturen nachgebaut werden. Dennoch ist aufgrund der Bodenpersistenz von Metobromuron vor dem Nachbau eine Rücksprache mit der pflanzenbaulichen Beratung ratsam, um Schäden an der Folgekultur auszuschließen.
Welche Unkräuter werden durch Soleto besonders gut erfasst?
Soleto zeigt eine hervorragende Wirkung gegen ein breites Spektrum einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter wie Gänsefuß-Arten, Franzosenkraut, Vogelmiere und Kamille-Arten sowie gegen wichtige Schadgräser wie Hühnerhirse und Einjähriges Rispengras im frühen Keimstadium.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Nutzen Sie einfach die Kultur-Filter auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach zugelassenen Herbiziden, Fungiziden oder Insektiziden für Kartoffeln (SOLTU) oder Feldsalat (VLLLO) zu suchen und deren Anwendungsspektren direkt miteinander zu vergleichen.