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OTHER · Syngenta Agro GmbH

SOLVIT

BVL Zul.-Nr. 008499-00

SOLVIT ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid-Konzentrat von Syngenta, das speziell für den professionellen Einsatz gegen Echte Mehltaupilze in Zierpflanzen und Rosen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz für sensible Kulturen im Freiland sowie unter Glas. Die flüssige Formulierung garantiert eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und ein schnelles Eindringen in das Pflanzengewebe.

Das Spektrum erstreckt sich über verschiedene Schaderreger aus der Familie der Echten Mehltaupilze, einschließlich des gefürchteten Rosenschadpilzes Sphaerotheca pannosa. Dank der kurativen und protektiven Eigenschaften kann SOLVIT sowohl vorbeugend als auch direkt nach den ersten sichtbaren Infektionssymptomen eingesetzt werden, um eine epidemische Ausbreitung im Bestand effektiv zu stoppen.

In der professionellen Kulturführung von Ziergehölzen und Schnittrosen sichert das Produkt die optische Qualität und Marktfähigkeit der Pflanzen. Es lässt sich flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren und bildet ein stabiles Fundament für ein anspruchsvolles Ertrags- und Qualitätsmanagement.

Wirkstoffe

Fenpropidin
125 g/L · Wirkstoff
Penconazol
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von SOLVIT basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel der beiden aktiven Wirkstoffe Fenpropidin und Penconazol, die an unterschiedlichen Stellen in die Sterolbiosynthese der Pilzzellen eingreifen. Penconazol gehört zur Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Es blockiert die C14-Demethylase, was zu einer Störung der Membranintegrität des Schaderregers führt und das Myzelwachstum effektiv unterbindet. Fenpropidin hingegen entstammt der Wirkstoffklasse der Piperidine (FRAC-Gruppe 5) und wirkt als Amin-Inhibitor. Dieser Wirkstoff blockiert zwei essentielle Enzyme im späteren Verlauf der Sterolbiosynthese (die Delta-14-Reduktase und die Delta-8-Delta-7-Isomerase). Durch diesen dualen Eingriff in denselben Stoffwechselweg wird die Synthese von Ergosterol im Pilz extrem schnell und nachhaltig gestört, was zu einem raschen Absterben der Infektionsstrukturen führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, nutzt SOLVIT bereits intern ein integriertes Anti-Resistenz-Management durch die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Gruppen (3 und 5). Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer nachhaltigen Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen – wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

SOLVIT zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden und Blattdüngern aus, die im Zierpflanzenbau etabliert sind. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird jedoch generell die Durchführung einer physikalischen Mischprobe (Kübeltest) empfohlen. Für eine optimale Benetzung der dichten Pflanzenbestände ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten. Um phytotoxische Reaktionen an empfindlichen Pflanzenteilen wie jungen Rosenknospen zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremer Einstrahlung oder Temperaturen über 25 °C in den Mittagsstunden erfolgen; die Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden ist vorzuziehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SOLVIT ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb bei der Ausbringung strenge Abdrifteleistungsstufen und die gesetzlich vorgegebenen Abstände zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen wie nützlichen Raubmilben oder Bodenorganismen ist auf eine abdriftarme Applikationstechnik zu achten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen nicht direkt in blühende Bestände während des Bienenflugs gespritzt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GerberaEchte Mehltaupilze11–690.75 LITER_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)11–691.125 LITER_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)11–691.125 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit SOLVIT?

Die Behandlung sollte bevorzugt präventiv bei ersten Infektionsbedingungen oder unmittelbar bei Sichtbarwerden der allerersten typischen weißen Mehltaupusteln erfolgen. Das Pflanzenschutzmittel ist ab dem Laubblattentwicklungsstadium (BBCH 11) zugelassen. Ein frühzeitiger Einsatz verhindert eine epidemische Ausbreitung im gesamten Bestand.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung und Verträglichkeit von SOLVIT?

Die systemische Verteilung und die Gasphase von Fenpropidin werden durch milde Temperaturen begünstigt. Vermeiden Sie jedoch Spritzungen bei extremer Hitze (über 25 °C) und starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) an empfindlichen Rosenknospen oder jungen Trieben zu minimieren. Die frühen Morgenstunden sind für die Applikation ideal.

Ist nach der Anwendung von SOLVIT mit einer schnellen Regenfestigkeit zu rechnen?

Ja, dank der systemischen Eigenschaften und der schnellen Penetration der Wirkstoffe in das Pflanzengewebe ist SOLVIT bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (in der Regel nach ca. 1 bis 2 Stunden) regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die fungizide Schutzwirkung nicht mehr.

Kann SOLVIT bei allen Rosensorten bedenkenlos eingesetzt werden?

Obwohl SOLVIT eine hervorragende Kulturverträglichkeit aufweist, können extrem empfindliche Zierpflanzen- oder Rosensorten unter Stressbedingungen (z. B. Trockenheit) empfindlich reagieren. Es wird empfohlen, bei unbekannten Sorten oder neuen Züchtungen vor einer großflächigen Behandlung eine Probespritzung an einzelnen Testpflanzen durchzuführen.

Benötige ich bei der Anwendung von SOLVIT ein zusätzliches Netzmittel?

Nein, SOLVIT verfügt bereits über eine hochentwickelte Formulierung, die eine optimale Verteilung und Haftung auf den Blättern gewährleistet. Der Zusatz von zusätzlichen Netzmitteln ist im Regelfall nicht erforderlich und kann bei empfindlichen Kulturen das Risiko von Blattschäden sogar erhöhen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau?

Sie können in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Echte Mehltaupilze' filtern und diese Suche mit Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Rosen) kombinieren. Dadurch erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Alternativprodukte für eine effektive Wirkstoffrotation.