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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Spannit

BVL Zul.-Nr. 00A475-00

Spannit ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und einjährigem Rispengras in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Wintergerste, Winterweichweizen und Kartoffeln. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel von Barclay Chemicals eine zuverlässige Grundlage für die Unkrautkontrolle im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf.

Durch die gezielte Wirkung über den Boden erfasst das Mittel keimende Unkräuter bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche. Dies macht Spannit zu einem unverzichtbaren Baustein im herbstlichen Herbizid-Management von Wintergetreide sowie im zeitigen Frühjahr beim Anbau von Kartoffeln, um deine Kulturen von Anfang an unkrautfrei zu halten und Ertragsverluste effektiv zu verhindern.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren, VLCFA) zugeordnet. Prosulfocarb wird hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) und die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser aufgenommen. Nach der Aufnahme verzögert der Wirkstoff die Biosynthese von Lipiden und Wachsen, was die Zellteilung und das Streckungswachstum im Bildungsgewebe der Schaderreger empfindlich stört. Die betroffenen Unkräuter sterben meist noch vor dem Auflaufen ab oder zeigen kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche schwere Deformationen und gehen anschließend ein. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, um die Mobilität und Aufnahme des Wirkstoffs im Boden zu optimieren.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Spannit stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da der Wirkstoff Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet er sich hervorragend für den jährlichen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Wirkstoffen derselben Gruppe auf derselben Fläche und kombiniere mechanische Maßnahmen mit einer gezielten Fruchtfolgegestaltung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Spannit zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Verwende ausreichend Wasser (mindestens 200–400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Trockenheit oder unmittelbar bevorstehenden Starkregenereignissen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Spannit ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem streng darauf, dass kein Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–95 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Spannit im Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt im Wintergetreide liegt im frühen Vorauflauf bis zum Spitzen der Kultur (BBCH-Stadium 00 bis 11). Zu diesem Zeitpunkt ist die Bodenfeuchtigkeit meist optimal, was die Wirkstoffaufnahme über die Koleoptile der keimenden Unkräuter maximiert.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Spannit?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für den Erfolg der Behandlung entscheidend. Der Wirkstoff Prosulfocarb benötigt Feuchtigkeit, um sich im oberen Bodenhorizont zu verteilen und von den keimenden Schaderregern aufgenommen zu werden; bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert oder vermindert sein.

Kann ich Spannit auch in Kartoffeln einsetzen und worauf muss ich achten?

Ja, Spannit ist für den Einsatz in Kartoffeln zugelassen. Die Anwendung sollte hier unbedingt im Vorauflauf nach dem letzten Dammaufbau erfolgen, bevor die Kartoffeltriebe die Erdoberfläche durchbrechen, um phytotoxische Schäden an den jungen Blättern zu vermeiden.

Wie integriere ich Spannit am besten in mein Resistenzmanagement?

Da Spannit zur HRAC-Gruppe 15 gehört, solltest du es im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Kombiniere es beispielsweise im Herbst mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Gruppen, um den Selektionsdruck auf Unkräuter wie das einjährige Rispengras zu minimieren.

Was muss ich bei der Applikationstechnik beachten, um Abdrift zu minimieren?

Verwende für die Ausbringung von Spannit abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen) und achte auf eine niedrige Fahrgeschwindigkeit sowie einen angepassten Spritzdruck. Da der Wirkstoff leicht flüchtig ist, sind kühlere Temperaturen und windstille Bedingungen während der Applikation ideal.