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OTHER · SIPCAM OXON S. P. A.

STEFES TEBU 250EC

BVL Zul.-Nr. 006400-60

STEFES TEBU 250EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste) und Raps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Es bietet sowohl protektive als auch kurative und teils eradikative Eigenschaften, was Landwirten eine hohe Flexibilität im Applikationszeitfenster ermöglicht.

Im Getreidebau schützt das Mittel die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Echtem Mehltau, Gelb- und Braunrost sowie Rhynchosporium secalis und Fusarium-Arten. Im Rapsanbau steht neben der Bekämpfung von Rapskrankheiten wie Sclerotinia-Stängelfäule und Cylindrosporium-Weißfleckigkeit auch der wachstumsregulierende Nebeneffekt im Vordergrund, der die Standfestigkeit und Winterhärte der Kulturen positiv beeinflusst.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion von Pilzzellmembranen ist, führt dieser Mangel zu einer Störung der Membranintegrität, zum Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Dank seiner systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Anwendung rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet auch den Schutz von neu zuwachsendem Gewebe und bietet eine langanhaltende Schutzwirkung gegen tiefer sitzende Infektionen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber Triazolen zu minimieren, sollte STEFES TEBU 250EC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen innerhalb der Spritzfolge. Zudem wird dringend empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden und die volle Wirksamkeit langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel ist im Allgemeinen gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung auf wachsartigen Blattoberflächen (wie bei Raps) verbessern, sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit geprüft werden. Extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder starke Hitze während der Applikation sind zu vermeiden, um phytotoxische Reaktionen der Kulturen auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit STEFES TEBU 250EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) obligatorisch. Da der Wirkstoff Tebuconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen und Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
RapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)14–670.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–711 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum61–671 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von STEFES TEBU 250EC gegen Fusarium in Weizen?

Die beste Wirkung gegen Fusarium-Arten in Weizen wird erzielt, wenn die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) erfolgt. Eine Applikation kurz vor oder direkt zu Infektionsbedingungen – meist warme, feuchte Witterung während der Blüte – schützt die Ähre optimal und senkt das Risiko einer Mykotoxinbelastung im Erntegut.

Welche Doppelwirkung bietet das Pflanzenschutzmittel bei einer Herbstbehandlung im Winterraps?

Bei einer Anwendung im Herbst (ab BBCH-Stadium 14) bekämpft das Fungizid nicht nur frühzeitige Infektionen wie die Cylindrosporium-Weißfleckigkeit, sondern wirkt auch als Wachstumsregler. Es staucht den Raps, verhindert das vorzeitige Überwachsen des Vegetationskegels und verbessert so die Winterhärte der Kultur erheblich.

Kann STEFES TEBU 250EC bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr appliziert werden?

Systemische Triazole wie Tebuconazol benötigen für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur aktives Pflanzenwachstum. Die Temperaturen sollten bei der Applikation stabil über 8 bis 10 °C liegen. Bei Nachtfrostgefahr oder starker Trockenheit sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Kulturverträglichkeit und Wirkung zu sichern.

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit dieses Fungizids?

Tebuconazol ist gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserhärte relativ unempfindlich. Dennoch begünstigt ein leicht saurer pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 6,5) die Stabilität und die Penetration des Wirkstoffs durch die Wachsschicht der Blätter. Bei sehr hartem Wasser kann der Zusatz eines geeigneten pH-Regulators sinnvoll sein.

Welche Rolle spielt STEFES TEBU 250EC im Antiresistenzmanagement bei Getreidekrankheiten?

Da Tebuconazol als DMI-Fungizid (FRAC-Gruppe 3) ein mittleres Resistenzrisiko aufweist, dient es als idealer Mischungspartner für Kontaktfungizide oder Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen (wie SDHI oder Strobilurine). Dies hilft, bestehende Selektionsprozesse bei Schaderregern wie Septoria tritici oder Netzflecken effektiv zu verlangsamen.

Wie verhält sich die Regenfestigkeit nach der Applikation?

Aufgrund der schnellen systemischen Aufnahme der EC-Formulierung ist STEFES TEBU 250EC bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die fungizide Wirkung und den Schutz der Kulturen nicht mehr maßgeblich.