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Sulphuris 800 SC

BVL Zul.-Nr. 007863-61

Sulphuris 800 SC ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Wirkstoffs Schwefel. Als modernes Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche, eine sehr gute Haftung und eine hohe Regenbeständigkeit aus. Es ist speziell für den Einsatz im Weinbau (Vitis vinifera) sowie im Zierpflanzenbau, insbesondere bei Rosen (Rosa-Arten), registriert, um diese Kulturen effektiv vor dem Befall durch Echten Mehltau zu schützen.

Durch die feine Partikelgröße des Schwefels im Suspensionskonzentrat wird eine optimale Wirkstoffabdeckung erzielt. Dies macht Sulphuris 800 SC zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Anbau. Das Produkt kombiniert eine vorbeugende Kontaktwirkung mit einer ausgeprägten Gasphase, wodurch auch schwer erreichbare Pflanzenteile geschützt werden.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Inhibitoren) eingestuft. Die Wirkung von Sulphuris 800 SC beruht auf der Aufnahme von elementarem Schwefel durch die Pilzzellen. Im Inneren des Schaderregers fungiert Schwefel als Elektronenakzeptor und greift in die Atmungskette der Mitochondrien ein, indem er den normalen Elektronentransport stört. Zudem reagiert er mit Thiolgruppen von Proteinen und Enzymen, was zu einer weitreichenden Störung des Zellmetabolismus führt. Zusätzlich zu dieser direkten zellulären Wirkung entfaltet Schwefel bei entsprechenden Temperaturen eine Gasphase (Sublimation). Die entstehenden Schwefeldämpfe dringen in das Myzel und die Sporen des Echten Mehltaus ein. Diese Kombination aus direktem Kontakt und Dampfphase verhindert effektiv das Keimen der Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels auf der Kultur.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M02) weist Schwefel ein extrem geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Sulphuris 800 SC eignet sich daher hervorragend als Partner in Spritzfolgen, um das Resistenzrisiko von systemischen Fungiziden mit spezifischen Wirkorten zu minimieren. Durch den regelmäßigen Wechsel oder die Kombination mit Sulphuris 800 SC sicherst du die langfristige Wirksamkeit modernerer Wirkstoffklassen in deinem Betrieb.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sulphuris 800 SC ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe durchführen. Vermeide Mischungen mit mineralischen Ölen oder nassen Formulierungen auf Ölbasis, da dies zu schweren Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern führen kann. Zudem sollte die Anwendung nicht bei extremen Temperaturen über 28 °C oder starker Sonneneinstrahlung erfolgen, um Schäden an den Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sulphuris 800 SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)15–754 LITER_PER_HECTARE56T
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)3 LITER_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Sulphuris 800 SC?

Schwefel benötigt für eine optimale Wirkung über die Gasphase Temperaturen von mindestens 12 bis 15 °C. Bei kühlerem Wetter wirkt das Produkt hauptsächlich als reines Kontaktfungizid. Vermeide jedoch Behandlungen bei extremer Hitze über 28 °C, da der Schwefel dann zu schnell verdampft und Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern deiner Kulturen verursachen kann.

Kann ich Sulphuris 800 SC auch im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Schwefel ist für den ökologischen Landbau zugelassen. Da Sulphuris 800 SC auf elementarem Schwefel basiert, kannst du es gemäß den Richtlinien deines Bio-Anbauverbandes und der EG-Öko-Verordnung zur Bekämpfung des Echten Mehltaus in deinen Kulturen einsetzen.

Warum ist die feine Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) ein Vorteil?

Im Vergleich zu herkömmlichem Netzschwefel (WG) bietet die flüssige SC-Formulierung von Sulphuris 800 SC eine deutlich kleinere Partikelgröße. Dadurch verteilt sich der Wirkstoff gleichmäßiger auf der Blattoberfläche, haftet besser an und ist wesentlich regenstabiler, was dir eine sicherere Wirkung auch bei wechselhafter Witterung garantiert.

Was muss ich bei der Wartezeit im Weinbau beachten?

Für die Anwendung im Weinbau ist eine Wartezeit von 56 Tagen festgesetzt. Das bedeutet, dass zwischen der letzten Behandlung mit Sulphuris 800 SC und der Ernte der Trauben mindestens dieser Zeitraum liegen muss, um Rückstände im Erntegut und mögliche negative Einflüsse auf die spätere Gärung im Keller zu verhindern.

Wie integriere ich das Produkt am besten in mein Resistenzmanagement?

Da Schwefel als Multi-Site-Fungizid (FRAC M02) an mehreren Stellen im Stoffwechsel des Pilzes gleichzeitig ansetzt, ist eine Resistenzbildung extrem unwahrscheinlich. Du solltest Sulphuris 800 SC daher regelmäßig im Wechsel mit systemischen Fungiziden einsetzen, um deren Wirkungsweise abzusichern und die Selektion resistenter Mehltau-Stämme in deinem Bestand zu verhindern.

Kann ich Sulphuris 800 SC mit Kupferpräparaten mischen?

Eine Mischung mit Kupferpräparaten ist in vielen Kulturen wie dem Weinbau üblich und physikalisch meist gut verträglich. Dennoch solltest du vor dem Ansetzen der Spritzbrühe immer die Verträglichkeit der konkreten Mischpartner prüfen und darauf achten, die Mischung zügig auszubringen, um Ausfällungen im Tank zu vermeiden.