Alle Mittel
OTHER · SUMITOMO CHEMICAL

Sumicidin Alpha EC

BVL Zul.-Nr. 024068-00

Sumicidin Alpha EC ist ein bewährtes, breit wirksames Insektizid zur Bekämpfung einer Vielzahl von saugenden und beißenden Schadinsekten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Kartoffeln und Raps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet Landwirten eine verlässliche Lösung, um Erträge und Qualitäten vor akutem Schädlingsbefall zu schützen.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Blattläuse (auch in ihrer Funktion als gefährliche Virusvektoren), Getreidehähnchen sowie verschiedene beißende Insekten. Durch die schnelle Initialwirkung (Knock-down-Effekt) wird der Fraß- und Saugschaden unmittelbar nach der Applikation gestoppt, was besonders bei der Übertragung von Pflanzenviren durch Vektoren von entscheidender Bedeutung ist.

Wirkstoffe

Esfenvalerat
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Esfenvalerat gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift und greift direkt in das Nervensystem der Zielorganismen ein. Esfenvalerat hält die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten offen, was zu einer kontinuierlichen Reizübertragung, unkontrollierten Nervenimpulsen, Krämpfen und letztlich zum schnellen Absterben der Schaderreger führt. Dieser Wirkungsmechanismus zeichnet sich durch eine extrem schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) aus. Zudem besitzt der Wirkstoff eine ausgeprägte Repellent-Wirkung, die behandelte Kulturpflanzenteile für Schadinsekten unattraktiv macht und somit einen zusätzlichen Schutz vor Neubefall und der Übertragung von Viruserkrankungen bietet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Sumicidin Alpha EC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies erfordert den konsequenten Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Klassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (wie z. B. Ketoenole oder Flonicamid), sobald Folgespritzungen notwendig werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf lokale Schaderregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sumicidin Alpha EC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei das EC-Formulierungskonzentrat meist als eine der letzten Komponenten hinzugegeben wird. Da Pyrethroide in saurem bis neutralem Spritzwasser stabiler sind, sollte bei sehr alkalischem Wasser ein geeigneter pH-Puffer verwendet werden. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Wirkstoffstabilität und die Benetzungseigenschaften zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als Pyrethroid ist Esfenvalerat als hochgiftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) zwingend einzuhalten sind. Zum Schutz von Nichtziel-Arthropoden und Nützlingen sind entsprechende Pufferzonen zu Saumbiotopen zu beachten. Beim Umgang mit dem Konzentrat und während der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Das Mittel ist bezüglich des Bienenflugs gemäß den BVL-Auflagen einzusetzen, um Bestäuber in blühenden Beständen nicht zu gefährden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse250 MILLILITER_PER_HECTARE35T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse als Virusvektoren12–49200 MILLILITER_PER_HECTARE35T
KartoffelBlattläuse0.3 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelBlattläuse als Virusvektoren0.3 LITER_PER_HECTARE14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Getreidehähnchen (Lema sp.)200 MILLILITER_PER_HECTARE35T
RapsBeißende Insekten250 MILLILITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Sumicidin Alpha EC zur Verhinderung von Virusübertragungen?

Der Schutz vor Virusvektoren (wie der Haferblattlaus im Getreide) muss extrem früh erfolgen, oft schon ab dem 2-Blatt-Stadium (BBCH 12). Da Viren innerhalb weniger Minuten übertragen werden können, stoppt der schnelle Knock-down-Effekt des Pyrethroids die Saugtätigkeit der zuwandernden Blattläuse sofort und verhindert so die Ausbreitung des Gelbverzwergungsvirus (BYDV).

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirksamkeit von Sumicidin Alpha EC?

Pyrethroide wie Esfenvalerat weisen einen negativen Temperaturkoeffizienten auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (unter 20 °C) optimal ist. Bei extremer Hitze über 25 °C baut sich der Wirkstoff schneller ab und die biologische Aktivität sinkt. Planen Sie Behandlungen daher bevorzugt in den kühlen Morgenstunden.

Warum ist die Benetzung bei der Bekämpfung von Getreidehähnchen so wichtig?

Da Getreidehähnchen und deren Larven oft auf den Blattoberflächen fressen, ist eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur entscheidend. Sumicidin Alpha EC wirkt primär als Kontaktgift. Eine ausreichende Wassermenge stellt sicher, dass auch tiefer liegende Blattschichten benetzt werden und die Larven direkt getroffen werden.

Kann Sumicidin Alpha EC während der Blüte in Raps oder Kartoffeln angewendet werden?

Aufgrund der Einstufung bezüglich der Bienengefährlichkeit darf das Produkt in der Regel nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, appliziert werden. Prüfen Sie stets die aktuellen BVL-Auflagen und Anwendungsbestimmungen für die jeweilige Indikation, um Bestäuber zu schützen.

Wie lässt sich das Risiko einer Resistenzbildung bei Blattläusen minimieren?

Blattläuse neigen aufgrund ihrer schnellen Generationenfolge rasch zu Resistenzen gegen Pyrethroide (IRAC 3A). Vermeiden Sie daher wiederholte Behandlungen mit Sumicidin Alpha EC auf derselben Fläche. Wechseln Sie bei Folgebehandlungen konsequent auf Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

Der Wirkstoff Esfenvalerat ist in sauren bis neutralen Spritzbrühen (pH 5,0 bis 6,5) besonders stabil. In alkalischem Wasser (pH-Wert über 7) kann es zu einer schnellen chemischen Hydrolyse des Wirkstoffs kommen, was die Dauerwirkung erheblich reduziert. Bei alkalischem Brunnenwasser empfiehlt sich der Zusatz eines pH-Regulators.