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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Sword 240 EC

BVL Zul.-Nr. 00A800-00

Sword 240 EC von Nufarm ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Schaderregern (Ungräsern) in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen, Wintertriticale und Hartweizen. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und hervorragende Verteilung auf den Blättern der Schadgräser aus.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Problemgräser im Ackerbau, darunter Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras, Einjähriges Rispengras und Echtes Glanzgras. Durch die gezielte Ausschaltung dieser Konkurrenten sichert Sword 240 EC das Ertragspotenzial und die Qualität der Kulturen in der kritischen Phase der Bestandesetablierung und des Schossens.

Dank der integrierten Safener-Technologie bietet das Produkt eine herausragende Kulturverträglichkeit. Es kann flexibel im Frühjahr eingesetzt werden, um auch spätauflaufende Ungräser effektiv zu erfassen und den Unkrautdruck im Getreidebestand nachhaltig zu minimieren.

Wirkstoffe

Clodinafop
240 g/L · Wirkstoff
Cloquintocet
60 g/L · Safener

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clodinafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese von Gräsern spielt. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe transportiert, wo er die Zellteilung und das Wachstum blockiert. Dies führt innerhalb weniger Tage zum Absterben der Schadgräser, sichtbar an Vergilbungen und Nekrosen der jüngsten Blätter. Um die Kulturverträglichkeit in den Getreidekulturen zu gewährleisten, enthält Sword 240 EC den Safener Cloquintocet. Dieser Wirkstoff beschleunigt selektiv den Abbau und die Entgiftung von Clodinafop in den Kulturpflanzen (wie Weizen und Roggen), indem er die Aktivität körpereigener Enzyme (wie Cytochrom-P450-Monooxygenasen) stimuliert. Die Schadgräser besitzen diesen Entgiftungsmechanismus nicht und sterben zuverlässig ab.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder Weidelgras vorzubeugen, solltest du Sword 240 EC unbedingt in ein integriertes Herbizid-Management einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendung stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen, beispielsweise aus den HRAC-Gruppen 2 (ALS-Hemmer) oder 15. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Bodenbearbeitung die langfristige Wirksamkeit des Mittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sword 240 EC ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei Mischungen mit Wuchsstoff-Herbiziden (z. B. auf Basis von MCPA oder Dicamba) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Achte darauf, solche Mischpartner idealerweise in zeitlichem Abstand zu applizieren. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird häufig der Zusatz eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels oder Additivs angeraten. Führe vor der großflächigen Anwendung stets eine Mischprobe im kleinen Maßstab durch und achte auf eine ausreichende Wasserqualität sowie eine gleichmäßige Benetzung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sword 240 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis strikt zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras21–310.25 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras21–310.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras21–390.25 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras11–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras11–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras21–390.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras11–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Deutsches Weidelgras11–290.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Sword 240 EC gegen Acker-Fuchsschwanz?

Die beste Wirkung erzielst du, wenn sich die Schadgräser im aktiven Wachstum befinden und die Hauptkeimwelle aufgelaufen ist. Ideal ist eine Behandlung im frühen Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen und die Gräser das 2- bis 4-Blatt-Stadium erreicht haben. Achte darauf, dass die Kultur das registrierte BBCH-Stadium nicht überschritten hat.

Warum ist der Zusatz eines Additivs bei Sword 240 EC so wichtig?

Clodinafop ist ein rein systemischer Blattwirkstoff. Ein geeignetes Additiv (wie ein methyliertes Pflanzenöl) verbessert die Benetzung der oft wachshaltigen Gräserblätter erheblich und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs. Ohne Additiv kann die Wirkung, insbesondere unter trockenen Bedingungen, deutlich abfallen.

Kann ich Sword 240 EC auch bei Nachtfrost anwenden?

Vermeide Anwendungen unmittelbar vor oder nach Frostnächten sowie bei extremen Temperaturschwankungen. Die Kultur benötigt einen aktiven Stoffwechsel, um den integrierten Safener optimal zu nutzen und den Wirkstoff abzubauen. Bei Froststress kann es trotz Safener zu vorübergehenden Wachstumsverzögerungen oder Aufhellungen der Kultur kommen.

Was muss ich bei der Nachfolgekultur beachten, wenn ein Umbruch nötig wird?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur (z. B. durch Auswinterung) erforderlich sein, können nach einer flachen Bodenbearbeitung in der Regel wieder zweikeimblättrige Kulturen oder bestimmte Getreidearten nachgebaut werden. Da Clodinafop im Boden relativ schnell abgebaut wird, ist das Risiko für Nachfolgekulturen gering, dennoch empfiehlt sich vor dem Nachbau eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen).

Wie verhält sich Sword 240 EC bei Regen kurz nach der Spritzung?

Das Pflanzenschutzmittel ist bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest, da der Wirkstoff in Kombination mit dem Formulierungshilfsstoff rasch in die Wachsschicht der Blätter eindringt. Ein Regenschauer nach dieser Zeitspanne beeinträchtigt die herbizide Wirkung nicht mehr.

Wie erkenne ich, ob die Schadgräser bereits resistent gegen den Wirkstoff sind?

Wenn du einige Wochen nach der Behandlung feststellst, dass einzelne Nester von Acker-Fuchsschwanz oder Weidelgras völlig unbeeindruckt weiterwachsen, während andere Unkräuter abgestorben sind, kann dies ein Hinweis auf eine ACCase-Resistenz sein. In diesem Fall solltest du für Folgebehandlungen auf Wirkstoffe mit anderen HRAC-Klassen (z. B. HRAC 2 oder 15) ausweichen und eine Resistenzanalyse durchführen lassen.