Alle Mittel
OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Takoba

BVL Zul.-Nr. 00A475-61

Takoba ist ein hochwirksames, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und einjährigem Rispengras (Poa annua) in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterweizen, Wintergerste und Kartoffeln. Formuliert als Emulgierbares Konzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb (800 g/l), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf.

Durch seine ausgeprägte Bodenwirkung bildet das Mittel einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der keimende Unkräuter und Ungräser bereits beim Durchstoßen der Bodenkrume erfasst. Dies macht Takoba zu einem unverzichtbaren Baustein im herbstlichen Pflanzenschutz im Getreide sowie im zeitigen Frühjahr beim Anbau von Kartoffeln.

Die Flexibilität in der Anwendung und das breite Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Unkrautarten sichern den Kulturen einen unkrautfreien Start und minimieren die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Takoba enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum im meristematischen Gewebe der keimenden Unkräuter blockiert. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Pflanzen, sekundär auch über die Wurzeln. Da der Wirkstoff vor allem auf keimende Schaderreger wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms im oberen Bodenhorizont von entscheidender Bedeutung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Einjährigen Rispengras, wirksam vorzubeugen, sollte Takoba stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Gruppe 12 oder Gruppe 2) sowie die Kombination mit mechanischen Maßnahmen und einer ausgewogenen Fruchtfolge. Der Einsatz von Prosulfocarb als Baustein im Herbst hilft zudem, den Selektionsdruck auf ALS- und ACCase-Hemmer zu reduzieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Takoba zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit anderen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feinkrümelige Saatbetten ohne grobe Kluten oder organische Rückstände erfolgen. Der Zusatz von speziellen Bodenhaftmitteln kann die Stabilität des Herbizidfilms auf sandigen oder leichten Böden zusätzlich unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Prosulfocarb sind Abdrifteleminierungstechniken (z. B. verlustmindernde Düsen) zwingend zu nutzen, um angrenzende Gewässer und terrestrische Nichtzielbiotope vor Einträgen zu schützen. Das Mittel ist als fischgiftig eingestuft, weshalb die spezifischen BVL-Auflagen zu Abständen und Pufferzonen genauestens beachtet werden müssen; für Bienen ist es bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–95 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Takoba im Wintergetreide?

Die besten Bekämpfungserfolge werden im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 13) erzielt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Keimlinge der Unkräuter und des Einjährigen Rispengrases besonders empfindlich gegenüber dem Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche.

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von Takoba erforderlich?

Ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett ohne grobe Kluten und mit möglichst wenig organischen Rückständen (wie Stroh) ist ideal. Feuchtigkeit ist notwendig, damit der Wirkstoff Prosulfocarb im Boden aktiviert wird und eine gleichmäßige Barriere bilden kann.

Kann Takoba auch bei Frost oder sehr niedrigen Temperaturen ausgebracht werden?

Die Behandlung sollte nicht bei Frost oder auf gefrorenem Boden erfolgen. Zwar verträgt der Wirkstoff kühle Temperaturen im Herbst gut, jedoch ist für eine optimale Verteilung und Aufnahme eine frostfreie Witterung mit ausreichender Bodenfeuchte erforderlich.

Wie verhält sich Takoba bezüglich des Abdriftschutzes und der Windgeschwindigkeiten bei der Applikation?

Aufgrund der flüchtigen Eigenschaften von Prosulfocarb ist die Einhaltung von strengen Abdriftminderungsauflagen (z. B. 90 % Abdriftminderung) gesetzlich vorgeschrieben. Die Anwendung sollte nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s und Temperaturen unter 20 °C erfolgen, um Wirkstoffverluste und Schäden an Nachbarkulturen zu vermeiden.

Warum ist Prosulfocarb ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement gegen Windhalm und Ackerfuchsschwanz?

Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen anderen Wirkungsmechanismus als die häufig genutzten Sulfonylharnstoffe (HRAC 2) oder FOPs/DIMs (HRAC 1) besitzt, unterbricht es effektiv Selektionszyklen. Es hilft dabei, bestehende Resistenzen zu brechen und die Wirksamkeit anderer Herbizidklassen langfristig zu sichern.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Takoba beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von Takoba im Herbst oder Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen.