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Sonstige · BASF SE

Tanaris

BVL Zul.-Nr. 008181-00

Tanaris ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid von BASF, das speziell für den Einsatz in Rübenkulturen (Zuckerrübe, Futterrübe) und Winterraps entwickelt wurde. Als hochentwickelte Formulierung kombiniert es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie die problematische Hühnerhirse effektiv zu bekämpfen. Durch seine flexible Anwendung im Vor- und frühen Nachauflauf sichert das Pflanzenschutzmittel die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung und legt das Fundament für ertragreiche Bestände.

Dank der ausgewogenen Kombination der Wirkstoffe bietet Tanaris eine hervorragende Bodenwirkung, die auch bei wechselnden Feuchtigkeitsverhältnissen zuverlässig greift. Es schließt wichtige Lücken im Unkrautspektrum und ist ein unverzichtbarer Baustein in modernen Herbizidstrategien. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Handhabung, schnelle Löslichkeit und exzellente Kulturverträglichkeit aus.

Wirkstoffe

Dimethenamid-P
333 g/L · Wirkstoff
Quinmerac
167 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Tanaris beruht auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Dimethenamid-P gehört zur HRAC-Gruppe 15 und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Er wird hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) bei Gräsern sowie über die Wurzeln und Hypokotyle bei zweikeimblättrigen Unkräutern aufgenommen. Dies führt zu einer Störung der Zellteilung und verhindert das erfolgreiche Auflaufen der Schaderreger. Ergänzt wird dies durch Quinmerac, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 4, der als synthetisches Auxin wirkt. Quinmerac stört das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter, indem es eine unkontrollierte Überproduktion von Ethylen und Abscisinsäure (ABA) induziert. Dies führt zu typischen Wuchsanomalien, Eponastie und letztlich zum Absterben der empfindlichen Unkräuter. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine langanhaltende Dauerwirkung über den Boden und erfasst gleichzeitig bereits aufgelaufene Unkräuter über das Blatt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, solltest du Tanaris stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Mittel Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 15 und 4 kombiniert, bietet es bereits von Haus aus ein starkes Antiresistenzmanagement. Dennoch ist es wichtig, im Verlauf der Fruchtfolge Wirkstoffe mit anderen Mechanismen abzuwechseln. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Herbiziden mit gleichem Wirkungsansatz auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, wo immer dies sinnvoll ist.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tanaris ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Rüben- und Rapsherbiziden sowie spezifischen Gräserpartnern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Die Zugabe von geeigneten Formulierungshilfsstoffen sollte nur nach genauer Prüfung der Verträglichkeit und der aktuellen Witterungsbedingungen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Tanaris ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse10–180.3 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–181.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse10–180.3 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von Tanaris aus?

Da Tanaris einen starken Bodenwirkstoffanteil besitzt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms im Boden sehr vorteilhaft. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreten; sobald jedoch Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff reaktiviert und erfasst keimende Unkräuter effektiv.

Kann ich Tanaris auch in einer Splitting-Strategie in Zuckerrüben einsetzen?

Ja, in Zuckerrüben wird Tanaris häufig im Rahmen von Nachauflauf-Splittings (NAK) eingesetzt. Durch die Aufteilung der Aufwandmenge auf mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Tagen kannst du neu auflaufende Unkrautwellen flexibel, gezielt und kulturschonend bekämpfen.

Welche Unkräuter werden durch Tanaris besonders gut erfasst?

Neben der Hühnerhirse zeigt Tanaris eine hervorragende Wirkung gegen wichtige Leitunkräuter wie Klettenlabkraut, Taubnessel-Arten, Ehrenpreis-Arten und den Weißen Gänsefuß. Es schließt damit kritische Lücken, die von reinen Blattaktiv-Herbiziden oft unzureichend abgedeckt werden.

Was muss ich beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Tanaris beachten?

Nach dem regulären Anbau von Rüben oder Raps, die mit Tanaris behandelt wurden, können im Rahmen der normalen Fruchtfolge alle üblichen Nachfolgekulturen angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, empfiehlt sich eine tiefe Bodenbearbeitung vor der Neuansaat, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Warum ist der frühe Anwendungszeitpunkt bei Tanaris so wichtig?

Der optimale Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden. Da Dimethenamid-P vor allem die Keimung und das frühe Wachstum der Schaderreger stört, blockiert eine frühe Behandlung das Auflaufen der Unkräuter, bevor sie in Konkurrenz mit deiner Kultur treten können.

Wie kann ich die Verträglichkeit von Tanaris in Raps optimieren?

Achte darauf, Tanaris im Winterraps vorzugsweise im Vorauflauf oder sehr frühen Nachauflauf auf ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett zu spritzen. Vermeide Anwendungen auf verschlämmten Böden oder bei angesagten Starkregenereignissen direkt nach der Saat, um Auswaschungen in die Keimzone des Rapses zu verhindern.